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Enerige & Management > Smart Grids - Innogy testet langwelliges Funknetz
Bild: Shutterstock
SMART GRIDS:
Innogy testet langwelliges Funknetz
Der Energieversorger hat mit Partnern das nach eigenen Angaben erste 450-MHz-Funknetz auf LTE-Basis in Deutschland aufgebaut.
 
Die Energiewirtschaft sieht in einem 450-MHz-Netz zum einen die ideale Technologie für die Kommunikation im Smart Grid, zum anderen eine schwarzfallfeste Funklösung in Notsituationen.

Mit einem Pilotprojekt wollen der Energieversorger, 450 Connect und Ericsson nun nachweisen, dass die Frequenz auch das hält, was man sich von ihr verspricht. „Wir wollen nicht nur sagen, dass wir die Frequenz gebrauchen können, sondern auch zeigen, dass sie für das Erreichen der Energiewende einen Mehrwert bringt“, sagte Jürgen Tusch kürzlich im Rahmen des FNN-Kongresses Netze in Nürnberg. Sie soll dem Leiter Telekommunikation von Innogy zufolge eine „Kommunikationslücke“ schließen. Denn mit der Zunahme fluktuierender Leistungsflüsse im Stromnetz durch den Ausbau der erneuerbaren Energien – bis 2030 soll deren Anteil auf 65 % und bis 2050 auf 80 % ansteigen – wachse die Herausforderung, das Netz stabil zu halten. Entsprechend werde es immer wichtiger, Daten über den Netzzustand zu erfassen, der jeweiligen Netzleitstelle zur Verfügung zu stellen und Erzeugungsanlagen sowie Verbraucher auch steuern zu können.

Testaufbau umfasst Sprach- und Datendienste

Deshalb sieht Tusch die gegenseitige Abhängigkeit von Netz und Telekommunikation in der Mittel- und Niederspannung sehr kritisch. Die Anlagen, die mit einer Gesamtleistung von rund 70 GW in die Mittel- und Niederspannung einspeisen, seien größtenteils über öffentliche Telekommunikationsdienste angebunden. Deren Provider würden ihrerseits die hohe Verfügbarkeit des Stromnetzes als selbstverständlich ansehen. „Diese Konstellation ist nicht gut“, so Tusch. Denn wenn der Strom ausfalle, sei auch die Verbindung zur Steuerung von Anlagen und zur Kommunikation mit den Monteuren im Feld nicht mehr verfügbar.

Deshalb sei es unerlässlich, die derzeitigen 4G-Verbindungen durch ein speziell für die Energiewirtschaft errichtetes LTE-450-MHz-Netz zu ersetzen. Dieses würde neben der Schwarzfallfestigkeit auch andere Qualitätskriterien erfüllen, welche die Branche bei den öffentlichen Netzen vermisst. Statt „Quality of Service“ sei nur „Best Effort“ verfügbar. Das bedeute: Entweder funktioniert das Netz oder es funktioniert eben nicht. Ein Anspruch auf hohe Verfügbarkeit bestehe nicht. Datensicherheit sei derzeit auch keine besondere Leistung der Telekom-Provider. So bleibe einem Stromnetzbetreiber beispielsweise kaum etwas anderes übrig, als mit einer sogenannten Next Generation Firewall selbst für Schutz sorgen.

Für das aktuelle Pilotprojekt hat Innogy mehrere Antennen am Gaskraftwerk Gersteinwerk in Werne und auf dem eigenen Firmensitz in Dortmund installiert. Der Funknetzbetreiber und Frequenzinhaber 450 Connect ist für Planung, Aufbau und Betrieb der Funkstandorte zuständig. Ericsson liefert die Systemtechnik. Dass mit dem schwedischen Unternehmen ein europäischer Partner an Bord ist, hält Tusch für wichtig – gerade weil es um eine kritische Infrastruktur gehe, wie er in Nürnberg betonte.
 
Auf dem innogy-Gebäude am Flamingoweg in Dortmund sind Antennen zum Aufbau des 450MHz-Funknetzes installiert
Bild: Innogy

Der Testaufbau des LTE-Netzes umfasst zum einen Sprachdienste, vor allem zwischen der Netzführung und den Netzmonteuren. Zum anderen analysieren die Partner die Nutzung von Datendiensten im Netzbetrieb und die Anbindung von intelligenten Messsystemen. Denn gerade die langwellige Frequenz ist geeignet, um Kellerräume zu erreichen, in denen die Zähler üblicherweise verbaut sind und in die die üblichen Mobilfunkfrequenzen nicht vordringen.

Neben dem LTE-Netz im Innogy-Projekt sind bereits verschiedene 450-MHz-Netze im Einsatz, die auf dem Mobilfunkstandard CDMA (Code Division Multiple Access) beruhen.
 

 
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Montag, 09.12.2019, 16:42 Uhr