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Enerige & Management > Smart Grid - Karg: „Über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgegangen“
Bild: E-Energy
SMART GRID:
Karg: „Über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgegangen“
E-Energy ist zu Ende, was haben die Projekte gebracht? Antworten dazu von Ludwig Karg, Chef der B.A.U.M. Consult und Koordinator der Begleitforschung der E-Energy-Projekte.
 
E&M: Herr Karg, auf dem Abschlusskongress freuten sich alle, dass E-Energy erfolgreich war; was war denn so erfolgreich?

Karg: E-Energy war erfolgreich, weil die Projekte über ihre ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgegangen sind.

E&M: Und die war?

Karg: Am Anfang stand das Ziel, zu erforschen, welche IKT-Grundlagen (IKT: Informations- und Kommunikationstechnik; d. Red.) für eine verbesserte Netzautomatisierung nötig sind. Es war auch von Anfang an klar, dass man IKT-Grundlagen für Marktplätze entwickeln muss, um die Daten aus den Haushalten sinnvoll zur Optimierung des Gesamtsystems zu nutzen – bis hier klang es sehr stark nach einem IT-Forschungsprojekt. Doch dann kam die Energiewendediskussion und – leider – auch Fukushima. Da mussten die Projekte nicht nur zeigen, dass sie technisch funktionieren, die Projektpartner haben sich auch sehr viele Gedanken darüber gemacht, was man damit jetzt eigentlich machen kann.

E&M: Wie man die Kunden einbindet, das kam dann noch oben drauf?

Karg: Ja, nach der technischen Entwicklung kam die Frage, welche Kunden man einbinden könnte. Da haben wir angefangen, über Kundensegmentierung nachzudenken, über Psychologie, Soziologie, Kundenansprache, Kundengewinnung und solche Sachen. Da wurden zum Teil auch innerhalb der Projekte die Gewichte verschoben, um noch mehr Realitätsnähe zu bekommen und um zu zeigen, wer das System wofür nutzen kann oder will.

E&M: Trotz aller Begeisterung: Gab es irgendwas, das nicht funktioniert hat?

Karg: Bei der Datenübertragung hapert es noch. In einem Smart Grid muss unendlich viel kommuniziert werden, beispielsweise, wenn man jedes Elektrogerät im Haushalt mit einem Energiemanager verbinden will. Das geht bei amerikanischen Holzhäusern mit Funk recht gut, bei unseren Betondecken gibt es Einschränkungen. Da kommt dann zum Beispiel Powerline, also die Datenübertragung über das Stromnetz im Haus, zum tragen.
Ähnlich ist es im ländlichen Raum, wo die Abdeckung mit Mobilfunk nicht hundertprozentig ist und Breitbandkommunikation über DSL auch nicht überall zur Verfügung steht. Bei der Kommunikation wird es am Ende sicherlich eine Mischung der Techniken sein, spezifisch an die örtliche Situation angepasst. Wir müssen ein System haben, das in allen Regionen funktioniert, und da gibt es mit Sicherheit noch Entwicklungsbedarf.

E&M: Wie geht es denn jetzt weiter? Ist geplant, die getestete Technik für die intelligenten Netze in der Fläche zu installieren?

Karg: Wir können nur an die Stadtwerke appellieren, sich dieser Themen vorsorgend anzunehmen, zu schauen, was heute und was voraussichtlich in zwei, fünf oder acht Jahren technisch geht. Jeder muss seine eigene Roadmap machen, denn sicher ist: Die Anforderungen an ein Smart Grid sind regional unterschiedlich.

E&M: Können interessierte Versorger auf einen Abschlussbericht zugreifen?

Karg: Es wird einen wissenschaftlichen Abschlussbericht geben; der ist aber eher für die Menschen gedacht, die Stadtwerke beraten oder Produkte für Smart Grids entwickeln. Wir schreiben parallel dazu eine Handreichung mit den Ergebnissen aus der Begleitforschung, und die ist ganz konkret an die Stadtwerke adressiert. Da wird dargelegt, welche Anforderungen welche Lösungen benötigen und wofür es bereits irgendwo bei E-Energy Erkenntnisse gibt.
 
„Natürlich hört man jetzt nicht mit E-Energy auf“
 
E&M: Wann ist das Papier verfügbar?

Karg: Ab Sommer; auch deshalb, weil in einem Projekt noch ein Feldtest bis zum Sommer läuft, und wir wollen aus allen Projekten die Ergebnisse der Feldtests komplett verarbeiten. Wir wollen zeigen: Es gibt in einer Region in Deutschland eine vergleichbare Situation wie die, die das Stadtwerk hat, und im Rahmen von E-Energy wurde dafür die und die Lösung erfolgreich eingesetzt.

E&M: Bekommen die Stadtwerke hier auch eine Vorstellung von der Höhe der Kosten?

Karg: Ich weiß noch nicht, ob wir Preise hineinschreiben, denn jede Lösung ist regionalspezifisch zu betrachten. Einige Bauteile, wie etwa Lastmanager, kann man schon kaufen, dafür gibt es Preislisten. Bei anderen gibt es eher Projektionen, was so etwas mal kostet.

E&M: Gibt es Vorschläge für Nachfolgeprojekte?

Karg: Natürlich hört man jetzt nicht mit E-Energy auf. Es gibt eine Ausschreibung für weitergehende Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum Thema intelligente Netze. Da werden sich sicher auch Akteure von E-Energy bewerben. Viele wollen weitermachen, und ich würde mich sehr freuen, wenn die 'Familie' zusammenbleibt.

 
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Dienstag, 12.02.2013, 10:07 Uhr