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Enerige & Management > Fusion - Natgas schlittert in die Insolvenz
Bild: Dmitry Naumov / Fotolia
FUSION:
Natgas schlittert in die Insolvenz
Weil die Banken Kreditlinien nicht verlängert haben, hat das Potsdamer Handelshaus Natgas einen Insolvenzantrag gestellt.
 
Der Energiedienstleister Natgas AG mit Sitz in Potsdam hat am 26. September die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Nach Auskunft des Unternehmens soll es sich hierbei um ein vorläufiges Insolvenzverfahren handeln, die Geschäfte würden deshalb ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Dass es bei dem Brandenburger Unternehmen hinter den Kulissen seit geraumer Zeit kriselt, zeigte der Rausschmiss des langjährigen Alleinvorstandes Jörg Bauth im Juni dieses Jahres. Zudem wussten Brancheninsider über Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern über eine notwendige Kapitalerhöhung zu berichten.

Dieses Geld hat dem Natgas-Management wohl für die Zwischenfinanzierung der operativen Geschäfte gefehlt, was sich zwischen den Zeilen einer Unternehmensmitteilung der Friedrich Scharr KG entnehmen lässt: „Die seit Monaten intensiv und mit externer Begleitung geführten Verhandlungen über eine Verlängerung der Kreditlinien waren leider nicht erfolgreich“, heißt es in der Stellungnahme des Stuttgarter Gas- und Ölhändlers, dem seit einigen Wochen größten Einzelgesellschafter von Natgas.

Wochenlange Gerüchte über angeblichen Gesamtverkauf

Die Kreditzusagen wären nur bis zum 30. September befristet gewesen. Die Schwaben hatten erst im August die Anteile des bisherigen Mitgesellschafters, dem Tanklagerlogistiker Marquard & Bahls AG aus Hamburg, übernommen. Vor dieser Anteilsübernahme waren wochenlang Gerüchte über einen angeblich geplanten Gesamtverkauf von Natgas an einen neuen Eigentümer im Umlauf gewesen.

Für die Schieflage von Natgas macht Scharr vor allem dem früheren Vorstand Bauth verantwortlich: „Der Aufsichtsrat hat vermutlich dem alten Vorstand zu lange das Vertrauen geschenkt und zu spät erkannt, dass er einerseits mit der Führung der Gesellschaft im aktuellen, sehr schwierigen Marktumfeld überfordert war und andererseits den Aufsichtsrat über die wahre Situation der Gesellschaft bewusst im Unklaren gelassen hat“, heißt es in der Unternehmensmitteilung aus Stuttgart.

Die vor gut zwei Jahrzehnten gründete Natgas AG hatte sich in den letzten Jahren vom reinen Erdgaslieferanten für Stadtwerke und Industrie zum Strom- und Gashändler und weiter zum IT-basierten Energielösungsanbieter und Kostenoptimierer entwickelt. Auch bei der Direktvermarktung erneuerbarer Energien hatte Natgas zuletzt sein Portfolio mit einem Volumen von 2 200 MW (Stand: Mitte 2019) kräftig ausbauen können. Im Geschäftsjahr 2018 setzte Natgas rund 165 Mrd. kWh Gas und Strom ab und erwirtschaftete dabei mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 3,6 Mrd. Euro.

Auf den Insolvenzantrag von Natgas hat der Wettbewerber Ampere AG bereits reagiert. Auf der Webseite des Berliner Energiehändlers heißt es – adressiert an bisherige Natgas-Kunden: „Sobald Sie infolge der Natgas Insolvenz in der Ersatzversorgung sind, schreiben wir Ihren Energiebedarf kurzfristig aus und kümmern uns darum, dass Sie schnellstmöglich – soweit im Rahmen der gesetzlich möglichen Fristen, gegebenenfalls auch rückwirkend – mit einem seriösen, günstigen Sondervertrag ausgestattet sind.“
 

 
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Freitag, 27.09.2019, 14:57 Uhr