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Enerige & Management > Gas - Preisdruck und Nachfragerückgang
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
Preisdruck und Nachfragerückgang
Russische Ökonomen und Wissenschaftler erwarten, dass die von ihrem Land im Export zu erzielenden Erdgaspreise weiter zurückgehen und rechnen mit Preiskämpfen in Europa, wenn die Nachfrage nicht wieder anzieht.
 
Der Preis für Erdgas aus Russland ist auf Talfahrt – eine Trendänderung ist im Moment nicht erkennbar. Das Wirtschaftsentwicklungsministerium in Moskau erwartet nach einem Bericht der russischen Tageszeitung Kommersant vom September für die nächsten drei Jahre einen Erdgasexportpreis zwischen 162 bis 194 US-Dollar (1 US-Dollar = 0,89 Euro) je 1000 Kubikmeter. Im Jahr 2014 lag er noch bei 351 US-Dollar, im laufenden Jahr bei geschätzt 237 US-Dollar. Die Ukraine konnte sich im September russisches Gas zum Preis von 230 US-Dollar für die nächsten Monate sichern. Gazprom-Vorstand Alexander Medwedew ging im September sogar von einem durchschnittlichen Preis von nur 195,9 Euro (etwa 220 US Dollar) für die Winterperiode 2015/16 aus.

Analysten der Rating-Agentur Fitch rechnen für 2016 mit einem weiteren Nachgeben der Preise für russisches Gas um etwa 15 Prozent, auch wenn Gazprom seine Exporte im nächsten Jahr stabil halten könne. Die Agentur hatte sich im September kritisch zum geplanten Ausbau der Transportkapazitäten der Exportpipeline Nord Stream geäußert. Die damit verbundene hohe Verschuldung könne Gazprom in Zeiten schwacher Nachfrage wie im Moment vor erhebliche finanzielle Probleme stellen, so die Analysten.

Ökonomen des Energieforschungsinstituts der Russischen Akademie der Wissenschaften und des Energieinstituts der Nationalen Forschungsuniversität stellten im September in einer Gemeinschaftsstudie zum europäischen Gasmarkt fest, dass zunehmend Preiskämpfe zu erwarten seien, wenn die Gasnachfrage in Europa und in der Welt in den nächsten Jahren niedrig bleibe. Steige sie dagegen an, könne jeder Lieferant seine Nische finden.

Der Gasverbrauch in Europa sei von 2000 bis 2010 außer im Krisenjahr 2009 stabil gestiegen, stellen die Wissenschaftler fest. 2010 habe er sein Maximum erreicht, in den vier Jahren danach sei er wieder um 23 Prozent gesunken. Besonders stark habe sich dabei der rückläufige Gaseinsatz in der Stromerzeugung ausgewirkt.

Das Basisszenario der Studie geht davon aus, dass der Gasverbrauch in Europa ab 2015 wieder anzieht und bis 2035 um 14 Prozent ansteigt. Dann seien wegen der rückläufigen Gasförderung in Europa höhere Einfuhren nötig. Sie würden in der Hauptsache durch LNG und Gas aus Aserbaidschan gedeckt. Aber auch die russischen Lieferungen „werden sich nach und nach wieder auf das Niveau von 2013 einstellen“, heißt es in der Studie. Russisches Gas könnte somit bis 2025 seinen Marktanteil von 30 Prozent in Europa behaupten.

Bei einer weltweit niedrigen Gasnachfrage dagegen, so rechnen die Wissenschaftler, könnten vermehrt LNG-Lieferungen nach Europa kommen und die Nachfrage nach russischem Gas dämpfen. Europa könnte dann verstärkt LNG aus dem Nahen Osten, Afrika und Nordamerika importieren, während Preise an den Spotmärkten fielen und Preiskämpfe zunähmen.

Eine Schlüsselrolle wird laut der russischen Studie die Energieeffizienz spielen. Der Erdgasverbrauch werde sich dadurch vor allem in der Industrie reduzieren.

 
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Mittwoch, 30.09.2015, 15:42 Uhr