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Enerige & Management > Beteiligung - Nordhausen verkauft VNG-Anteile
Bild: Fotolia.com, bluedesign
BETEILIGUNG:
Nordhausen verkauft VNG-Anteile
Die Zahl der kommunalen Aktionäre des ostdeutschen Gasversorgers VNG schrumpft weiter: Nun will mit Nordhausen die letzte Kommune aus Thüringen aussteigen.
 
Die Stadtwerke Nordhausen teilten am 30. September mit, ihren Treuhandvertrag mit der Verbundnetz Gas Verwaltung- und Beteiligungsgesellschaft mbH (VuB), die treuhänderisch die VNG-Aktien der ostdeutschen Kommunen verwaltet, fristgerecht zum Jahresende gekündigt zu haben.

Der hohe finanzielle Druck, der auf dem Stadtwerk laste, erfordere diese Maßnahmen, erklärte Geschäftsführer Mathias Hartung. Als weitere Gründe für den geplanten Verkauf der VNG-Anteile werden Risiken durch Veränderungen am Energiemarkt und in der Aktionärsstruktur der VNG genannt. Ein Wirtschaftsprüfer habe das VNG-Aktienpaket als nicht betriebsnotwendig bewertet und die Veräußerung empfohlen.

Das Nordhäuser Stadtwerk hatte über die Jahre insgesamt 8,2 Mio. Euro in die Beteiligung investiert und hält derzeit noch 0,55 %der VNG-Aktien. Die Kommune hatte nach eigenen Angaben zuletzt pro Jahr durchschnittlich 300 000 Euro Dividende aus ihrer Beteiligung eingenommen.

Nach Jena und Erfurt will nun also mit Nordhausen der dritte kommunale Aktionär aus Thüringen den VNG-Aktionärskreis verlassen. Erfurt will seit Monaten an Leipzig verkaufen, konnte sich aber noch nicht über einen Preis für die Beteiligung einigen. Und der Exodus könnte in anderen Bundesländern weitergehen. In Dresden gibt es seit einiger Zeit Überlegungen zum Ausstieg.

Weitere kommunale Aktionäre sind die Städte Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Hoyerswerda, Leipzig, Lutherstadt Wittenberg, Neubrandenburg, Nordhausen und Rostock. Sie halten über die VuB gemeinsam 25,79 % der Anteile. Auch auf die Nordhäuser Aktien haben die Mitglieder des VuB-Konsortiums ein Verkaufsrecht. Das haben die Kommunen bisher auch immer genutzt, um ihre Sperrminorität in der VNG-Gesellschafterversammlung zu erhalten.

Größter Aktionär mit einem Anteil von 63,69 % an der Verbundnetz Gas AG ist der Oldenburger Regionalversorger EWE AG. Das Unternehmen hatte sich im Frühjahr durch Übernahme der von Wintershall gehaltenen Anteile die Mehrheit im Gesellschafterkreis gesichert. Gazprom Germania hält 10,52 % an VNG.

 
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Mittwoch, 01.10.2014, 13:20 Uhr