• Strom zumeist fester, CO2 kaum verändert, Erdgas legt zu
  • Amprion allein für Korridor B verantwortlich
  • 10 Mio. Euro Förderung für 20 MW Elektrolyseur übergeben
  • Forscher prognostizieren extremere Wetterereignisse
  • IEA mahnt weitere politische Maßnahmen für Klimaneutralität 2050 an
  • BDEW bekräftigt Notwendigkeit des Ausbaus
  • Bund sieht kein erhöhtes Brandrisiko bei E-Autos
  • Greenpeace Energy kritisiert neue EU-Beihilfeleitlinien
  • Störungsmeldung per QR-Code
  • EnBW holt beim Ergebnis auf
Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Konsortium sucht wirtschaftliche Lösung für Ladeinfrastruktur
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
ELEKTROFAHRZEUGE:
Konsortium sucht wirtschaftliche Lösung für Ladeinfrastruktur
Ein Anstieg der E-Mobilität wird die Stromverteilnetze stark belasten. Im Projekt "Ladeinfrastruktur 2.0" untersuchen Forschung und Industrie jetzt, wie sich die Netze rüsten lassen.
 

Die Netzbetreiber stehen vor der Herausforderung, mit Netzausbau und Intelligenz in den Netzen flexibel auf die Verbreitung von Elektroautos in ihrer Region reagieren zu müssen. „Aktuell haben wir eine Quote von einem Prozent Elektroautos in Deutschland“, erklärt Evamaria Zauner, Projektleiterin für Elektromobilität beim Stadtwerkeverbund Thüga. „Ab einer Quote von 30 Prozent E-Autos gehen wir nach aktuellen Studien von einer Gefahr für die Stabilität der Verteilernetze aus.“ An lokalen Hotspots, wo sich viele Ladevorgänge konzentrieren, könne es ohne Investitionen auch schon früher zu Engpässen kommen, so Zauner weiter

Wer in Erwartung einer großen Zahl elektrischer Fahrzeuge seine Stromkabel oder Trafo-Stationen ausbaut, könnte eine Fehlinvestition tätigen, wenn die Prognose nicht eintrifft. Umgekehrt könnten Netzengpässe auftreten, wenn sich mehr Anwohner als angenommen ein Elektroauto anschaffen. Daher wollen die Partner im Forschungsprojekt Instrumente entwickeln, die den Unternehmen mehr Flexibilität bei der Netzplanung verschaffen. Sie sollen zum Abschluss des Projekts in Hamburg, Braunschweig und Wiesbaden in der Praxis erprobt werden.

Das Forschungsprojekt wird vom Forschungsinstitut Fraunhofer IEE aus Kassel koordiniert. Zudem beteiligen sich die Universität Kassel, der Stadtwerke-Verbund Thüga mit den Partnerunternehmen SW Netz und BS Energy, die Netzbetreiber Stromnetz Hamburg, Netze BW und Stadtwerke München sowie Volkswagen und Continental als Vertreter der Autoindustrie. Gefördert wird das Vorhaben mit einer Laufzeit von vier Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Gesamtwirtschaftlich optimale Lösungen für Netze und Fahrzeuge

„Die Instrumente für die Integration der Elektromobilität in die Netze sind bekannt: der Netzausbau zum Beispiel, die Ladesteuerung, das bidirektionale Laden oder die Kopplung der Fahrzeuge mit dem Energiesystem von Gebäuden“, sagt Projektleiter Bernhard Ernst vom Fraunhofer IEE. „In unserem Projekt geht es jetzt darum, all das zusammenzuführen. Ziel ist es, gesamtwirtschaftlich optimale Lösungen für Netze und Fahrzeuge zu finden.“

Neben dem Netzausbau kann die netzdienliche Steuerung von Ladevorgängen eine mögliche Lösung sein. „Uns fehlen noch Erfahrungen, wie viel Potenzial die Steuerung hat“, erklärt Zauner. In einem ausgewählten Gebiet mit 40 Haushalten im Großraum Braunschweig werden daher die Auswirkungen einer großflächigen Elektrifizierung des Verkehrssektors in einem bestehenden Netz geprüft.

Auch die Autoindustrie muss bei der Entwicklung der Ladetechnik in ihren Fahrzeugen die Anforderungen des Netzbetriebs berücksichtigen. Zweites Ziel des Projektes ist daher, die Autohersteller und -zulieferer auch mit Blick auf die internationalen Märkte dabei zu unterstützen, die aus Systemsicht optimalen technischen Lösungen für die Ladekomponenten der Autos zu finden.

Darüber hinaus wollen die Projektpartner Empfehlungen für Normen aussprechen – etwa zu den Netzanschlussbedingungen, für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Netz oder Ladestation sowie für die Einbindung von Elektrofahrzeugen in ein Smart-Home-System.

„Sowohl Netzbetreiber als auch Autoindustrie arbeiten daran, ihren Beitrag zur Netzintegration der Elektromobilität zu leisten. Bislang tun sie das aber weitgehend unabhängig voneinander. Unser Forschungsprojekt Ladeinfrastruktur 2.0 bringt nun beide Seiten zusammen“, erklärt Fraunhofer-Forscher Ernst.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 02.04.2019, 12:05 Uhr