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Enerige & Management > Wärme - Mehrzahl der iKWK-Zuschläge gehen an Stadtwerke
Bild: Detlef, Fotolia.com
WÄRME:
Mehrzahl der iKWK-Zuschläge gehen an Stadtwerke
In den nächsten Monaten werden die ersten Anlagen gebaut, die bei den neu eingeführten Ausschreibungen für innovative Kraft-Wärme-Kopplungsprojekte Zuschläge erhalten haben.
 
Im Juni 2018 fand die erste Ausschreibung für innovative KWK-Systeme (iKWK) statt. Seitdem sind 13 iKWK-Projekte in insgesamt drei Ausschreibungsrunden bezuschlagt worden.

Wer einen Zuschlag erhält, ist verpflichtet, das Projekt innerhalb von 48 Monaten zu realisieren. Die Zulassungsphase, in der die Mindestanforderungen nachgewiesen werden müssen, beträgt nochmals maximal zwölf Monate.

Bei einem solchen System muss eine flexible KWK-Anlage mit erneuerbarer Wärme beispielsweise aus Solarthermie oder mit einer Wärmepumpe kombiniert werden. Zugleich besteht der Gesetzgeber darauf, das System in ein Wärmenetz einzubetten. Durch die Förderung der iKWK soll der KWK Zukunftsperspektiven eröffnet und die Nutzung erneuerbarer Energien in Wärmenetzen vorangetrieben werden.

Beim Vergleich der drei ersten Ausschreibungsrunden ist interessant, dass die Gebotswerte nach oben gingen: Der niedrigste erhöhte sich von 8,47 Ct/kWh (Juni 2018) auf 9,70 Ct/kWh bei der Ausschreibung im Juni 2019. Der höchste Gebotswert lag bei 10,94 Ct/kWh und stieg ebenfalls auf nunmehr 11,89 Ct/kWh.

Alle drei Ausschreibungen waren bisher unterzeichnet, was sicherlich mit der Komplexität der Systeme zusammenhängt. Die Zuschläge sind jedoch überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Bei der klassischen KWK-Ausschreibung lagen die bezuschlagten Gebote zwischen 3,93 Ct/kWh und 4 Ct/kWh.

Und noch etwas ist auffällig bei den iKWK-Projekten: Viele Zuschläge gingen an Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke. Die Stadtwerke Heidelberg haben gleich zweimal den Zuschlag erhalten (Dezember 2018 und Juni 2019).

Stadtwerke Heidelberg können mit zwei Geboten punkten

Das Anlagenkonzept der Heidelberger war beide Male identisch: Die Anlage besteht aus einem BHKW mit jeweils 2 000 kW elektrischer und thermischer Leistung und wird 3 000 Stunden pro Jahr betrieben. Die erzeugte Wärmemenge beträgt 6 000 MWh. Der regenerative Anteil, der bei der iKWK-Ausschreibung gefordert wird, ist durch Wärmepumpen sichergestellt. Deren thermische Leistung beträgt 1 500 kW, die Wärmeerzeugung 2 400 MWh. Ergänzt wird das BHKW durch eine Power-to-Heat-Anlage mit 600 kW. Die geplanten Investitionen für die beiden Anlagen im Energiepark Pfaffengrund des Unternehmens betragen jeweils 4 Mio Euro.

Wie bei der Mehrzahl der geplanten Systeme kommt auch bei den Heidelbergern eine Wärmepumpe zum Einsatz. Solarthermie als regenerativen Wärmeerzeuger wollen bisher lediglich die Stadtwerke Greifswald nutzen. Ob sich weitere Betreiber dafür entscheiden oder doch für die Wärmepumpenlösung, ist unklar, da bei manchen Projekten die genaue Zusammensetzung des Systems noch nicht veröffentlicht wurde.

Die Solarthermieanlage in Greifswald soll jedenfalls 7 GWh Wärmemenge jährlich bereitstellen bei einer Größe von rund 40 000 Quadratmetern − das entspricht sechs Fußballfeldern. Bei der Anlage werden zusätzlich ein 4,5-MW-BHKW und ein 5-MW-Power-to-Heat-Aggregat verbaut. Außerdem ist ein Wärmespeicher für 250 MWh vorgesehen.

Wenn eine Solarthermieanlage eingesetzt werden soll, muss noch genauer gerechnet werden. Denn bei der iKWK fordert das KWKG zwingend, dass der erneuerbare Wärmeerzeuger pro Jahr mindestens 30 % der Referenzwärme bereitstellt und er darf nur einer KWK-Anlage zugeordnet sein. Wenn die Solarwärme daher einen Großteil des Netzwärmebedarfs liefern soll, müssen Überschüsse mit eingeplant werden, um auf die geforderte Menge zu kommen (mehr dazu auf Seite 30). Zudem ist der Flächenverbrauch hoch. Bei Unterschreitung droht eine Verringerung des Zuschlagswerts.

Die ersten Projekte müssen im kommenden Jahr umgesetzt werden, um die Frist von 48 Monaten einzuhalten. Für die nächste Ausschreibung können Betreiber bereits wieder Gebote bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die Frist läuft bis 2. Dezember; das Ausschreibungsvolumen beträgt 25 MW.

Die notwendigen Bestandteile eines iKWK, das zwingend an ein Wärmenetz angeschlossen sein muss, sind folgende:
  • eine neue oder modernisierte KWK-Anlage (Mindestgröße 1 MW),
  • ein fabrikneuer regenerativer Wärmeerzeuger,
  • ein elektrischer Wärmeerzeuger,
  • Mess- und Regeltechnik, damit die Komponenten gemeinsam gesteuert werden können.
 
Ausschreibungsergebnisse iKWK
Ausschreibung 1. Juni 2018 3. Dezember 2018 3. Juni 2019
ausgeschriebene Menge (MW) 25 29,12 30,39
Zuschlagsmenge (MW) 20,88 12,96 22,49
zulässiger Höchstwert in Ct/kWh 12 12 12
niedrigster Gebotswert in Ct/kWh 8,47 7,99 9,70
höchster Gebotswert in Ct/kWh 10,94 11,97 11,08
Quelle: BHKW-Consult Rastatt, Bundesnetzagentur

 
Übersicht bezuschlagter iKWK-Projekte
Ausschreibung Bieter
1. Juni 2018 Stadtwerke Bad Reichenhall KU
1. Juni 2018 Stadtwerke Bayreuth Energie und Wasser GmbH
1. Juni 2018 Stadtwerke Greifswald GmbH
1. Juni 2018 Stadtwerke Lippstadt GmbH
1. Juni 2018 Glood GmbH Power to Heat, Rosenheim
3. Dezember 2018 Ahrtal-Werke GmbH
3. Dezember 2018 Glood GmbH Power to Heat, Rosenheim
3. Dezember 2018 Stadtwerke Heidelberg Umwelt GmbH
3. Juni 2019 Stadtwerke Bietigheim-Bissingen GmbH
3. Juni 2019 BTB Blockheizkraftwerks-Träger und Betreibergesellschaft mbH Berlin
3. Juni 2019 Stadtwerke Heidelberg Umwelt GmbH
3. Juni 2019 Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH
3. Juni 2019 Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG
Quelle: Bundesnetzagentur

 
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Mittwoch, 13.11.2019, 09:19 Uhr