• Kaum Bewegung bei Strom und Gas, CO2 etwas schwächer
  • Mehr Flächen für Windturbinen durch weniger Drehfunkfeuer
  • Stromerzeugung und Agraranbau in einem
  • Gasag-Gruppe visiert klimaneutrale Zukunft an
  • Diese Plattform ist "ein bisschen zu früh gekommen"
  • Batterierecycling mit Hindernissen
  • Mehr Strom aus fossilen Energieträgern im ersten Quartal 2021
  • "Wir müssen jetzt Gas geben!"
  • Das Jahrzehnt wird deutlich wärmer
  • RWE startet Bau von 1,4-GW-Windpark
Enerige & Management > Bilanz - MVV steigert Ergebnis
Bild: Andrey Popov, Fotolia
BILANZ:
MVV steigert Ergebnis
Der Mannheimer Energieversorger MVV verbessert das operative Ergebnis im ersten Halbjahr um 16 %. Erneuerbaren Energien bringen das Geschäft zusehends voran. 
 
Die Zeichen stehen auf Wachstum. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete das Energieunternehmen MVV ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 223 Mio. Euro – ein Plus von 16 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz des börsennotierten kommunalen Versorgers wuchs um 4 % auf 2,1 Mrd. Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss – nach Fremdanteilen – stieg um 19 % auf 113 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie kletterte entsprechend von 1,45 Euro auf 1,71 Euro. „Ein starkes Halbjahr“, bilanzierte MVV-Chef Georg Müller bei der Vorstellung der Geschäftszahlen. „Unser klarer Kurs Klimaneutralität trägt auch wirtschaftlich Früchte.“

Für den Fall, dass es in den nächsten Monaten nicht zu coronabedingten Rückschlägen kommt, geht der Vorstandsvorsitzende von einem „deutlichen Anstieg“ des operativen Ergebnisses und einer „moderaten Steigerung“ der Umsatzerlöse für das gesamte Jahr aus.

Zum Wachstum in den ersten beiden Quartalen haben nach Angaben des Unternehmens alle operativen Geschäftssegmente beigetragen. MVV verwies etwa auf die übernommene Fernwärme Rhein-Neckar GmbH, das Ende 2019 in Betrieb gegangene Kieler Gasheizkraftwerk sowie das Projektentwicklungsgeschäft für erneuerbare Energien.

Der im Vergleich zum Vorjahr kältere Winter und das niedrigere Windaufkommen, das auch zu einem Rückgang der Stromerzeugung aus erneuerbaren Anlagen führte, hätten sich im Hinblick auf das Ergebnis weitgehend ausgeglichen, heißt es.

Kurs auf Grün

„Wir halten unser Tempo auf dem Weg zur Klimaneutralität weiter hoch“, sagte Müller. Gegenwärtig stammten bereits rund 30 % der Fernwärme für Mannheim und die Region aus klimaneutralen Quellen. Diesen Kurs werde man weiter gehen und dabei auf erneuerbare Energien aus der Region setzen.

Was Solar- und Windenergie betrifft, entwickelte das Unternehmen in den zurückliegenden sechs Monaten Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 263 MW. Das waren 74 % mehr als in in der gleichen Zeit ein Jahr zuvor. Die Leistung der Erneuerbaren-Anlagen, bei der die MVV die Betriebsführung übernommen habe, sei um 9 % auf 3.757 gestiegen. Windparks, die von den Tochtergesellschaften Juwi und Windwärts in Hessen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern entwickelt wurden, schlagen mit 540 MW in der eigenen Stromerzeugung zu Buche.

Bei Juwi steht ein Fragezeichen hinter einer Personalie: Vorstandschef Michael Claas, in dessen Aufgabenbereich die Projektentwicklung lag, tritt vorzeitig ab, wie am 11. Mai bekannt wurde. Sein Vertrag hätte eigentlich bis Ende 2023 gegolten. 

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom April zur Klimaschutzgesetzgebung sieht das Mannheimer Energieunternehmen als „zusätzlichen Schub“ für seinen Kurs. „Dieses Urteil ist vor allem eine Chance für eine langfristiger ausgerichtete Energiepolitik“, sagte Müller. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse deutlich forciert werden.
 
MVV Kennzahlen 1. Halbjahr
(Oktober 2020 bis März 2021)
1. Halbjahr
(Oktober 2019 bis März 2020)
Bereinigter Umsatz (Mio. Euro) 2.078 2.004
Bereinigtes Ebit (Mio. Euro) 223 193
Bereinigter Periodenüberschuss
nach Fremdanteilen (Mio. Euro)
113 95
Mitarbeiter (Stichtag: 31. März) 6.301 6.155
Quelle: MVV
 

Manfred Fischer
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 12.05.2021, 15:44 Uhr

Mehr zum Thema