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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Kostenbremse für Offshore-Windkraft
Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDKRAFT OFFSHORE:
Kostenbremse für Offshore-Windkraft
Die Stiftung Offshore-Windenergie plädiert für einen forcierten Ausbau der Windkraft auf See. Eine Studie zeige, dass das Kostensenkungspotenzial mit dem beschleunigten Zubau neuer Kapazitäten wachse.
 
Vor dem Hintergrund politischer Diskussionen über vergleichsweise hohe Stromerzeugungskosten der Offshore-Windenergie und eine Reduzierung der Ausbauziele (10 000 MW bis 2020) hat die Stiftung Offshore-Windenergie am 22. August in Berlin eine dringlich erwartete Studie über Kostensenkungsmöglichkeiten für die Windstromgewinnung auf See vorgelegt.

Die von Prognos und der Fichtner-Gruppe ausgearbeitete Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass bei einem Ausbau der Kapazitäten in der deutschen Nord- und Ostsee auf insgesamt 9 000 MW bis 2023 die Kosten im Schnitt um etwa 31 % sinken könnten (Szenario 1). Würde die Offshore-Windkraftleistung im gleichen Zeitraum auf 14 000 MW erhöht, seien sogar 39 % drin (Szenario 2), so Prognos-Experte Frank Peter.

„Die Offshore-Windenergie hat ein erhebliches Kostensenkungspotenzial“, bekräftigte Stiftungspräsident Jens Eckhoff. Derzeit liegen die Stromgestehungskosten auf See laut der Stiftung zwischen 12,8 und 14,2 Ct/kWh.

Die Anlagentechnik, also Turbinen, Türme und Fundamente, birgt, wie Peter ausführte, insgesamt das größte Einsparpotential (14 % beziehungsweise 21 %). Die Kosten für Tragstrukturen und weitere Komponenten sowie für die Installation könnten durch technische Weiterentwicklung reduziert werden. Der Einsatz größerer Turbinen senke die spezifischen Kosten zusätzlich, da die Energieerträge deutlich steigen. Die Studie geht für den Untersuchungszeitraum von einer Steigerung der Leistung der einzelnen Turbinen von heute durchschnittlich 4 MW auf 6 bis 8 MW aus.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass mit wachsender Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb der Anlagen auch der Kostenblock für Finanzierung und Risikohandling erheblich – um 9,6 % beziehungsweise 8,4 % − reduziert werden kann. Außerdem könnten Betrieb und Wartung der Offshore-Anlagen vor allem durch Verbesserungen in der Logistik günstiger werden, etwa durch den Einsatz leistungsfähigerer Schiffe und optimierter Infrastruktur, so Peter weiter.

Handlungsempfehlungen für Politik und Industrie

Die Handlungsempfehlungen der Studie richten sich an Politik und Industrie. Von der Politik erwartet die Offshore-Branche vor allem stabile Rahmenbedingungen, also auch gesicherte Vergütungssätze. „Wichtig ist, dass die Offshore-Industrie weiß, woran sie ist“, mahnte Stiftungspräsident Eckhoff. Er forderte eine „Versachlichung der Diskussion“ über Offshore-Windenergie und kritisierte noch einmal die Strompreis-Bremsvorschläge, mit denen Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler zu Jahresbeginn die Branche stark verunsichert hätten. Eckhoff bekräftigte den Willen der Offshore-Branche, sich nach der Bundestagswahl auf die Festlegung einen neuen Fahrplan für den Ausbau der Windkraft auf See einzulassen.

„Auch die Industrie muss ihre Hausaufgaben erledigen“, ergänzte Studienautor Peter. Wichtig für die Kostensenkung seien Standardisierungen bei Anlagenkomponenten und Netzanschlüssen ebenso wie eine stärkere Serienfertigung. Aber auch Genehmigungs- und Zertifizierungskriterien sollten vereinfacht werden.

Laut Eckhoff sind derzeit 400 MW Offshore-Kapazitäten in der Nord- und Ostsee in Betrieb, sieben Windparks mit knapp 2 000 MW in Bau und weitere 4 000 MW genehmigt. Fünf Projekte stünden unmittelbare vor der endgültigen Investitionsentscheidung. Wenn die Rahmenbedingungen stimmten, könnte mit deren Bau schnell begonnen werden.

Die Kostensenkungsstudie der Stiftung Offshore-Windenergie wurde unterstützt vom Offshore Forum Windenergie (OFW), dem VDMA, der Windenergie-Agentur WAB, den Anlagenbauern Areva, Bard und Siemens sowie den Energieversorgern Dong, EnBW, Eon, EWE, Iberdrola, RWE, Stadtwerke München, Trianel, Vattenfall, WindMW und wpd.

 
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Donnerstag, 22.08.2013, 15:26 Uhr