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Enerige & Management > Wirtschaft - Industrie fürchtet Schäden durch die Energiewende
Bild: Eon
WIRTSCHAFT:
Industrie fürchtet Schäden durch die Energiewende
Die Energiewende in Deutschland führt zu großer Verunsicherung bei stromintensiven Industriebetrieben: „Energiekosten sind heute wichtiger als Personalkosten für eine Standortentscheidung“, erklärte Christof Barklage, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nexans Deutschland, bei der Diskussionsveranstaltung „enercity dialog“ Anfang Dezember in Hannover.
 
Der weltweit tätig Kabelkonzern Nexans brauche Netzstabilität und Kostensicherheit. „Wir überlegen schon, ob wir weiter in Deutschland investieren sollen“, so Barklage zur Diskussion um drohende Blackouts. „Zwei Stunden ohne Strom bedeuten für uns Hunderttausende Euro Schaden“, berichtet der Nexan-Chef.
 
Dass große Industriekonzerne Sorge um eine stabile und dauerhafte Energieversorgung an trüben Wintertagen ohne Wind und Sonne haben, berichtete auch Michael Feist, Vorstandschef der Stadtwerke Hannover, die gemeinsam mit VW ein Gemeinschaftskraftwerk betreiben. Auch Volkswagen sei beunruhigt, ob in den nächsten Jahren eine stabile Versorgung für die Standorte in Süddeutschland gegeben sei, berichtete Feist. Ansiedlungsfragen würden heute auch nach Energiesicherheit entschieden. Hochaktuell sei der Fall Enervie im Raum Hagen.
 
„Wir betrachten mit Sorge die Entwicklung bei Enervie“, so Feist. Da verbiete man dem Energieversorger die Stilllegung von Kapazitäten, die Kosten würden dann auf die Netzentgelte umgelegt und die Industrie müsse bis zu 70 % höhere Durchleitungsgebühren zahlen. „Damit wird die Energiewende teilweise auch zur Strukturpolitik“, so Feist. Als größter Verbraucher im Enervie-Netz müsste der Papierhersteller Stora Enso durch die Netzentgelterhöhung Mehrkosten von mehreren Mio. Euro pro Jahr verkraften.
 
Für die Stadtwerke Hannover stellt sich Feist wie auch andere Mitbewerber daher die Frage: „Sollen wir das Kohlekraftwerk Mehrum jetzt schon zur Stilllegung 2020 anmelden oder erst in fünf Jahren?“ Dann laufe man möglicherweise Gefahr, keine Genehmigung nicht mehr zu kriegen, weil Mehrum systemrelevant sei. „Derzeit wird Mehrum immer wieder zwangsweise von 750 auf 300 MW Grundlast heruntergeregelt. Da wir nur die Grenzkosten der Erzeugung bekommen, machen wir Miese“, ergänzt Technik-Vorstand Harald Noske. Er berichtet auch, dass Überlegungen in der Industrie existieren, Eigenversorgungsanlagen auf Betriebsarealen zu errichten. „Die sehen das Netz dann nie und zahlen keine Netzentgelte, was zur Entsolidarisierung und Korrosion des EEG-Topfes führen könne.“

 
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Mittwoch, 10.12.2014, 11:44 Uhr