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Enerige & Management > Bilanz - OMV mit Ergebniseinbruch
Bild: Andrey Popov, Fotolia
BILANZ:
OMV mit Ergebniseinbruch
Im 1. Quartal 2020 erwirtschaftete der österreichische Öl- und Gaskonzern einen Verlust von 68 Mio. Euro. Das Ebit nach Sondereffekten war um 89 % niedriger als im 1. Quartal 2019.
 

Das Überangebot auf dem Ölmarkt sowie die COVID-19-Pandemie hatten dramatische Auswirkungen auf den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV. Im 1. Quartal 2020 verzeichnete dieser einen Verlust von 68 Mio. Euro, verglichen mit einem Gewinn von 496 Mio. Euro im 1. Quartal 2019. Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten fiel um 8 % auf 699 Mio. Euro. Nach Sondereffekten war das Ebit sogar um 89 % niedriger als im 1. Quartal 2019 und lag bei nur 81 Mio. Euro. Ferner sanken die Umsatzerlöse um 12 % auf 4,76 Mrd. Euro. Aufgrund der stark gefallenen Öl- und Erdgaspreise verzeichnete OMV Lagerhaltungsverluste (CCS-Effekte) von 453 Mio. Euro.

Bei einer Telefonkonferenz betonte Generaldirektor Rainer Seele dennoch, das „integrierte Geschäftsmodell“ der OMV habe sich erneut bewährt. Insbesondere der Rückgang des um Lagerhaltungseffekte bereinigten Ebit vor Sondereffekten um „nur“ 8 % sei angesichts des derzeitigen Umfelds „ein gutes Ergebnis“.

Bei Erdöl sah sich die OMV mit einem im Quartalsvergleich um 21% auf 50 US-Dollar je Fass (46,13 Euro) gefallenen durchschnittliche Brent-Preis konfrontiert. Die realisierten Gaspreise fielen um rund 45 % auf 10,6 Euro/MWh. Positiv beeinflusst wurden sie durch einen Hedging-Effekt von etwa 9 Mio. Euro. Ferner erhöhten sich die Gasverkaufsmengen insbesondere in Rumänien, den Niederlanden und Belgien um rund 26 % von 38,1 auf 48,0 TWh. Vor allem bedingt durch ein höheres Ergebnis aus dem Speichergeschäft wuchsen die mit Erdgas erwirtschafteten Erträge gegenüber dem 1. Quartal 2019 um 18 % auf 92 Mio. Euro.

Prognose für das Gesamtjahr „extrem schwierig“

Eine Prognose für das Gesamtjahr sei angesichts der derzeitigen Lage „extrem schwierig“, bedauerte Seele. Vieles hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt ab. Für dieses Jahr erwartet die OMV nunmehr einen durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 40 USD/b. Noch bei der Präsentation ihrer Jahresbilanz 2019 Anfang Februar war sie von etwa 60 USD/b ausgegangen. Der 2020 durchschnittlich realisierbare Gaspreis dürfte bei etwa 10 Euro/MWh liegen, 2019 konnte die OMV 11,9 Euro/MWh erzielen. Dem gegenüber sollen die Verkaufsmengen über den 137 TWh des Jahres 2019 liegen.

Keine Neuigkeiten gibt es laut Seele beim Pipelineprojekt Nord Stream 2. Weiterhin gehe dessen Betreibergesellschaft davon aus, die Leitung „heuer oder 2021“ fertigstellen zu können. Den geplanten Verkauf ihres 51-Prozent-Anteils am österreichischen Gas-Fernleitungsbetreiber Gas Connect Austria (GCA) an den Stromkonzern Verbund treibt die OMV nach wie vor voran. „Mit einem verbindlichen Angebot rechnen wir per Jahresende“, berichtete Seele.

„Sicher nicht heuer“ fällt ihm zufolge die endgültige Investitionsentscheidung bezüglich des Gasförderprojekts Neptun im Schwarzen Meer. Insgesamt werden die organischen Investitionen von 2,4 auf 1,8 Mrd. Euro zurückgefahren. Einen Personalabbau schloss Seele nicht aus, betonte aber, dies sei keineswegs ein geplanter Schwerpunkt: „In dieser schwierigen Zeit verringern wir die Kosten, aber nicht das Personal.“ Die voraussichtliche Gesamtproduktion an Öl und Gas bezifferte er mit rund 440.000 bis 470.000 Fass pro Tag, bislang lag die Prognose bei 500.000 Fass. Zum Vergleich: 2019 hatte die OMV rund 487.000 Fass gefördert.

 
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