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Enerige & Management > Europa - Klimaneutralität nur mit großen Anstrengungen realisierbar
Bild: Fotolia.com, koya979
EUROPA:
Klimaneutralität nur mit großen Anstrengungen realisierbar
Die geplante „Klimaneutralität“ der EU lässt sich nach einer Studie des europäischen Elektrizitätswirtschaft-Dachverbandes Eurelectric mit einer weitgehenden Elektrifizierung erreichen.
 
Allerdings fehlten bislang ausreichende Anreize für die notwendigen Investitionen, sagte der Generalsekretär des Verbandes, Kristian Ruby, in Brüssel: „Und Visionen ohne Ressourcen sind nur Illusionen.“ In der Branche ist man sich nicht einig darüber, ob neue Subventionen nötig sind.

Um die Klimaziele der EU für 2030 zu erreichen, muss nach den Schätzungen des Verbandes für neue Kraftwerke das Drei- bis Vierfache (im Vergleich zum gegenwärtigen Niveau) investiert werden, für den Netzausbau mindestens das Doppelte. Entscheidend sei, dass auch nach der Abschaltung von Kern- und Kohlekraftwerken genug „sichere Kapazität“ verfügbar sei, sagte der Vizepräsident des Verbandes, Juan Jose Alba-Rios.

Er geht davon aus, dass die täglichen Schwankungen beim Aufkommen von erneuerbaren Energien mittelfristig durch Batteriespeicher ausgeglichen werden können – bei einem Solarstrompotential in der EU von bis zu 345 GW.

Saisonaler Ausgleich bleibt ungelöstes Problem

Noch keine technische Lösung sei für die saisonalen Schwankungen in der Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne erkennbar. Dafür kämen die bisher eingesetzten Speichertechologien nicht in Frage. Nach den Schätzungen von Eurelectric müssen in der EU etwa 25 Mrd. kWh (knapp 1 % des jährlichen Stromverbrauchs) in den Sommermonaten „eingelagert“ werden, um eine „sichere“ Versorgung auch in den Wintermonaten zu gewährleisten.

Die Umwandlung von Strom zu Gas („P2G“) wird überwiegend als nicht wirtschaftlich betrachtet. Der Wirkungsgrad dieser Technologie sei so niedrig, sagte der Vertreter von Eon, Thomas Birr, dass sie auch bei Niedrigstpreisen für Strom nicht wirtschaftlich sei.

Erhebliche Investitionen, sagte Alba-Rios weiter, müssten nicht von der Elektrizitätswirtschaft, sondern deren Kunden getätigt werden. So müssten die Autofahrer mindestens 40 Mal mehr Elektrofahrzeuge (EV) kaufen als heute, mindestens 18 % der Gebäudeflächen müssten mit Wärmepumpen beheizt werden. Digitale Zähler und Ladepunkte für EV müssten 2030 flächendeckend verfügbar sein.

Die Industrie müsse in die Entwicklung neuer, emissionsfreier Verfahren investieren.
Das Maßnahmenpaket der EU („clean energy package“, CEP), das in diesen Tagen in Kraft tritt, sei nur ein erster Schritt, um die Rahmenbdingungen für Investoren zu verbessern. Darüber waren sich in der anschließenden Diskussion alle Vertreter der Branche einig. Alle sprachen sich für eine zügige Umsetzung des CEP in den Mitgliedstaaten aus.

"Exzessive Besteuerung" des Stromverbrauchs beseitigen

Mit Subventionen könnten die Probleme angesichts des Umfangs und der Vielfalt der notwendigen Investitionen nicht gelöst werden, sagte Alba-Rios. Es gehe in erster Linie darum, bestehende Fehlanreize zu beseitigen. Die sieht man bei Eurelectric vor allem in einer exzessiven Besteuerung des Stromverbrauchs. Im Durchschnitt bestehe der Strompreis inzwischen zu mehr als der Hälfte aus Steuern und Abgaben. Das sei das falsche Signal, um neue Märkte für emissionsfreie Produkte zu etablieren.

In diesem Zusammenhang überdenkt der Verband seine Position zum Einsatz von Kapazitätsmechanismen. Angesichts der beschlossenen Obergrenze von 550 Gramm CO2 pro kWh habe dieses Instrument mittelfristig nur noch eine geringe Bedeutung für die Versorgungssicherheit, heißt es in der Brüsseler Zentrale von Eurelectric.

Insbesondere Vertreter der französischen Eletrizitätswirtschaft unterstrichen demgegenüber die Bedeutung staatlicher Garantien, um die Risiken potentieller Investoren zu reduzieren. Eurelectric empfiehlt dagegen die Entwicklung privatwirtschaftlicher Instrumente, um Investoren gegen hohe Risiken abzusichern. Wichtig sei in diesem Zusammenhang ein überzeugendes, politisches Bekenntnis zur Dekarbonisierung. Das habe positive Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen.

Weil die Energiewende nicht auf die Stromerzeugung beschränkt sei sondern die gesamte Gesellschaft erfasse, sei es wichtig, dass die „richtigen Leute auch die richtigen Risiken“ trügen, sagte Alba-Rios weiter. Dafür würden vor allem die richtigen Preissignale gebraucht: Wir können nicht die ganze Gesellschaft durch Subventionen überzeugen.“ Die Kunden müssten Geld sparen, wenn sie einen Beitrag zur Emissionssenkung leisteten. Das werde nicht nur aber auch durch Steuern und Abgaben verhindert.

 
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Freitag, 27.09.2019, 11:42 Uhr