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Enerige & Management > IT - Partner für die Smart City
Bild: Pixabay
IT:
Partner für die Smart City
Energieversorger kennen sich mit dem Tiefbau sowie dem Aufbau und Betrieb von Netzen aus. Das gilt zunehmend auch für Glasfasernetze.
 
Regelmäßig erstellen Berater Studien, in denen sie sich Gedanken über die künftigen Geschäftsfelder von Energieversorgern machen. Auf der Liste der Erlösquellen mit vielversprechenden Synergie- und Kundenbindungspotenzialen stehen die Telekommunikationsinfrastruktur und darauf aufbauende Dienstleistungen weit oben. Die Stadtwerkestudie von Ernst & Young aus dem vergangenen Jahr hat den Sektor TK-Infrastruktur, -Dienstleistungen und -Breitband sogar an die erste Stelle bei der Frage nach den größten Synergiepotenzialen gesetzt, noch vor der Wohnungswirtschaft und weit vor der Automobilindustrie.

Die Ankündigungen zahlreicher Projekte in den letzten Monaten zeugen davon, dass sich die Energieversorger zunehmend als Partner der Kommunen beim Aufbau von Smart Citys in Position bringen und sich vor diesem Hintergrund den Glasfaserausbau auf die Fahne geschrieben haben. Jüngstes Beispiel ist Enercity.
„Das Thema Glasfaser ist von extrem großer Bedeutung für Hannovers Weg zur Smart City“, erklärt Susanna Zapreva. „Wir wollen insbesondere für unsere Kunden zusätzliche Vorteile schaffen und planen deshalb, 300.000 Haushalte zu erschließen“, kündigt die Vorstandsvorsitzende von Enercity an.

Gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft „htp“ will der kommunale Versorger bis 2030 die Hälfte aller Haushalte im Stadtgebiet von Hannover mit Glasfaseranschlüssen ausstatten. Die nun gestartete Ausbauinitiative werde bis 2035 auch für eine Verdreifachung der Länge des Datenübertragungsnetzes im Einzugsgebiet der Landeshauptstadt sorgen. Es werde dann zu 90 % aus Glasfaser bestehen, sagt Marc Hansmann, der im Enercity-Vorstand für das Netzgeschäft verantwortlich ist.

Das bedeutet, dass langfristig noch rund 150.000 Haushalte in der Region um Hannover mit der Breitbandtechnologie versorgt werden sollen. In mehr als 90 Orten seien derzeit Vermarktungsaktivitäten oder bereits Umsetzungsmaßnahmen im Gang. „Wenn unsere Kunden das wollen, wird das eine richtig große Ausbauoffensive“, bringt Zapreva die Planungen auf den Punkt.

Seit 2013 baut die Enercity-Tochter HTP die Glasfaserinfrastruktur in Wohn- und Gewerbegebieten aus. Nach Angaben des Unternehmens wurden bis Ende 2020 insgesamt 27.000 Privatkunden und 600 Gewerbebetriebe angeschlossen. Aktuell befinden sich 19 % der Haushalte im Stadtgebiet von Hannover am Glasfasernetz. Die Gesamtinvestitionen der kommenden zehn Jahre in diese Technologie werden sich Enercity zufolge auf bis zu 200 Mio. Euro belaufen.

„Es reicht nicht aus, die Stadt mit erneuerbaren Energien zu versorgen“, erklärt Zapreva. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Energie effizient genutzt wird, ohne dabei den Lebenskomfort der Menschen zu beeinträchtigen. Dazu ist der Einsatz intelligenter Technologien erforderlich, für die große Datenmengen übertragen und bearbeitet werden müssen“, so die Enercity-Chefin.

Partnerschaft mit der Telekom auf Augenhöhe

Die Liste der kommunalen Versorger, die den Glasfaserausbau vorantreiben, ist lang. Darauf finden sich große und kleine Unternehmen. Zum Teil arbeiten sie bei der Erschließung von Neubaugebieten zusammen, wie in Mittelhessen die Stadtwerke Bad Nauheim und Friedberg. Zum Teil kooperieren sie auch mit großen Partnern, wie die Stadtwerke Münster. Diese haben im Juli des vergangenen Jahres angekündigt, mit der Deutschen Telekom flächendeckend in der westfälischen Metropole ein Glasfasernetz aufzubauen. Die Zusammenarbeit ist auf 30 Jahre angelegt. Der Versorger bringt sein Know-how über den Aufbau und Betrieb kritischer Infrastrukturen ein, während die Telekom vor allem als Produktentwickler und Dienstleistungsanbieter die Partnerschaft bereichern will.

„Über die Kooperation mit der Telekom wollen wir das Ausbautempo und den Umfang in Münster deutlich steigern“, betonte Stadtwerkegeschäftsführer Sebastian Jurczyk bei der Vorstellung des Projekts und fügte hinzu, dass sich hier zwei Partner auf Augenhöhe begegnen. Die Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass bis 2030 insgesamt 160.000 Haushalte in Münster FTTH-Glasfaserinternet zur Verfügung haben. Dabei geht es um Anschlüsse für rund 40.000 Gebäude.

Scheuer lobt die „Entrümpelung“ des Förderregimes

Wie in Hannover kommt es letztlich auch in Münster darauf an, dass die Eigentümer das Angebot annehmen und eine entsprechende Vereinbarung zur Installationen des Glasfaseranschlusses unterzeichnen. In diese Kerbe schlug der für den Ausbau der digitalen Infrastruktur verantwortliche Bundesminister Andreas Scheuer (CSU), als er jüngst im Podcast „t3n“ gefragt wurde, warum der Breitbandausbau in Deutschland weit hinter dem in anderen Ländern, etwa Spanien, hinterherhinke. Zunächst verwies er auf die rund 11 Mrd. Euro, mit denen der Bund die digitale Infrastruktur fördert, und lobte die „Entrümpelung“ des Förderregimes, das nun einfacher und wesentlich unbürokratischer sei. Gleichzeitig würden aber noch längst nicht alle Privatkunden, die Glasfaser „vor der Haustüre“ hätten, auch Verträge abschließen, die das volle Potenzial der Technologie erschließen. Dafür sei der Bund dann aber nicht verantwortlich. E&M

 Glasfaserausbau in DeutschlandZahlen zum Glasfaserausbau in Deutschland hat die Bundesregierung Anfang des Jahres in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion veröffentlicht. Diese hatte bemängelt, dass Deutschland im weltweiten Vergleich des FTTH-Councils von 2019 beim Glasfaserausbau nur noch auf Rang 30 rangiere. Im Schreiben vom 20. Januar teilte das Bundesministerium für digitale Infrastruktur mit, dass Ende 2019 rund 1,4 Mio. Haushalte hierzulande einen direkten Glasfaseranschluss, also FTTB/H-Anschluss (Fibre to the Building/Fibre to the Home), nutzten. Dies entspreche einem Anteil von 3,4 %. Nach einem Bericht des Branchenverbands VATM vom Oktober 2020 sei die Zahl bis Ende 2020 schätzungsweise auf 1,9 Mio. gestiegen, was einen Anteil von rund 4,6 % der Haushalte bedeute. Allerdings stand den Zahlen des Breitbandatlas des Bundes zufolge Ende Juni 2020 rund 5,8 Mio. Haushalten ein FTTB/H-Anschluss zur Verfügung. Auf einen gigabitfähigen Anschluss, unter anderem auch über Koaxialkabel, konnten zu diesem Zeitpunkt 23,2 Mio. Haushalte zurückgreifen. 

 
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