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GASMARKT:
Regenerativ unterstützt aus der Imagekrise
Gasversorger wollen als Klimaschützer punkten, doch sie befürchten, dass ihr Hoffnungsträger Bioerdgas vom Gesetzgeber benachteiligt wird.
 

Die Gaswirtschaft kritisiert den aus dem Umweltministerium stammenden Entwurf der Bundesregierung für ein Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das eine Pflicht zur Nutzung regenerativer Energien für Gebäudeheizungen vorsieht. Es sei für die Gaswirtschaft vollkommen unzumutbar, dass "der Einsatz von Bioerdgas im Hauswärmebereich nach diesem Gesetzentwurf nahezu ausgeschlossen werden soll", schimpfte bei der Gasfachlichen Aussprachetagung (GAT) in Karlsruhe am 13. November Michael Feist.

Der Präsident des Versorgerverbandes BDEW wirft dem Gesetzgeber vor, Bioerdgas aus dem Markt drängen zu wollen. "Weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht ist eine Schlechterstellung von Bioerdgas begründbar", so Feist weiter.
Laut BDEW-Angaben sieht der Gesetzentwurf vor, dass Bioerdgas nur dann eingesetzt werden darf, wenn die Nutzung anderer erneuerbarer Wärmeenergien technisch unmöglich ist, öffentlich rechtlichen Pflichten widerspricht oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Die Begründung, Bioerdgas solle ausgeschlossen werden, weil es erheblich kostengünstiger sei als andere Erneuerbare, hält der Verband für einen ökonomischen Treppenwitz, weil dadurch nicht nur die Versorger, sondern auch die Gasverbraucher benachteiligt würden.

Bioerdgas habe "ein erhebliches Potential in der Gaswirtschaft", stellte in Karlsruhe auch Klaus Hohmann fest. Es sollte nicht mehr als Konkurrenz zum Erdgas wahrgenommen werden, sondern als Möglichkeit, das Image der Branche zu verbessern, erklärte der Vizepräsident des DVGW, des Technikerfachverbandes der Gaswirtschaft.

Erdgas allein biete schon viele Pluspunkte für den Klimaschutz, habe aber wegen der Preisdiskussion nicht mehr den besten Ruf bei den Kunden. Das Imageproblem sei auch daran auszumachen, dass 2006 nur noch in 67 % aller Neubauten Gasheizungen installiert worden seien, so Hohmann. Ein Jahr zuvor, 2005, seien noch in 76 % aller Neubauten Gasgeräte eingebaut worden. Der DVGW-Vizepräsident rief die Branche dazu auf, diesem Trend durch die forcierte Weiterentwicklung neuer Anwendungstechniken wie Mikro-KWK, gasbetriebene Klimaanlagen und Wärmepumpen sowie Brennstoffzellen entgegenzuwirken. Das neue DVGW-Forschungsprogramm werde deutliche Schwerpunkte in diese Richtung setzen.

Der Verband werde aber auch dem Thema Bioerdgas Künftig "einen hohen Stellenwert" innerhalb seines Aufgabenspektrums einräumen. Denn die Gasbrache betrachtet seinen neuen Hoffnungsträger als "ideale Ergänzung des umweltschonenden Erdgases", wie BDEW-Präsident Feist versicherte. "Unser klares Ziel ist es deshalb, den Anteil von Bioerdgas im Wärmemarkt konsequent auszubauen." Die Aufbereitung und Einspeisung von Bioerdgas in das Erdgasnetz erweitere die Nutzungsmöglichkeiten und komme dem politischen Ziel von Nahhaltigkeit und Versorgungssicherheit näher.

"Bioerdgas eröffnet eine neue Dimension der Nutzung erneuerbarer Energien", weil es über die exzellente Infrastruktur der Gaswirtschaft bundesweit zur Verfügung stehe, sagte in Karlsruhe Bernhard Reutersberg, Vertriebsvorstand der Eon Ruhrgas AG. Auch der größte deutsche Erdgasimporteur will sich regenerativ stärken und erheblich in Biogas-Erzeugungsanlagen investieren.

Die erste davon im bayerischen Schwandorf soll im April die Produktion aufnehmen. Jährlich etwa 10 Mio. kWh Biogas aus der Anlage will der Kölner Energieversorger Rheinenergie AG der Eon Ruhrgas abnehmen und - zu 10 bis 15 % dem Erdgas beigemischt und mit einem Aufpreis, über dessen Höhe noch nicht entschieden ist - als Ökogas vertreiben. Den Liefervertrag gaben Reutersberg und sein Rheinenergie-Vorstandskollege Bernhard Witschen am Rande der GAT bekannt. Beide rieten der Gaswirtschaft dazu, die Produktion von Bioerdgas zu professionalisieren und zu optimieren. Das werde nicht mit kleineren dezentralen und von Bauern betriebenen Anlagen gehen, sondern nur mit entsprechend großen Einheiten. Die Anlage in Schwandorf "gehört zu den größten, die heute gebaut werden können", so Reutersberg. Weitere Anlagen dieser Klasse seinen geplant.


 
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Mittwoch, 14.11.2007, 11:17 Uhr