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Enerige & Management > Startklar - Plattform für Millionen von Kleinanlagen
Bild: E&M
STARTKLAR:
Plattform für Millionen von Kleinanlagen
In unserer Rubrik Startklar stellen wir regelmäßig Start-ups aus der Energiewirtschaft vor. Dieses Mal: Grid X aus Aachen.
 
Auf der Internetseite von Grid X aus Aachen gibt es einige Hinweise auf die Gründungsgeschichte des Unternehmens. Man erfährt, dass alles mit einer Skizze auf einer Serviette begonnen hat. Es ging am Anfang um die Frage, wie Kleinanlagen, insbesondere Haushaltsspeicher, in das Stromnetz integriert werden können.

Damals war David Balensiefen, einer der Gründer und Geschäftsführer, als Einsteiger nach dem Studium noch bei der Trianel beschäftigt. „Klassische Energiewirtschaft“, sagt der CEO. Zu seinem Aufgabengebiet gehörte die Vermarktung von Flexibilitätsdienstleistungen. Kleine Anlagen spielten dafür praktisch keine Rolle. Dabei seien sie im Bündel durchaus Grundlage für ein attraktives Geschäftsmodell. Also ergriff der Ingenieur selbst die Initiative und gründete gemeinsam mit dem IT-Spezialisten Andreas Booke im Mai 2016 ein eigenes Unternehmen.
 
David Balensiefen, Geschäftsführer und CEO von Grid X
Bild: gridX

Zentrales Element der Geschäftsidee ist eine IT-Plattform, die herstellerunabhängig verschiedene Arten von Anlagen miteinander vernetzt. „Es ist sozusagen ein Betriebssystem“, erklärt Balensiefen. „Mittlerweile können wir Anlagen von rund 150 Herstellern ansteuern“, so der Grid-X-Chef. Zum Beispiel Heizungen, Speicher, Wärmepumpen und PV-Anlagen sind im aktuellen Pool, der insgesamt knapp 1 000 Nutzer umfasst. Millionen könnten es werden, wie die Internetseite verrät. Der Kunde selbst kauft eine sogenannte Gridbox, über die seine Anlage in das System integriert wird und die neben dem prognosebasierten Laden von Speichern und Elektrofahrzeugen auch das Einspeisemanagement übernimmt.

Die Optimierung des Eigenverbrauchs stehe an erster Stelle, betont Balensiefen. Was darüber hinaus erzeugt werde, werde vornehmlich in den Bilanzkreis eingespeist. Im Grunde sei der Ansatz mit einer Community vergleichbar. „Wir kommen aber nicht von der Marketing-Seite, sondern ganz klar von der technischen Integration her.“

 „Fair“, „einfach“ und „digital“ sind Begriffe, die bei Grid X immer wieder auftauchen. Das Bestreben, den Kunden den größtmöglichen Mehrwert zu liefern, nennt der CEO als übergeordnetes Ziel. „Nur so hat man in der Energiewirtschaft der Zukunft eine Chance“, ist Balensiefen überzeugt. Der Nutzen muss allerdings nicht ausschließlich monetär wie bei der Vermarktung von Systemdienstleistungen sein. Auch Autarkie und das sogenannte Customer Engagement, für das das Start-up bei der diesjährigen E-world mit dem Digital Energy Award ausgezeichnet wurde, seien Werte. Kundenbindung durch lokal und regional erzeugten Strom schaffen, dem Kunden zu einer aktiven Rolle bei der Energiewende verhelfen, den Markt für ihn transparent machen und ihm nicht nur einmal pro Jahr eine Rechnung schicken, hat für die Jungunternehmer eine hohe Priorität.

Mittlerweile ist die Belegschaft auf 25 Mitarbeiter angewachsen. Balensiefen rechnet damit, dass sich bis Jahresende 2018 die Zahl verdoppeln wird. Derzeit hat Grid X Kapitalgeber aus dem In- und Ausland. Einer davon ist ein früherer Google-Manager, der selbst schon einige Unternehmen gegründet und dann beispielsweise an Twitter und Google verkauft hat. Die Beteiligung eines Anlagenherstellers oder eines Energieversorgers ist indes kein Thema – aus Gründen der Unabhängigkeit.

 
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Freitag, 23.02.2018, 15:26 Uhr