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Enerige & Management > Wasserstoff - Power-to-X kommt auch nicht ohne Emissionen aus
Bild: iStock/Frank Harms
WASSERSTOFF:
Power-to-X kommt auch nicht ohne Emissionen aus
Auch die Erzeugung künstlicher Treibstoffe per Power-to-X (PtX) hat negative Nebenwirkungen. 
 
Vor den klimaschädlichen Auswirkungen synthetischer PtX-Brennstoffe warnt eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu). 

Synthetische Energieträger sollen in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, um Erdöl, Erdgas und Kohle zu ersetzen. Meist mithilfe von erneuerbarem Strom aus elektrolytischem Wasserstoff und CO2 hergestellt sollen sie Lkw, Flugzeuge und Schiffe antreiben, als chemischer Rohstoff dienen oder Energie speichern.

Das Ifeu hat in einer aktuellen Studie für das Umweltbundesamt zusammen mit seinen Projektpartnern DLR und Joanneum Research untersucht, ob die Herstellung dieser synthetischen Energieträger der Umwelt schadet.

Dafür wurden mehr als 60 Pfade analysiert, um PtX-Energieträger herzustellen und nach Deutschland zu transportieren. So wird in diesem Modell etwa Diesel mit Strom aus Photovolatikanlagen in Saudi-Arabien und CO2 aus dortigen Zementwerken hergestellt und per Tankschiff nach Deutschland transportiert. In einem anderen Pfad wird die Herstellung von Methanol in Schweden aus Waldrestholz und mit Strom aus Wasserkraft analysiert. Auch die Herstellung von Wasserstoff in Deutschland und die Erzeugung von Biomethan aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wurden betrachtet.

Die Pfade wurden insgesamt so ausgewählt, dass sich der Einfluss verschiedener Prozessschritte und -optionen gut herausarbeiten ließ. Analysiert wurden die Umweltauswirkungen schließlich in einem rechnerbasierten Ökobilanzmodell. Die Ergebnisse zeigen, dass zum Beispiel synthetisch erzeugter Diesel in vielerlei Hinsicht eine größere Umweltbelastung darstellt als dessen fossiles Pendant.
 
Synthetischer Diesel zeigt in fast allen Kategorien größere Umweltbelastungen als fossiler Diesel (GWP: Treibhauspotenzial, AP: Versauerung, EP: Eutrophierung, ODP: Ozonabbau, POCP: Sommersmog, PM10: Feinstaub, KEA: Kumulierter Energieaufwand, Wasser: Wasserverbrauch, Fläche: Flächenbedarf, KRA: Kumulierter Rohstoffaufwand)

Grafik: Ifeu

Die wichtigste Erkenntnis: Mit den PtX-Energieträgern lassen sich Treibhausgase einsparen, aber selbst mit 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen ist die Herstellung synthetischer Brennstoffe mit erheblichen Umweltlasten verbunden. Der für die Herstellung von Kohlenwasserstoffen nötige Kohlenstoff muss als CO2 aus Abgasen, der Luft oder aus Biomasse gewonnen werden. Daraus resultieren wiederum Umweltbelastungen – von der Emission von Feinstaub über Überdüngung bis hin zur Versauerung von Böden und Gewässern. Ein Großteil der errechneten Belastungen stammt aus der Herstellung von Stahl, Zement und Metallen, die für Windkraft- und Photovoltaikanlagen benötigt werden.

Die Studie Systemvergleich speicherbarer Energieträger aus erneuerbaren Energien   kann auf der Webseite des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden.

 
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Montag, 29.06.2020, 15:39 Uhr