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Enerige & Management > Stromnetz - Neue Aufgaben für Erneuerbare
Bild: Peter Holz
STROMNETZ:
Neue Aufgaben für Erneuerbare
Auch Solar- und Windkraftwerke sind technisch in der Lage, Systemdienstleistungen für die Netzstabilität bereitzustellen, die bislang überwiegend von konventionellen Kraftwerken erbracht wurden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena).
 
Der Umbau der Energieversorgung zu einem überwiegend von erneuerbarer Erzeugung getragenen System erfordert auch eine Umstellung der Steuerung und Überwachung des Stromnetzes. Bisher wurden von den Übertragungsnetzbetreibern für Systemdienstleistungen wie Frequenz- und Spannungshaltung, die sie für die Systemsicherheit brauchen, überwiegend konventionelle Kraftwerke herangezogen.

Das ist künftig so nicht mehr nötig. „Man kann konventionelle Kraftwerke ersetzen“, sagte Christian Rehtanz, Professor an der TU Dortmund und wissenschaftlicher Sprecher der et.Ruhr GmbH, bei der Vorstellung der dena-Studie „Systemdienstleistungen 2030“ am 18. Februar in Berlin. Rehtanz rechnet mit einem „gleitenden Übergang“ von konventionellen zu regenerativen Kraftwerken, die künftig verstärkt Systemdienstleistungen erbringen werden.

Wie die Studie zeigt, sind Windkraftanlagen und Freiflächen-Solarkraftwerke durchaus in der Lage, beispielsweise zur so genannten Momentanreserve für die Frequenzhaltung im Netz beizutragen. Dezentrale Erzeugungsanlagen in Verteilnetzen könnten auch Blindleistung für die Spannungshaltung bereitstellen. Strom aus regenerativen Erzeugungsanlagen sei zudem als Regelenergie einsetzbar.

„Die Erneuerbaren müssen zunehmend Produkte für Systemdienstleistungen bereitstellen“, forderte bei der Vorstellung der Studie in Berlin Dirk Biermann, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers 50Herzt. Sein Unternehmen habe bereits mit der Neuausrichtung des Systemdienstleistungskonzepts begonnen und Erfahrungen mit Beiträgen des Windparkbetreibers Enertrag zur Spannungshaltung und eines Ökostrom-Direktvermarkters zur Betriebsführung gesammelt.

Auch Erlöse müssen stimmen

Bei den Diskussionen über den Beitrag der Erneuerbaren zu den Systemdienstleistungen geht es jedoch nicht nur um technische Zusammenhänge. Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Zugangsvoraussetzungen zum Markt für Regelenergieleistung müssen verändert werden, forderten Vertreter der an der Studie beteiligen Unternehmen. Außerdem müsse die Erbringung von Systemdienstleistungen sowohl für Stromnetz- als auch für Anlagenbetreiber wirtschaftlich tragbar sein, so die dena. Daher seien geeignete Erlössysteme und die Möglichkeit der kostendeckenden Anrechnung im Rahmen der Stromnetzregulierung zu schaffen.

An die Grenzen kommen die Erneuerbaren beim so genannten Versorgungs-Wiederaufbau, wenn also ein Netz nach einem Zusammenbruch wieder hochgefahren werden muss. Ein dezentraler Versorgungsaufbau sei zwar technisch möglich, aber volkswirtschaftlich nicht effizient, so die Studie. Diesen Teil der Systemdienstleistungen werden also wohl auch in Zukunft konventionelle Kraftwerke erledigen, wie auch Rehtanz anmerkte.

Die dena hat die Studie „Systemdienstleistungen 2030“ im Rahmen einer Kooperation mit 50Hertz Transmission GmbH, ABB AG, Amprion GmbH, Belectric Solarkraftwerke GmbH, Edis AG, Enercon GmbH, EWE Netz GmbH, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, N-Ergie Netz GmbH, Netze BW GmbH, SMA Solar Technology AG, TenneT TSO GmbH, TransnetBW GmbH, Westnetz GmbH, Younicos AG, ef.Ruhr GmbH und TU Dortmund durchgeführt.

 
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Dienstag, 18.02.2014, 16:30 Uhr