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Enerige & Management > Interview - Reynaud: "E2m ist wie eine Lokomotive für uns"
Bild: BillionPhotos.com / Fotolia
INTERVIEW:
Reynaud: "E2m ist wie eine Lokomotive für uns"
Seit der Übernahme durch den französischen EDF-Konzern im Jahr 2019 ist Felix Reynaud (40) neuer Geschäftsführer von Energy2Market. Mit E&M sprach er über seine künftigen Pläne.
 
E&M: Monsieur Reynaud, warum hat EDF im vergangenen Jahr Energy2Market (e2m; d. Red.) übernommen?

Reynaud: EDF hat nicht nur ambitionierte Pläne beim Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit, sondern beim Management dezentraler, nachhaltiger Energien vor Ort. EDF verfügt mittlerweile über ein Portfolio von knapp einem halben Dutzend Unternehmen mit zusammen rund 200 Mitarbeitern, die dezentrale Energien lokal und regional erzeugen, managen und optimieren. Dieses Portfolio wird ergänzt um eine Speichereinheit und das Angebot von Elektroautos. Was unverzichtbar ist, denn auf diesen Ebenen schlägt das Herz der Energiewende. Für die Local Energy Management Group, so unsere interne Bezeichnung, ist e2m eine absolute Bereicherung. Wir haben uns in ganz Europa mehrere Unternehmen genau angeschaut, ob sie unsere Pläne voranbringen können. Die Wahl ist eindeutig auf e2m gefallen.

E&M: Warum?

Reynaud: e2m hat es als Start-up geschafft, innerhalb von zehn Jahren zu den wichtigsten Unternehmen bei der Direktvermarktung von erneuerbarem Strom in Deutschland zu avancieren. Was eine imponierende Leistung ist: Deutschland ist europaweit mit Abstand der größte und wichtigste Markt für die erneuerbaren Energien. EDF hat vor gut zehn Jahren mit einer Beteiligung an der Energie Baden-Württemberg versucht, den Zutritt zum deutschen Markt zu schaffen – was bekanntlich nicht geklappt hat. Bei e2m sind wir zuversichtlicher: Denn e2m ist ein innovatives Unternehmen mit viel Know-how und reichlich Marktexpertise und wird deshalb die Rolle einer Lokomotive für unsere Local Energy Management Group übernehmen. Das wird uns helfen, die Pläne der Local Energy Management Group umzusetzen und unser Ziel schneller zu erreichen. Dank e2m wollen wir mit unseren lokalen und dezentralen Aktivitäten auch in unseren bisherigen Märkten wie Frankreich, Großbritannien, Belgien oder Italien mehr an Tempo gewinnen.

E&M: Sie sind seit vergangenem Herbst Teil der e2m-Geschäftsführung. Hat es seitdem eine neue Ausrichtung bei Energie2Market gegeben, beziehungsweise planen Sie einen solchen Schritt für die kommende Zeit?

Reynaud: Als ich nach Leipzig kam, war ich wirklich sehr beeindruckt davon, wie gut das Unternehmen in allen Bereichen aufgestellt ist. Daher gab es auch keinen Anlass für eine große Änderung in der Firmenphilosophie. Mit unserem Hintergrund bringen wir aber sicherlich mehr Ruhe in das Unternehmen. Wir setzen weiterhin auf digitale Innovationen, damit wir auch künftig unsere Funktion als Lokomotive für die Local Energy Management Group beibehalten können. Zu den Neuerungen der vergangenen Monate zählt sicherlich unser Optimus-Flex-Programm, mit dem sich dank Teillastfahrweisen die Erlöse von Biogasanlagen steigern lassen. Dieses neue Tool hilft uns, unsere Position als Marktführer bei der Vermarktung von Biogasstrom auszubauen.
 
Felix Reynaud: "Ich sehe derzeit keinen Grund, warum wir den Firmennamen e2mändern sollten"
Bild: e2m

E&M: Bleibt der Markenname energie2market künftig erhalten?

Reynaud: Ich sehe derzeit keinen Grund, warum wir den Firmennamen ändern sollten. e2m ist bundesweit bekannt und eine echte Marke, vor allem bei der Stromvermarktung von Biogasanlagen. Deshalb gibt es keinen Bedarf für einen neuen Namen.

E&M: Ist die lokale Energiemanagementgruppe, die Sie erwähnten, der erste Schritt für EDF, die traditionelle Welt der Kernenergie zu verlassen?

Reynaud: Unser Ziel ist es, eine kohlenstoffarme Erzeugung zu entwickeln, mit sehr ehrgeizigen Zielen in Europa und in der übrigen Welt. So wollen wir beispielsweise im Rahmen unseres Solarplans bis 2035 in Frankreich eine zusätzliche Solarkapazität von 30.000 Megawatt entwickeln.

E&M: Wann wird e2m das erste Power Purchase Agreement auf dem deutschen Markt abschließen? Mit der Liquidität und dem Händler-Know-how von EDF im Rücken sollte es doch nicht mehr lange dauern, oder?
 
Reynaud: "Wir wollen mit einem neuen Tool unsere Position als Marktführer bei der Vermarktung von Biogasstrom ausbauen"
Bild: Stadtwerke Stralsund

Reynaud: Wir arbeiten an einem solchen PPA. Über den Zeitpunkt für den Abschluss lässt sich aktuell nichts Konkretes sagen. Klar ist, dass PPAs an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Kunden reichen Herkunftsnachweise für den Ökostrombezug nicht mehr aus, sie wollen physikalische Lieferungen kombiniert mit einer Preisabsicherung für die kommenden Jahre.

E&M: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus der Corona-Pandemie?

Reynaud: Wir als Betreiber von kritischer Infrastruktur hatten schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie umfangreiche Notfall- und Einsatzpläne erarbeitet. Davon profitieren wir nun in den letzten Wochen. Unser Krisenstab hatte bereits Mitte Februar seine Arbeit aufgenommen, als in Deutschland noch von keinen Ausgehbeschränkungen die Rede gewesen ist. Wir sind hocherfreut darüber, dass die Umsetzung der Notfallpläne zu 100 Prozent funktioniert hat, es hat wirklich keine Störungen gegeben. Wir haben gezeigt, dass auf uns für einen sicheren Netzbetrieb auch in Krisenzeiten Verlass ist. Das ist ein ganz wichtiges Signal für den Umbau der Energiewirtschaft.

 
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