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Enerige & Management > Stromnetz - Neuer Generator nur für Blindleistung
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Neuer Generator nur für Blindleistung
Zur Stabilisierung des Stromnetzes nach der geplanten Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld geht Netzbetreiber Tennet neue Wege: Er bestellt einen Generator nur für Blindleistung. Beim Kernkraftwerk Biblis war das Problem noch anders gelöst worden.
 
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet verfolgt für die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld eine grundsätzlich andere Strategie zur Sicherstellung der notwendigen regelbaren Blindleistung als die, die 2011 beim Kernkraftwerke Bibilis angewandt wurde. Tennet hat beim Anlagenbauer Alstom für das Netz nahe des fränkischen Reaktors den Bau eines neuen Generators in Auftrag gegeben, der nicht zur Stromproduktion, sondern ausschließlich für den Betrieb als Phasenschieber vorgesehen ist. Dieser spezielle Generator, der auch als rotierender Phasenschieber bezeichnet wird, soll in einem neuen Umspannwerk (Bergrheinfeld West) in der Nähe des Kernkraftwerks errichtet werden. Das Kraftwerk Grafenrheinfeld wird nach den Vorgaben der schwarz-gelben Bundesregierung für den beschleunigten Atomausstieg von 2011 im Jahr 2015 vom Netz gehen. Dann wird der Generator des Kraftwerks das Stromnetz im Norden des Bundeslands Bayern auch nicht mehr mit der Bereitstellung von Blindleistung stabilisieren können.

Im Jahr 2011 hatte sich dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion durch die plötzliche Abschaltung der beiden Blöcke des Kernkraftwerks Biblis für den Großraum Frankfurt ebenfalls die Frage gestellt, wie noch genügend regelbare Blindleistung zur Verfügung gestellt werden kann. Damals hatten sich Amprion und Kraftwerksbetreiber RWE dafür entschieden, den Leistungsgenerator im Kraftwerk zu einem mitlaufenden Blindleistungs-Generator umzubauen. Den Auftrag für die Umrüstung des Generators im Kraftwerksblock A hatte damals Siemens erhalten.

In Grafenrheinfeld wird jetzt nicht der vorhandene Kraftwerksgenerator umgerüstet, sondern in geringer Entfernung außerhalb des Kernkraftwerks ein komplett neuer Generator für den Blindleistungsbetrieb erbaut. Alstom gibt an, dass der rotierende Phasenschieber in der Lage sein wird, regelbare Blindleistung im Bereich +250 MVar/-175 MVar sowie Kurzschlussleistung bereitzustellen.

Einer der erhofften Vorteile dieser Strategie ist, dass der neue Phasenschieber unmittelbar nach der Stilllegung des Kernkraftwerks zur Verfügung stehen wird und keine Umbaupause notwendig ist. Die Blindleistung bezeichnet den Anteil elektrischer Leistung, der zum Aufbau elektrischer und magnetischer Felder, beispielsweise bei Motoren, verbraucht wird und der deshalb nicht zur Wirkleistung beiträgt. Diese Blindleistung muss nah am Ort ihres Bedarfs erzeugt werden und kann nicht, anders als Wirkleistung, über Hunderte von Kilometern transportiert werden.

 
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Montag, 18.08.2014, 17:24 Uhr