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Enerige & Management > Österreich - Neuregelung bei Netzreserve verzögert sich
Bild: Fotolia, YuI
ÖSTERREICH:
Neuregelung bei Netzreserve verzögert sich
Die EU-Kommission billigte die vom österreichischen Parlament beschlossenen Bestimmungen bis dato nicht, hieß es am Rande einer Podiumsdiskussion auf Einladung der Energiewirtschaft.
 
Am 11. Dezember vergangenen Jahres hat das österreichische Parlament neue Regelungen für die Netzreserve beschlossen, also das Vorhalten von Kraftwerken für den stabilen Betrieb des Übertragungsnetzes. In Kraft sind diese allerdings noch nicht, hieß es am 25. Februar am Rande einer Podiumsdiskussion auf Einladung des Elektrizitätswirtschaftsverbandes Oesterreichs Energie.

Der Grund: Die EU-Kommission hat den Parlamentsbeschluss bis dato nicht gebilligt. Das bestätigte Gerhard Christiner, der technische Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG), auf Anfrage des Energiesprechers der Sozialdemokraten (SPÖ) im Parlament, Alois Schroll.Seiner Meinung nach soll die Kommission den Beschluss sogar "zurückgewiesen" haben. Christiner beschied dazu, dies sei nicht der Fall. Seiner Kenntnis nach arbeite die Kommission "sehr intensiv an der Notifizierung". Warum diese noch nicht erfolgte, "wissen wir nicht. Aber wir hätten Kenntnis, wenn es irgendwelche schwerwiegenden Probleme gäbe."

Unumstritten ist, dass ein baldiger Abschluss des Notifizierungsverfahrens hilfreich wäre. Im Rahmen der noch in Kraft befindlichen alten Regeln zur Netzreserve hat die APG bis 30. September Kraftwerke mit insgesamt 3.600 MW Leistung unter Vertrag. Die neuen Bestimmungen sehen vor, dass sie alljährlich die benötigte Kapazität festlegt und für maximal drei Jahre ausschreibt. Erhält sie nach zwei Ausschreibungsrunden keine zur Deckung der Kapazität ausreichenden Angebote, hat der Regulator E-Control die Betreiber zur Stilllegung angemeldeter Kraftwerke zu verpflichten, diese gegen Kostenersatz drei Jahre lang vorzuhalten.

Einsatz grüner Gase weiter umstritten

Die geplanten neuen Bestimmungen zur Netzreserve waren ursprünglich Teil des Pakets um das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG-Paket) gewesen. Angesichts der Dringlichkeit einer Neuregelung wurden sie jedoch aus diesem herausgelöst. Die Auseinandersetzungen um das Paket selbst gehen unterdessen weiter. Umstritten ist nicht zuletzt, wie der Einsatz "grüner Gase" wie Biogas und Biomethan geregelt werden soll. Innerhalb der Regierungskoalition spricht sich die ÖVP dem Vernehmen nach dafür aus, die grünen Gase auch in Kraftwerken sowie für Heizzwecke zu nutzen.

Die Grünen um Klima- und Energieministerin Leonore Gewessler bezweifeln jedoch Berechnungen der Gaswirtschaft, denen zufolge hierfür ausreichende Potenziale bestehen. Sie plädieren deshalb dafür, grüne Gase vornehmlich in der Industrie einzusetzen, da sie dort wenig andere Möglichkeiten für eine weitestgehend "dekarbonisierte" Energieversorgung sehen. Befürworter und Gegner beider Positionen bekräftigten in den vergangenen Tagen einmal mehr ihre Standpunkte. Mit einem baldigen Beschluss des EAG-Pakets wird daher kaum noch gerechnet.

Das Hauptthema der eingangs erwähnten Podiumsdiskussion war die Versorgungssicherheit unter den Bedingungen der Energiewende. APG-Vorstand Christiner sowie der Präsident von Oesterreichs Energie, Michael Strugl, bekräftigten einmal mehr, diese lasse sich grundsätzlich weiterhin in der gewohnten hohen Qualität darstellen. Allerdings sei dafür nicht zuletzt die Ertüchtigung und Erweiterung der Übertragungs- und Verteilernetze erforderlich.

Überdies müssten flexible Kraftwerke mit sicher verfügbarer Leistung vorgehalten werden. Strugl betonte: "Das alles wird Geld kosten. Aber wir haben in Texas gesehen, was passiert, wenn man alles dem Markt überlässt und nur auf möglichst niedrige Kosten starrt." Die Politik sei daher gut beraten, das Verständnis der Bevölkerung für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur zu fördern.

 
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