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Enerige & Management > Unternehmen - Prokon: Tausende Gläubigerstimmen ungültig
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Prokon: Tausende Gläubigerstimmen ungültig
Das Kerngeschäft von Prokon soll erhalten bleiben. Das gab Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin auf der Gläubigerversammlung in Hamburg bekannt. Die größte Aufregung verursachten allerdings rund 15 000 annullierte Stimmen.
 
Es ist das viertgrößte Insolvenzverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik, so der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin. Die Insolvenz der Prokon Regenerative Energien GmbH betrifft 75 000 Gläubiger, die insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro angelegt hatten.

Die Gläubigerversammlung am 22. Juli in Hamburg hatte gleich turbulent begonnen, berichten Nachrichtenagenturen. Zuerst wurde die Vertretung von etwa 15 000 Genussrechte-Inhabern vom Amtsgericht Itzehoe verworfen und von der Ausübung ihrer Stimmrechte ausgeschlossen. Nach Auffassung der zuständigen Rechtspflegerin des Amtsgerichts habe ein Strohmann die Stimmen für den ehemaligen Geschäftsführer Carsten Rodbertus gesammelt.

„Rodbertus ist Geschäftsführungsorgan und darf nicht Gläubiger im Insolvenzverfahren vertreten“, erklärte Rechtsanwalt Daniel Vos von der Kanzlei Göddecke in Siegburg, die einige Gläubiger als Mandanten hat. Neben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte die Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK) die Anträge gestellt, die Stimmen zu annullieren. Die betroffenen Gläubiger hatten zuvor ihr Stimmrecht per Vollmacht an eine von Rodbertus unterstützte Arbeitsgemeinschaft übertragen.

Damit seien die Träume des ehemaligen Geschäftsführers Rodbertus geplatzt, wieder die Macht bei dem insolventen Windkraftanlagenbetreiber zu übernehmen, sagte DSW-Vizepräsident Klaus Nieding laut Agenturberichten. Da der Insolvenzverwalter bereits Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe prüfe, dürfte Rodbertus „ein überragendes finanzielles Interesse daran haben, das Insolvenzverfahren selbst zu beherrschen“, teilte die DSW mit. Rodbertus will Prokon als Ganzes erhalten, der Insolvenzverwalter hält dies für unrealistisch.

Insolvenzverwalter will 300 Arbeitsplätze erhalten

Mehr als 5 000 Gläubiger waren zu dem Treffen in zwei Hamburger Messehallen gekommen. Ein Großteil lässt sich laut der Deutschen Presseagentur (dpa) außerdem von Rechtsanwälten und Anlegerschützern vertreten. Insgesamt sollen rund 826 Mio. Euro Kapital vertreten sein. Trotz der nun geplanten Sanierung des Energieunternehmens werden wohl die Anleger den größten Teil ihres Geldes verlieren. Insolvenzverwalter Penzlin will das Kerngeschäft des Unternehmens und etwa 300 von den ehemals 450 Arbeitsplätzen erhalten. Dafür will er Unternehmensteile, die nicht zum Kerngeschäft gehören, verkaufen und damit Forderungen ablösen.

In finanzielle Schwierigkeiten kam Prokon, als etliche Gläubiger ihre Genussrechte kündigten und ihr Geld zurück haben wollten. Insgesamt lag die Summe der gekündigten Genussrechte bei rund 400 Mio. Euro, das Unternehmen konnte diese Summe aber nicht aufbringen. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Mai 2014 vom Amtsgericht Itzehoe eröffnet. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt zudem gegen Rodbertus, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung.

Das Gläubigertreffen hatte kurz nach 11 Uhr begonnen und dauerte nach 17 Uhr noch an. Die Gläubiger müssen dem Insolvenzplan zustimmen und damit die Weichen für die Sanierung stellen.

 
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Dienstag, 22.07.2014, 17:29 Uhr