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Enerige & Management > Stromnetz - Noch nicht in Stein gegossen
Bild: Tom Bayer, Fotolia
STROMNETZ:
Noch nicht in Stein gegossen
Bundesnetzagentur will Entwurf für Netzentwicklungsplan „gründlich“ überprüfen
 
Eine „gründliche Überprüfung“ des von den vier Übertragungsnetzbetreibern vorgelegten Entwurfs für den Netzentwicklungsplan 2019-30 hat Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur , auf der „Führungstreffen Energie“-Konferenz im Vorfeld der diesjährigen E-world-Messe angekündigt: „Ich darf nur daran erinnern, dass wir in der Vergangenheit zwischen einem Viertel und einem Drittel der von den Netzbetreibern zusätzlich gewünschten Leitungen nicht genehmigt haben .“

In der fast zeitgleich zu der Energie-Konferenz veröffentlichten Entwurfsfassung haben die vier Übertragungsnetzbetreiber zwei über den Bundesbedarfsplan hinausgehende leistungsfähige Gleichstrom-Verbindungen mit einer Kapazität von insgesamt 4 000 MW gefordert. Diese neuen Leitungen, eine davon eine Seekabelverbindung zwischen Schleswig-Holstein und Wilhelmshaven, sollen Ökostrom aus dem hohen Norden über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg auf einer Gesamtlänge von rund 1 160 km transportieren. Darüber hinaus gehen Amprion, Tennet, 50 Hertz und Netze BW für das sogenannte „Szenario B 2030“ zusätzlich von weiteren rund 2 900 km an Netzverstärkungen im Bestand und rund 450 km an Neubau-Maßnahmen aus, die noch nicht Bestandteil des Bundesbedarfsplans sind.

Nach Worten Frankes, seit 2012 Vizepräsident der Bonner Behörde, stellen sowohl das neue 65-Prozent-Ziel der Regierungsfraktionen für die Ökostromerzeugung bis zum Jahr 2030 als auch die Empfehlungen der Kohle-Kommission die Netzplanung vor neue Herausforderungen: „So manchem beispielsweise in Nordrhein-Westfalen ist noch nicht bewusst, dass sich dieses Bundesland in gut einem Jahrzehnt in einem tiefen grünen Erzeugungstal befindet, die Erzeugungs-Gipfel sind dann in den Küstenregionen zu finden.“

Gleich bei zwei Entwicklungen bekannte sich Franke zu seinen Bauchschmerzen. Mit dem „deutlichen“ Rückgang beim Windkraftausbau an Land sei das ausgelobte 65-Prozent nicht zu schaffen. Ob die derzeitige deutliche Delle allein an der „restriktiven Genehmigungspolitik“ in den Bundesländern liegt, darüber wollte Franke nicht spekulieren: „Es muss einfach wieder mehr im Windsektor passieren, da sind alle Akteure gefordert.“

Auch mehr passieren müsse bei der Optimierung der Bestandsnetze: „Maßnahmen wie das Freileitungsmonitoring, die neue Ausstattung mit Hochtemperaturseilen oder die Lastflussbeeinflussung sind bei unseren Szenarien quasi eingepreist.“ Nur alle diese Maßnahmen müssten die Netzbetreiber auch umsetzen. Franke begrüßte in Essen ausdrücklich den von Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) vorgestellten „Aktionsplan Stromnetz“: „Das ist ein wirklich aussichtsreicher Versuch, um zu einer Beschleunigung beim Stromnetzausbau zu kommen.
Als noch unerprobt im „großtechnischen Maßstab“ dämpfte Franke die Erwartungen an einen schnellen Einsatz von sogenannten Netzboostern, mit denen das n-1-Prinzip bei der Versorgungssicherheit, zeitweise außer Kraft werden könnte. Ein erstes Pilotprojekt mit einem kleinen Netzbooster sehe der nächste Netzentwicklungsplan vor: „Wir bleiben dran bei dem Thema, aber ich warne vor überzogenen Erwartungen in nächster Zeit.“

 
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Montag, 04.02.2019, 16:09 Uhr