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Enerige & Management > Wasserstoff - Kollenrott: "Netzausbaugebiet behindert grünen Wasserstoff"
Bild: Fotolia
WASSERSTOFF:
Kollenrott: "Netzausbaugebiet behindert grünen Wasserstoff"
Damit mehr Windenergie für die Wasserstoffherstellung genutzt werden kann, fordert Marie Kollenrott vom LEE Niedersachsen-Bremen die Abschaffung der Netzausbaugebietsverordnung.
 
E&M: Frau Kollenrott, Ihr Landesverband hat sich seit seiner Gründung immer stark für die Sektorkopplung und grünen Wasserstoff engagiert. Wie bewerten Sie die jüngst von der Bundesregierung mit einiger Verzögerung vorgestellte Nationale Wasserstoffstrategie?

Kollenrott: Im Zusammenhang mit der im Konjunkturpaket vorgesehenen Förderung von sieben Milliarden Euro für den künftigen Wasserstoffausbau ist das beschlossene Strategiepapier sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wir brauchen aber schnellstens regulatorische Änderungen, damit Niedersachsen als Windland Nummer eins zu einem bedeutenden ‚Wasserstoff-Hub‘ werden kann.

E&M: An welche Änderungen denken Sie?

Kollenrott: Für die Herstellung von grünem Wasserstoff ist viel erneuerbarer Strom notwendig, hier spielt die Windenergie eine hervorgehobene Rolle. Der Windkraftausbau in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und den nördlichen Landkreisen Niedersachsens wird seit geraumer Zeit erheblich durch die sogenannte Netzausbaugebietsverordnung begrenzt. In diesen Netzregionen hat die Bundesnetzagentur das Zuschlagsvolumen bei den Auktionen für die Windkraft an Land deutlich gedrosselt. Diese Verordnung darf keinesfalls wie zwischenzeitlich verlautbart auf die gesamte Landesfläche Niedersachsen ausgeweitet werden, sie muss zum Ende des Jahres 2020 auslaufen. Wir brauchen für die künftige Wasserstoffherstellung jede grüne Kilowattstunde. Die Bundesregierung wäre schlecht beraten, das zweifellos hohe Windstrompotenzial in Niedersachsen weiterhin zu beschneiden, denn damit würde sie ihre eigenen Wasserstoffpläne konterkarieren.

E&M: Das klingt ein bisschen wie ein schlechter Witz aus Schilda: Bei ihrer Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung einfach die Verordnung für das sogenannte Netzausbaugebiet übersehen?
 
Marie Kollenrott: "Wir brauchen für die künftige Wasserstoffherstellung
jede grüne Kilowattstunde"
Bild: LEE Niedersachsen-Bremen

Kollenrott: Nun ja. Bei den zuletzt immer unterzeichneten Auktionen hat das Netzausbaugebiet keine Aufgabe mehr erfüllt. Für die Zukunft gilt das umso mehr. Je mehr Wasserstoff demnächst eingesetzt wird, desto mehr erneuerbare Energien und Windstrom aus dem eigenen Land sollten nach unserer Auffassung eingesetzt werden. Das wäre gelebte Sektorkopplung. Ohne mehr Windkraft ist auch das 65-prozentige Ausbauziel bei der Ökostromerzeugung bis 2030 nicht zu schaffen. Wir fordern deshalb, die Netzausbaugebietsverordnung so schnell wie möglich abzuschaffen.

E&M: Wie steht die schwarz-rote Landesregierung Niedersachsen, die sich seit geraumer Zeit schon für den Ausbau von Wasserstoffanwendungen stark macht, zu Ihrer Forderung?

Kollenrott: Wir sind uns da ganz einig mit Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Beiden ist klar, dass Niedersachsen für mehr Klimaschutz und den Aufbau von grünem Wasserstoff mehr erneuerbare Energie braucht, das bedeutet im Norden vor allem einen starken Ausbau der Windenergie. Deshalb erwarten wir, dass sich beide Ministerien in Berlin für die Abschaffung der überholten Netzausbaugebietsverordnung einsetzen.

Marie Kollenrott ist stellvertretende Geschäftsführerin des Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen-Bremen.

 
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Donnerstag, 18.06.2020, 15:48 Uhr