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Enerige & Management > Smart Meter - Mehr Gateways zum Nutzen von Netz und Kunden
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Mehr Gateways zum Nutzen von Netz und Kunden
Die Stawag-Schwestergesellschaft Regio IT testet intelligente Messsysteme im Feld. Als Gateway-Administrator tritt das Unternehmen auch überregional an.
 
Während sich die großen Energiekonzerne als Smart-Meter-Gateway-Administratoren den Messstellenbetreibern andienen, steigen auch immer mehr Unternehmen mit kommunalem Hintergrund in den bundesweiten Wettbewerb ein.

Jüngster Neuzugang auf der Internetseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), welche die gemäß § 25 Messstellenbetriebsgesetz zertifizierten Unternehmen auflistet, ist die Regio IT aus Aachen. Die Tochtergesellschaft der EVA Konzern-Holding und Schwestergesellschaft der Stadtwerke Aachen (Stawag) hat ihre bereits seit 2009 bestehende Zertifizierung nach ISO 27001 entsprechend der technischen Richtlinie 03109-6 des BSI erweitert. Demnach darf sie nun sämtliche Leistungen rund um den intelligenten Messstellenbetrieb erbringen. Für Messstellenbetreiber bedeutet das, dass sie die Gateway-Administration an Regio IT outsourcen können oder dass Messstellenbetreiber mit einer Software-as-a-Service-Lösung des Dienstleisters selbst die Funktion wahrnehmen können.

Mehrspartigkeit und Schnittstellen im Fokus

Naheliegender Kunde sind die Stadtwerke Aachen. Mit diesen führte der IT-Dienstleister bereits im Rahmen des sogenannten Smart-Watts-Projekts einen Feldversuch mit 250 elektronischen Zählern bei Haushaltskunden in Aachen durch. Der Feldtest sollte zeigen, inwieweit Transparenz beim Energieverbrauch, komfortable IT-Anwendungen, intelligente Steckdosen und in einigen Fällen sogar intelligente Hausgeräte als Anreize für energieeffizientes Verhalten und eine bessere Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch dienen können.

„Darüber hinaus läuft seit drei Jahren ein Konzernprojekt mit der Stawag, mit deren Tochtergesellschaften Infrawest als Verteilnetzbetreiber und Factur als Abrechnungsdienstleister sowie der Regio IT, bei dem es vor allem um die Funktion der IT-Landschaft im intelligenten Messstellenbetrieb und um die damit verbundenen Prozesse geht“, erklärt Thomas Schulz, Projektleiter bei der Regio IT.

Wie sehen System- und Prozessschnittstellen aus? Wie können auch andere Sparten wie Wasser und Wärme in intelligente Messsysteme integriert werden? Das sind wesentliche Fragen, mit denen sich Schulz und seine Kollegen beschäftigen. Ihre Erkenntnisse gewinnen sie aus einem Feldtest mit 50 intelligenten Messsystemen, die mittlerweile bei Gewerbekunden in Aachen ausgerollt sind.

Mit Erfahrungen aus dem heimischen Netzgebiet punkten

Doch nicht nur in Aachen soll die Stawag-Schwester als Gateway-Administrator tätig sein. Die Verantwortlichen hoffen auch, bundesweit mit den Erfahrungen aus dem heimischen Netzgebiet zu punkten. „Die Kunden schätzen unser kommunales Umfeld“, so Schulz. Schließlich seien diese als grundzuständige Messstellenbetreiber in der Regel selbst Netztöchter von Stadtwerken. Und außerdem sei die Erfahrung als Gateway-Administrator, der im eigenen Konzern eine erhebliche Anzahl von Messstellen betreue, ein gewichtiges Pfund im Wettbewerb. In Zahlen ausgedrückt: Bis 2032 werden durch die Netzgesellschaft der Stadtwerke Aachen insgesamt 46 000 Smart Meter Gateways in Betrieb genommen werden. Dazu kommen noch insgesamt rund 400 000 moderne Messeinrichtungen (elektronische Zähler ohne Kommunikationseinheit, die der Gesetzgeber bei Verbrauchern mit weniger als 6 000 kWh pro Jahr vorgesehen hat) in der Aachener Stadtregion sowie in den Städten Rösrath und Wachtberg.

Doch unter den Messstellenbetreibern und Gateway-Administratoren gibt es immer wieder Unternehmen, die überlegen, die an sich „unintelligenten“ modernen Messeinrichtungen mit einem Smart Meter Gateway zu versehen, um sie damit für datenbasierte Mehrwertdienste nutzbar zu machen. Auch bei der Regio IT gibt es solche Überlegungen. „Sowohl für den Kunden als auch für den Netzbetreiber sind die Zählerdaten wichtig“, sagt Schulz. Er geht davon aus, dass Zähler mit Gateway in den nächsten Jahren Standart sein werden, wenn mehr E-Autoladestationen in Haushalten anzutreffen sind und die Eigenerzeugung der Privaten noch weiter steige. „Denn auch die Verteilnetzbetreiber benötigen detaillierte Informationen über Erzeugung und Verbrauch in ihrem Netzgebiet.“

Nach Ansicht von Schulz werden neben den Haushalten auch Gewerbebetriebe wie die typischen Filialisten, für die intelligente Messeinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben sind, von der neuen Technologie profitieren. „Bei ihnen versprechen die sehr effizienten intelligenten Messsysteme gegenüber den bisherigen relativ teuren Zählern für eine registrierende Leistungsmessung eine deutliche Kostenreduktion im Energiemanagement.“

Während viele Messstellenbetreiber und ihre Dienstleister bereits angekündigt haben, nur die gesetzlich geforderte Mindestzahl an intelligenten Messsystemen in den ersten drei Jahren auszurollen, nämlich 10 % des gesamten Pflichteinbaus, laufen die Planungen bei Regio IT auf einen linearen Rollout hinaus: ein Elftel der Gesamtzahl pro Jahr. Denn, so rechnet Schulz vor, nach 10 % in den Jahren bis 2021 seien dann 90 % in acht Jahren fällig. Wer zu lange warte, laufe möglicherweise Gefahr, Probleme mit der Logistik zu bekommen. Denn Dienstleister mit ihren Monteuren könnten letztlich zur knappen Ressource werden.

 
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Dienstag, 22.08.2017, 12:44 Uhr