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Enerige & Management > Meinung - Mehr Wumms für Solarstrom
Bild: Denis Junker, Fotolia
MEINUNG:
Mehr Wumms für Solarstrom
Die überfällige Streichung des solares Förderdeckels wird der PV hierzulande neue Chancen bei Privathaushalten und Gewerbe eröffnen. Ein Kommentar von E&M-Chefreporter Ralf Köpke.
 
Endlich! Fast in letzter Minute hat der Bundestag die Abschaffung des Solarförderdeckels in Höhe von 52.000 MW beschlossen, die Zustimmung im Bundesrat am 3. Juli ist reine Formsache.

Die überfällige Streichung der Förderobergrenze für kleinere Solaranlagen bis 750 kW Leistung ist keine energiepolitische Glanzleistung der schwarz-roten Regierungskoalition gewesen. Dass sich insbesondere einflussreiche Teile der Union monatelang von der Solarbranche haben bitten und anbetteln lassen müssen, erhöht nicht ihre Glaubwürdigkeit für ein Gelingen der Energiewende.

Auf jeden Fall eröffnet die Streichung der Fördergrenze der Photovoltaik neue Chancen. Das im vergangenen Herbst von der Bundesregierung vorgestellte Klimaprogramm sieht eine Verdoppelung der Solarstromleistung auf rund 100.000 MW bis zum Jahr 2030 vor, die nun angepackt werden kann. Diese Marke sollte aber nur das untere Ende des angestrebten Ausbauziels bleiben. Denn das Potenzial bei Wohnungsgesellschaften, Gewerbebetrieben sowie Privat- und Mieterhaushalten ist längst noch nicht ausgereizt. Eigentlich gehört auf jedes Dach eines neuen Hauses ein Solarkraftwerk, für die Politik wäre es ein Leichtes, in den Ländern die entsprechenden Bauordnungen zu ändern.

Der Solar-Aufschwung bringt Arbeitsplätze

Der sich abzeichnende Solar-Aufschwung wird sicherlich neue Arbeitsplätze schaffen. Was für den konjunkturellen Re-Start nach der Corona-Pandemie eine wichtige Botschaft ist. Mittlerweile mehren sich hierzulande bereits die Anzeichen für eine Wiedergeburt der Solarzellenproduktion. Sicherlich wird nicht mehr das Niveau der Jahre 2008-2012 erreicht, aber jeder neue und wiedergewonnene Arbeitsplatz in der Solarindustrie zählt.

Die Photovoltaik steht in deutschen Landen vor einem großen Wumms, ihr Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten: Denn der Preisverfall der Module und die sicherlich noch zu erwartenden technischen Verbesserungen machen die Solartechnik zu einem Commodity-Produkt. Daher gibt es nach wie vor auch Chancen für Energieversorger – alleine und in Kooperationen – ins Solargeschäft einzusteigen. Dabei sind sicherlich nicht große Margen zu gewinnen, aber Kundenbindung und ein Reputationsgewinn sind auch Werte, die zählen.

Schwarz-Rot in Berlin wäre gut beraten, der Photovoltaik nach Streichung des Solardeckels im Herbst nicht gleich neue Steine in den Weg zu legen. Dann stehen die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie die Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbaren-Richtlinie aus Brüssel (Stichwort: RED II) an. Dabei stehen unter anderem der künftige Umgang mit den Prosumern und der Altanlagen auf der Tagesordnung, von denen ab Beginn des kommenden Jahres immer mehr aus der EEG-Vergütung fallen und aus klimapolitischen Gründen eine wirtschaftliche Perspektive brauchen. Der dafür bereits vorliegende Vorschlag des Umweltbundesamtes, den Marktwert für den Solarstrom an die Altanlagenbetreiber durchzureichen, hat durchaus einigen Charme.

Es wäre für den Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien wünschenswert, wenn der Ausbau der Photovoltaik in der kommenden Zeit nicht so krampfartig verlaufen würde wie zuletzt.
 
Ralf Köpke ist Chefreporter bei Energie und Management
Bild: Evi Ludwig

 

 
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