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Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT:
Kommentar: Weiter Wind-Flaute im Süden
Bayern und Baden-Württemberg hinken beim Windkraftausbau hinterher. Wie es geht, zeigt das Bundesland Rheinland-Pfalz.
 
Vom einstigen Fußball-Bundesligatrainer Huub Stevens ist das Bonmot überliefert, dass „hinten die Null“ stehe müsse. Kein Gegentor zu kassieren, sprich mindestens die Null zu halten, ist die Voraussetzung für einen Erfolg.

Erfolgreich mag niemand derzeit die Windenergiepolitik im grün-rot regierten Baden-Württemberg nennen. Energie- und Umweltminister Franz Untersteller musste jüngst registrieren, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Ländle keine einzige Windturbine neu in Betrieb gegangen ist. Diese Null ist höchst unerwünscht. Grün-Rot hat sich zum Ziel gesetzt, den Windstromanteil an der landesweiten Stromerzeugung bis Ende der Dekade auf10 % auszubauen.

Dass dieses Ziel erreicht wird, daran mehren sich die Zweifel. Nach wie vor würden Naturschutzbelange den Windkraftausbau im Ländle blockieren, klagt Sylvia Pilarsky-Grosch. Die Präsidentin vom Bundesverband Windenergie kommt aus Südbaden, kennt also die Situation im Südwesten genau.

Es klemmt mit dem Windkraftausbau im Süden. Auch die 27 bis Ende Juni neu installierten Windturbinen in Bayern sind wahrlich nicht der Ausdruck einer konsequenten Windenergiewende. Wenn es seit Fukushima wirklich so etwas wie einen leichten Wind-Aufschwung im weiß-blauen Freistaat gegeben haben sollte, dürfte dieses zarte Pflänzchen schnell wieder verdorren. Die Ankündigung von CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer, die Abstände zwischen Windturbinen und nächster Wohnbebauung zu verzehnfachen, lässt die Zahl potenzieller Windkraft-Standorte schneller schmelzen als ein Eis im Hochsommer.

Gerade auf die Südländer hatten Windfachleute große Hoffnungen gesetzt: Durch viele dezentrale Windparks südlich der Rhein-Main-Linie sollte der Bau neuer, teurer Höchstspannungsleitungen reduziert werden, die den auf der Nordsee erzeugten Windstrom gen Süden transportieren sollen. Die jüngste Windausbaustatistik ist eher als Argument Pro Offshore-Windenergie zu werten.

Dass auf den Süden der Republik derzeit 11 % der neu installierten Windkraft-Leistung entfallen, ist einzig und allein der statistischen Einbeziehung von Rheinland-Pfalz zu verdanken. Das Land der Reben und Rüben verfügt mittlerweile über eine höhere Windkraft-Leistung als das Küstenland Mecklenburg-Vorpommern. In der ersten Jahreshälfte sind in Rheinland-Pfalz fast genauso viele Windturbine wie in Niedersachsen, dem bundesweiten Langzeitspitzenreiter, ans Netz gegangen. Die dortige rot-grüne Landesregierung bekennt sich klar zur Windenergie, nimmt aber bei der Ausweisung neuer Flächen Rücksicht auf Naturschutzgebiete und Anwohner. Wenn Bayern und Baden-Württemberg es wirklich ernst mit einer neuen Windenergiepolitik meinen, sollten sich beide Staatskanzleien ein Vorbild an Rheinland-Pfalz nehmen.

 
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Mittwoch, 04.09.2013, 12:03 Uhr