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Enerige & Management > Effizienz - Mehr Effizienz mit Wasserstoff
Bild: Fotolia.com, Photo-K
EFFIZIENZ:
Mehr Effizienz mit Wasserstoff
Braucht die Energiewende eine Wasserstoffwirtschaft, die Ökostrom umwandelt und damit vielfältig nutzbar sowie speicherfähig macht? Die Energiewirtschaft diskutiert zunehmend darüber.
 
„Ein Energiesystem braucht Speicher“, sagt Jörg Müller. Deshalb seien Sektorkopplung und die Umwandlung von erneuerbarem Strom in Wasserstoff sehr wichtig für die Fortsetzung der Energiewende, so der Vorstand des ostdeutschen Energieproduzenten Enertrag beim Energie-Gipfel der Zeitung Handelsblatt in Berlin.

Wasserstoff sei der einzige Energieträger, der mit Strom produziert und gut gespeichert werden könne. Beispielsweise in Erdgasspeichern, was um ein Mehrfaches kostengünstiger sei als ein Batteriespeicher für Strom. Außerdem könnten im Gasnetz bis zu 20 % Wasserstoff, dem Erdgas beigemischt, transportiert werden.

Erneuerbarer Wasserstoff ermögliche zudem deutliche Effizienzfortschritte bei der Energienutzung, weil er beispielsweise in Brennstoffzellen mit 60 % Wirkungsgrad sehr effizient in Nutzenergie umgewandelt werden könne. In einem mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenauto gehe wesentlich weniger Energie verloren als in einem Fahrzeug mit Verbrennungsantrieb. Müller hält es deshalb für vernünftig, den Wasserstoff aus der Sektorkopplung erst einmal für den Verkehrsbereich einzusetzen.

Die dafür nötige Technik sei erprobt und müsse nicht mehr auf den Prüfstand, so Müller weiter. Es liege nicht an der Technik, dass Sektorkopplung so wenig zum Einsatz komme. Enertrag erzeuge seit Jahren im brandenburgischen Prenzlau in einer Power-to-Gas-Anlage Wasserstoff aus Windstrom. „Und wir würden gerne weitere Wasserstoffanlagen bauen“, so der Manager.

Doch derartige Sektorkopplungsprojekte seien „kaum noch auf die Straße zu bekommen“, weil dem regulatorische und gesetzliche Hürden entgegenstünden. Der Strom sei beispielsweise mit viel zu hohen Abgaben belastet, um in der Sektorkopplung eingesetzt werden zu können.

Abgabensystem auf CO2-Intensität ausrichten

Müller forderte deshalb, die Belastungen der Energieträger stärker an ihrer CO2-Intensität auszurichten, um die Nutzung von erneuerbaren Energien attraktiver zu machen. Technische Regeln für die Einspeisung von Wasserstoff in das Gasnetz stellt er ebenso infrage.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte zu Beginn der Tagung darauf hingewiesen, dass für die Fortsetzung der Dekarbonisierung der Energiewirtschaft die Sektorkopplung zunehmend wichtig werde. Und die gehe am besten mit Wasserstoff, so der Minister. Die Bundesregierung werde zur weiteren Entwicklung und zum Testen der dazu nötigen Wasserstofftechnik Fördermittel für „vier große Reallabore“ zur Verfügung stellen.

Und selbst große Erdgasproduzenten gehen davon aus, dass Wasserstoff in Zukunft eine Rolle in der Energiewirtschaft spielen wird. Er glaube, dass sich längerfristig ein Weltmarkt für Wasserstoff bilden werden, sagte beim Energie-Gipfel Dirk Warzecha, Vorstand bei der Deutschen Erdöl AG (DEA) in Hamburg. Das werde jedoch noch zehn bis zwanzig Jahre dauern.

Gasproduzenten haben indes weniger die Wasserstoffproduktion aus erneuerbarem Strom im Auge, als die Herstellung aus Erdgas mit Methoden, die Treibhausgasemissionen verhindern sollen. Darauf wies in Berlin auch Irene Rummelhoff vom norwegischen Energiekonzern Equinor hin.

 
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Donnerstag, 24.01.2019, 16:43 Uhr