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Enerige & Management > KWK - Richtige KWK-Planung für Wohngebäude
Bild: Fotolia.com, XtravaganT
KWK:
Richtige KWK-Planung für Wohngebäude
Wie setzt man KWK-Projekte in der Wohnungswirtschaft richtig um? Ein neuer Leitfaden aus Baden-Württemberg gibt Antworten.
 
In dem von Grünen und CDU regierten Bundesland setzt man für die Wärmeversorgung von Gebäuden auf die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern, Wärmenetzen, KWK-Anlagen und Contractingmodellen. Um potenziellen Nutzern mehr Wissen rund um KWK-Anlagen nahezubringen, hat das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg im April den Leitfaden „KWK in der Wohnungswirtschaft“ herausgebracht.

„Der Leitfaden soll zeigen, welche Schritte bei der Projektierung mit einem Blockheizkraftwerk notwendig sind“, erläutert Florian Anders, Leiter Kompetenzzentrum KWK, das Konzept. Zielgruppen für die Informationen seinen nicht nur Experten oder Fachplaner, sondern vor allem Wohnungseigentümergemeinschaften und Endnutzer, also Personengruppen, die sonst mit der BHKW-Planung wenig zu tun haben. „Die sollen sehen: Worauf lasse ich mich damit eigentlich ein?“

Das 52 Seiten starke Heft erläutert, wieso ein BHKW gerade in Mehrfamilienhäusern sinnvoll ist, wie man es dimensionieren muss und was bei der Verwendung des BHKW-Stroms und seiner Abrechnung zu beachten ist. Zusätzlich gibt es Informationen zu neun realisierten vorbildhaften Projekten aus Wohnungswirtschaft und Gewerbe.

KWK-Anlagen laden Elektroautos netzschonend

Zu Beginn beschreiben die Autoren die generellen Vorteile der dezentralen Stromerzeugung. Gerade bei Mehrfamilienhäusern sei eine KWK-Anlage sinnvoll, denn der ganzjährige Strom- und Wärmebedarf mache deren Nutzung energietechnisch und wirtschaftlich attraktiv. Außerdem liefert sie dezentral elektrische Energie auch für die Elektroautos im Wohnviertel, die sich am netzschonendsten ebenfalls dezentral laden lassen.

Bei der Auslegung der Größe einer BHKW-Anlage ist der Wärmebedarf in den Wohngebäuden entscheidend, heißt es im Leitfaden. Für die Wirtschaftlichkeit der Anlage sind aber außer den Energiedaten auch die Einsparungen an Energie- und Stromsteuer, der staatliche Bonus auf den im BHKW erzeugten Strom sowie sein Verkauf und die damit verbundenen unterschiedlichen Vergütungsmodelle wichtig.

Großen Raum nehmen im Leitfaden die unterschiedlichen rechtlichen und steuerlichen Aspekte des KWK-Betriebs ein. So werden etwa Gebäudeeigentümer, die sonst keiner Steuerpflicht unterliegen (etwa Wohnungseigentümergemeinschaften), durch den Betrieb eines BHKW möglicherweise steuerpflichtig. Das gilt nicht nur beim direkten Stromverkauf, sondern auch etwa bei Pachteinnahmen für den Heizraum oder die KWK-Anlage, heißt es im Leitfaden. In den meisten Fällen wird ein BHKW-Betreiber zum Unternehmer mit der Pflicht, Einkommens- und Umsatzsteuer zu zahlen.

Ein Contractor hilft bei technischen und rechtlichen Details

Weil von einer Eigentümergemeinschaft alle Aspekte des BHKW-Betriebs, etwa auch solche um die Stromsteuer und EEG-Umlage, nur schwer berücksichtigt und richtig bearbeitet werden können, empfiehlt das Papier die Einschaltung eines Contractors. Dieser Dienstleister kümmert sich nicht nur um die steuerlichen Aspekte, sondern auch um die Vermarktung, Messung und korrekte Abrechnung der erzeugten elektrischen Energie. Außerdem schultert er in der Regel die Investition.

Ein Energiedienstleister weiß nicht nur, mit welchen Zählerkonzepten der im Haus verteilte Mieterstrom oder der ins Netz eingespeiste Strom korrekt zu erfassen ist, sondern auch, welche Schritte nach der Inbetriebnahme eines BHKW zu erledigen sind. Solche sind etwa die Meldung an das Marktstammdatenregister oder die Anmeldung bei der Bafa, wenn man Fördergelder erhält. Auch beim jährlichen Antrag auf Rückerstattung der Energiesteuer für hocheffiziente KWK-Anlagen oder bei der Beachtung von jährlich gesetzlichen Meldefristen hilft ein Contractor.

Ein eigenes Exkurs-Kapitel widmet der Leitfaden dem Thema Mieterstrom in Mehrfamilienhäusern. Dieser wird auch deswegen in Deutschland beliebter, weil die Einspeisung elektrischer Energie ins öffentliche Stromnetz mittlerweile wirtschaftlich wenig attraktiv ist. Mieterstrom, der nicht die Kosten und Umlagen für die Nutzung des öffentlichen Stromnetzes enthält und damit preisgünstiger ist, kann man außer mit Blockheizkraftwerken auch mit PV-Anlagen erzeugen.

Allerdings erhält man nur für die letzte Variante eine Mieterstromförderung. Betreiber von Eigenerzeugungsanlagen müssen also den PV- und KWK-Strom getrennt erfassen, um die richtigen Strommengen für die Förderung nachweisen zu können.
Ein Anhang listet dann noch einmal die wichtigsten Punkte tabellarisch auf, die bei Planung und Betrieb eines BHKW zu beachten sind. In Stichworten ist dazu erläutert, wie man zu den benötigten Daten und Unterlagen kommt.

 
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