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Enerige & Management > Startklar - Intelligenz für "dumme" Smart Meter
Bild: E&M
STARTKLAR:
Intelligenz für "dumme" Smart Meter
In unserer Rubrik Startklar stellen wir regelmäßig Start-ups aus der Energiewirtschaft vor. Dieses Mal: Power 42 aus Berlin.
 
Es ist nicht einfach, die Begriffe aus dem Smart Metering auseinanderzuhalten. Doch eines kann man auf jeden Fall sagen: Nicht alle Zähler sind intelligent. An sich dumm sind die sogenannten modernen Messeinrichtungen. Sie werden lediglich als Basiszähler eingebaut und haben nicht wie die intelligenten Messeinrichtungen noch ein Smart Meter Gateway, also eine Kommunikationseinheit. Die Power 42 GmbH mit ihrem Produkt „Powerfox“ hat sich zum Ziel gesetzt, auch die modernen Messeinrichtungen intelligent und für Datendienste nutzbar zu machen.

„Es kann nicht sein, dass der überwiegende Teil der Smart Meter in Deutschland im Grunde keinen Mehrwert bietet“, beschreibt Timm Beyer die Überlegungen, die 2017 zur Gründung des Unternehmens geführt haben. Die Millionen von modernen Messeinrichtungen, die das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende für Verbraucher mit weniger als 6 000 kWh pro Jahr und für Betreiber kleiner Erzeugungsanlagen vorsieht, sollen auch für intelligente Dienste zur Verfügung stehen.

Der Schlüssel dafür ist ein kleines Modul. „Das ist kein Gerät, das man im Supermarkt kaufen kann“, betont Beyer. Es handelt sich um eine Box, die vom Messstellenbetreiber angebracht wird, denn nur dieser ist berechtigt, Veränderungen am Zähler vorzunehmen. Besonders die grundzuständigen Messstellenbetreiber, die in ihren Möglichkeiten, Mehrwertdienste anzubieten, durch die Regulierung sehr beschränkt sind und die letztlich die modernen Messeinrichtungen einbauen werden, sollen von Powerfox profitieren. Der Endkunde bekommt eine App und ein Passwort, mit dem er das Modul aktiviert. „Erst dann sendet es Daten“, erklärt der Power-42-Geschäftsführer. Wenn der Kunde ausdrücklich sein Einverständnis erklärt, werden die Daten über sein WLAN, also sein Heimnetzwerk, in eine Cloud geschickt und ihm dann aufbereitet für die weitere Nutzung wieder zur Verfügung gestellt.

Das Konzept haben Beyer und sein Geschäftsführerkollege Marcus Becker, der mit ihm zusammen die Firma gegründet hat, gemeinsam mit Eon entwickelt. Sie vertreiben Powerfox aber mittlerweile unabhängig vom Großkonzern. Einer der Mehrwertdienste, auf die Beyer und Becker setzen, ist die „Disaggregation“. Die Dienstleistung ist bereits verfügbar, sodass die Kunden aus den Stromverbrauchskurven einzelne Geräte herausfiltern und dann gegebenenfalls Rückschlüsse auf Fehlfunktionen oder Wartungsbedarf ziehen können.

„Wir können auch Erzeugungsdaten erfassen und insofern ein Monitoring beispielsweise für kleine PV-Anlagen anbieten“, so Beyer. Denn es gebe natürlich kleine Anlagen, die nicht vom Gesetz ein intelligentes Messsystem verordnet bekommen. Deren Besitzer sollen aber auch nachvollziehen können, wie sie produzieren und ob es möglicherweise ein Problem durch Verschattung oder defekte Module gibt.

Das sogenannte Peer to Peer Trading, also Stromhandel unter Nachbarn, oder sonstige Blockchain-Anwendungen – alles ist nicht möglich, wenn keine Daten zur Verfügung stehen. Im Umkehrschluss: Mit der Powerfox-Box sollen sich auch für den „Normalverbraucher“ bisher ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, an der neuen, dezentralen Energiewirtschaft teilzunehmen. Derzeit laufen drei Pilotprojekte mit Messstellenbetreibern, deren Namen jedoch noch nicht spruchreif sind.

Insgesamt arbeiten aktuell zehn Personen – nicht alle sind festangestellt – am Produkt von Power 42: vor allem Hardwarespezialisten, App-Entwickler, Datenbankexperten. Das Start-up kann allerdings auch auf Ressourcen des Gesellschafters SD & C zurückgreifen. Das IT-Unternehmen aus Berlin hält eine Minderheitsbeteiligung. Mehrheitlich ist die Firma im Besitz der Gründer.

 
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Freitag, 16.03.2018, 17:44 Uhr