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Bild: Fotolia.com, topae
IT:
Netzbetreiber rangeln um Daten
Der BDEW bleibt dabei: Auch Zählerdaten aus Smart Metern sollten nicht ohne Plausibilisierung durch die Verteilnetzbetreiber von den Übertragungsnetzbetreibern genutzt werden.
 
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Digitalisierung der Energiewende, der die Einführung von so genannten intelligenten Energiezählern in den nächsten Jahren regeln soll, sieht unter anderem vor, dass Messdaten aus diesen Zählern direkt an die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) übermittelt werden.

Dies stößt bei den Verteilnetzbetreibern (VNB) auf Widerstand. Neben dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) wendet sich auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entschieden gegen diese Veränderung und plädiert dafür, die eingespielte Rollenverteilung beizubehalten.

Bislang sind die VNB dafür zuständig, Zählerdaten zu aggregieren, zu plausibilisieren und dann dem Übertragungsnetzbetreiber zur Verfügung zu stellen, der sie für Bilanzkreisabrechnung braucht. „Wir sind der Auffassung, dass es sinnvoll ist, bei der derzeitigen Systematik zu bleiben“, bekräftigte BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand am 23. März in Berlin.

Ein Argument des BDEW dafür ist, dass es auch in einigen Jahren noch so sein werde, dass 80 % der Haushalte und Gewerbebetriebe mit herkömmlichen Zählern und nicht mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sind. Weyand warnt in diesem Zusammenhang vor einer Dopplung zahlreicher Prozesse und den damit verbundenen Kosten, wenn ein Teil der Daten direkt an die ÜNB gehen soll.

Noch keine automatische Messdatenverarbeitung

Weil die VNB weiter für die Validierung der Messdaten aus den herkömmlichen Zählern verantwortlich seien und weil derzeit auch mit intelligenten Zählern noch keine automatische Verarbeitung der Messdaten möglich sei, halte es der BDEW für sinnvoll, die Aggregation der gesamten Messdaten bei den VNB zu belassen. Die im Gesetzentwurf vorgesehene direkte Verwendung von Daten aus den intelligenten Zählern berge die Gefahr, dass ÜNB und VNB mit unterschiedlichen Datensätzen arbeiten.

Es wäre daher folgerichtig, wenn die Verteilnetzbetreiber auch künftig das Mandat hätten, die anfallenden Daten für die Energiebelieferung zu aggregieren, appelliert Weyand an den Gesetzgeber. Die aktuelle Aufgabenteilung zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern laufe effizient und schaffe einen hohen Grad an Systemsicherheit.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW, vertreten eine andere Auffassung in Bezug auf den Daten-Zugriff. Messdaten aus intelligenten Zählern könnten künftig täglich direkt an den ÜNB übermittelt werden, „eine Aggregation dieser Daten auf Ebene des VNB ist technisch nicht mehr notwendig“, heißt es in einer Stellungnahme der ÜNB. Vielmehr würden durch die direkte Übermittlung „bestehende Prozesse deutlich optimiert, die Effizienz verbessert und Interessenskonflikte vermieden“.

Der Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende wird im April im Bundestag diskutiert und soll in diesem Jahr in Kraft treten.

 
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Mittwoch, 23.03.2016, 17:43 Uhr