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GASMARKT:
Lichtblick startet sein Gasangebot
Deutschlands größter Ökostromversorger, die Hamburger Lichtblick - die Zukunft der Energie GmbH steigt wie angekündigt ins Gasgeschäft ein und bietet seit 17. September Haushalts- und Gewerbekunden Ökogas mit garantiert fünf Prozent Biogasanteil an.
 

"Wir werden ab 1. Oktober in Hamburg die ersten acht Kunden mit Gas versorgen", kündigt Lichtblick-Prokurist Gero Lücking an. Die nächsten Kunden folgen dann ab 1. November. Das Lichtblick-Angebot richtet sich zunächst an Gasverbraucher in den fünf Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, soll aber bald auf das ganze Bundesgebiet ausgeweitet werden. Die Beimischung von klimaneutralem Biogas zum Erdgas sei ein Betrag zum Klimaschutz, so das Unternehmen. Verbraucher hätten damit erstmals eine echte Alternative für Erdgas zum Heizen und Kochen. Das Lichtblick-Gasangebot richtet sich an Haushalte und Gewerbebetriebe mit einem Jahresverbrauch bis zu 1,5 Mio. kWh.

Alle Gaskunden erhalten jedoch zunächst nur reines Erdgas. Die Produktionsanlage im brandenburgischen Jüterbog, aus der Lichtblick das Biogas beziehen wird, geht erst Anfang 2008 in Betrieb. Sie soll dann entsprechend mehr Biogas in das Netz einspeisen, damit die 5 % Anteil über die gesamte Lieferzeit zusammenkommen. "Wir werden über den Versorgungszeitraum die Biogasquote einhalten", versichert Lücking.

Dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht, sorgt der TÜV, der das neue Produkt zertifiziert hat und überwacht, dass ausreichend Biogas in das Netz eingespeist wird. Aus der Anlage der Betreibergesellschaft Epuron in Jüterbog hat sich der Hamburger Öko-Versorger erst einmal 20 Mio. kWh Biogas gesichert.

Der Lichtblick-Plan sieht vor, dass es nicht bei 5 % Biogasanteil bleibt. "Wir werden die Quote stetig erhöhen", verspricht Gero Lücking. "Wir kümmern uns jetzt schon um neue Verträge". Auch der Bau von eigenen Biogas-Produktionsanlagen wird erwogen. "Mittelfristig wollen wir reines Biogas anbieten", lautet das Ziel.

Dass es zunächst nur 5 % sind, hat natürlich mit dem Preis zu tun. "Wir wollen nicht in einer Hochpreisnische landen", erklärt der Unternehmenssprecher die momentan noch relativ niedrige Beimischungsquote. "Lichtblick ist der erste Versorger überhaupt, der ein Biogas-Erdgas-Gemisch anbietet", betont Lücking stolz. Die etablierte Gaswirtschaft dagegen argumentiert immer, Biogas lohne sich nur, wenn man es subventioniert durch diverse Vergütungen aus dem EEG in Kraft-Wärme-Kopplung verstrome. "Lichtblick-Gas kostet monatlich 9,90 Euro und 6,25 Cent pro Kilowattstunde und ist damit voll konkurrenzfähig zu den Tarifen der etablierten Gasversorger"; trommelt der Hamburger Ökoversorger für sein Angebot. Wo er das Erdgas so günstig eingekauft hat, dass er Mischgas wettbewerbsfähig anbieten kann, will er nicht sagen.

Das neue Gasangebot will man in Hamburg aber auch als Angriff auf die etablierte Gaswirtschaft verstanden wissen, die sich weiter mit allen Mitteln neuen Anbietern widersetze, wie der Unternehmenssprecher meint. Die Regularien des Gasnetzzugangs seien weiter "unhaltbar und überhaupt nicht massengeschäftstauglich", klagt Lücking. Die "Diskriminierung neuer Anbieter ist offensichtlich", berichtet er über seine Erfahrungen mit den Netzbetreibern. Auch die Entgelte für die Nutzung der Gasnetze seien weiter zu hoch. "Wir werden jetzt auch im Gasmarkt dafür kämpfen, dass unlauteren Geschäftspraktiken ein Riegel vorgeschoben wird", kündigte Lichtblick-Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz an.

"Das erste Jahr nutzen wir, um im Gasmarkt zu lernen", umreißt Gero Lücking die Vorgaben. Zu den angestrebten Kundenzahlen will er sich nicht recht äußern. Nur Potentiale werden umrissen. Von den 130 000 Lichtblick-Stromkunden in den fünf Bundesländern, für die das Gasangebot momentan gilt, hätten etwa die Hälfte einen Gasanschluss. Das bislang eingekaufte Biogas würde wiederum leicht reichen, um davon etwa die Hälfte, also etwa 30 000 Haushalte, mit dem Öko-Mischgas zu versorgen.


 
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Montag, 17.09.2007, 13:55 Uhr