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Enerige & Management > Meinung - Kommentar: BDEW plus VKU gleich Effizienz?
Bild: Fotolia.com, Do Ra
MEINUNG:
Kommentar: BDEW plus VKU gleich Effizienz?
Braucht Deutschland zwei Verbände für die Energiewirtschaft? In der Branche ist eine heftige Diskussion ausgebrochen. Den Anstoß haben die Stadtwerke München gegeben.
 
Der Chef der Stadtwerke München, Florian Bieberbach, hat ein heikles Papier in Auftrag gegeben: Er hat den Geschäftsführer des Stadtwerkeverbunds 8KU in Berlin darüber nachdenken lassen, ob es nicht Sinn machen würde, den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und den Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) zu fusionieren. Seitdem beschäftigen sich die Gremien beider Verbände mit der Frage, ob Deutschland zwei energiewirtschaftliche Verbände braucht, und wie sie plausibel darstellen können, dass die Fusionsüberlegungen keine Dringlichkeit haben.

Viele kommunale Energieversorger sind Mitglied in zwei Verbänden. Sie zahlen doppelte Mitgliedsbeiträge, was in Zeiten sinkender Margen eine Effizienzfrage ist. Zugleich passiert in den Verbänden jede Menge Doppelarbeit. Beide arbeiten an Strommarktmodellen oder Vorschlägen zur Steigerung der Energieeffizienz. Der VKU prescht in beiden Themengebieten vor, der größere BDEW fühlt sich dadurch gedrängt und interveniert. Viele Unternehmen sind von der Doppelarbeit und den Reibungsverlusten nicht gerade begeistert. Hinzu kommt, dass auch den obersten Geschäftsführern der beiden Verbände, Hildegard Müller vom BDEW und Hans-Joachim Reck vom VKU, nicht nachgesagt wird, allerengste Freunde zu sein. Beide kommen aus der nordrhein-westfälischen CDU, sollen dort aber schon damals nicht immer auf einer Seite gestanden haben.

Viele alte Frontstellungen, die vielleicht früher für zwei getrennte Verbände gesprochen haben, sind inzwischen gemildert. Der BDEW wird keineswegs mehr von den großen vier Energiekonzernen beherrscht, und die Stadtwerke sind dort längst mehr als geduldete Zaungäste. Das wird schon allein daran deutlich, dass der BDEW-Präsident Ewald Woste aus dem Stadtwerke-Verbund Thüga kommt. Wie der Verband im Jahr 2011 innerhalb von wenigen Wochen den Abschied aus der Kernenergie vollzog, war ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass er keinesfalls mehr eine Lobbyorganisation der ganz Großen ist.

Die Fusionsdiskussion hat Für und Wider. In Einzelfällen hat die Konkurrenz der beiden Verbände in der Vergangenheit durchaus zu Beschleunigung durch Wettbewerb geführt. Außerdem führt die Diskussion über die Neuordnung der Energieverbände jetzt zu verstärkter Nabelschau. Dabei stehen in den nächsten 24 Monaten entscheidende Weichenstellungen für die Energiewende bevor. Verbandspolitische Grabenkämpfe lenken da nur von den eigentlichen Fragen ab.
Langfristig allerdings könnte der BDEW um eine starke kommunalwirtschaftliche Abteilung aufgestockt werden. Es spricht nicht viel dafür, die bisherige Doppelarbeit bis in alle Zukunft fortzusetzen.

Wollen beide Verbände getrennt weiter bestehen, haben sie das selbst in der Hand: Durch eine klare Aufgabenteilung und gute Koordination können sie die Doppelarbeit bei den Mitgliedsunternehmen verringern.

 
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Montag, 05.05.2014, 09:12 Uhr