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Enerige & Management > Regenerative - Rodbertus: "Es geht uns nicht um Profitmaximierung"
Bild: Fotolia.com, iQoncept
REGENERATIVE:
Rodbertus: "Es geht uns nicht um Profitmaximierung"
Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus über die Motive für den Einstieg der Prokon-Gruppe aus Itzehoe in die Windturbinenproduktion sowie über die weiteren Pläne.
 
E&M: Herr Rodbertus, ist es nicht sehr mutig, derzeit mit einer neuen Windturbine auf den Markt zu kommen, in einer Situation, in der der europäische Windkraftanlagenmarkt durch Überkapazitäten und niedrige Margen gekennzeichnet ist? 


 
Carsten Rodbertus: "In unserer Fertigungshalle werden bereits die zehn Anlagen der Nullserie montiert, die im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 errichtet werden sollen"
Bild: Prokon



Rodbertus: Zunächst einmal kommen wir mit unserer P3000 ja nicht ‚auf den Markt‘. Da wir nicht planen, unsere Anlage an Dritte zu veräußern, sondern in unseren eigenen Windparks zu installieren, unterliegen wir hier nicht den üblichen Markt- und Margenzwängen. Im Sinne unserer Philosophie ‚Alles aus einer Hand‘ haben wir uns vor einigen Jahren entschlossen, uns auch in diesem Teil der Wertschöpfungskette im Geschäftsfeld Windenergie unabhängig aufzustellen. Die Erfahrung mit den Anlagenherstellern sowohl bei Vertragsverhandlungen als auch hinsichtlich deren sehr geringer Bereitschaft zum Austausch von Know-how haben uns in der Entscheidung bestärkt. Im Vergleich zu den übrigen Anlagenherstellern haben wir auch einen anderen Fokus bei der Entwicklung der P3000. Es geht uns nicht um Profitmaximierung durch den Verkauf eines Produktes, sondern um einen sehr serviceorientierten Ansatz. Da wir die Anlagen mit der eigenen technischen Betriebsführung über die gesamte Betriebsdauer betreuen, haben wir die Erfahrungen, aber auch die Anforderungen aus diesem Bereich in die Entwicklung der P3000 einfließen lassen.

"Zunächst 30 bis 50 Anlagen im Jahr fertigen"

E&M: In früheren Interviews haben Sie angekündigt, in der Endausbaustufe jährlich 200 Anlagen Ihrer P3000-Modelle fertigen zu wollen. Wann rechnen Sie damit? Können Sie all diese Windenergieanlagen in Ihren eigenen Projekten unterbringen oder werden Sie die Anlagen an externe Kunden verkaufen? 

Rodbertus: Zunächst ist geplant, ab 2014 zwischen 30 und 50 Anlagen im Jahr zu fertigen, danach ist die schrittweise Erweiterung auf 100 Anlagen im Jahr vorgesehen. Unsere Produktionshalle ist so zukunftsweisend ausgelegt, dass durch eine Spiegelung der Fließfertigung die doppelte Anzahl der Anlagen pro Jahr gefertigt werden kann, sofern unsere eigene Projektpipeline dies erfordert.
Wir schließen es nicht kategorisch aus, planen derzeit aber nicht, die P3000 externen Kunden anzubieten. Die Anlage wird in den von unserer hausinternen Projektierung geplanten Windparks verbaut werden. Hier sehen wir uns mit unserer stetig wachsenden Projektpipeline in Deutschland, Polen und Finnland gut aufgestellt.

E&M: Wie sehen die weiteren Schritte mit der P3000 aus, nachdem nun Ende August der erste Prototyp errichtet worden ist?

Rodbertus: Zunächst folgen in den kommenden Wochen die Inbetriebnahme des ersten Prototyps sowie die Errichtung und Inbetriebnahme des zweiten Prototyps am Standort Nortorf in der Wilstermarsch. Parallel werden bereits in unserer Fertigungshalle die zehn Anlagen der Nullserie montiert, die im Herbst 2013 und Frühjahr 2014 errichtet werden sollen. Im kommenden Jahr werden dann die Serienfertigung und die kontinuierliche Optimierung der P3000 erfolgen.

E&M: Sie haben auch den Einstieg in die Rotorblattproduktion angekündigt. Wann werden die ersten Blätter produziert?

Rodbertus: Aktuell planen wir die Erweiterung um eine Rotorblattproduktion für das Jahr 2015, ein genauer Termin für den Produktionsstart steht zum derzeitigen Planungsstand noch nicht fest.


 
Prokons Premiere: Ende August ist der Prototyp der getriebelosen P3000 (3 MW Generatorleistung) mit 116 Metern Rotordurchmesser im vorpommerischen Krackow-Glasow nahe der deutsch-polnischen Grenze offiziell eingeweiht worden
Bild: Prokon




E&M: Wie hoch liegen die Investitionskosten für die Anlagen- und Blattproduktion inklusive Entwicklung? Sind die Gelder ausschließlich mit den Genussrechtsgeldern finanziert worden, die Sie seit Jahren einsammeln?

Rodbertus: Wir bitten um Verständnis, dass wir derzeit keine exakten Angaben zur Investitionshöhe der Anlagenproduktion machen möchten, da sich der gesamte Bereich noch im Aufbau befindet. Nach der Prototypenphase können wir verlässlichere Zahlen liefern. Die Rotorblattproduktion ist noch im frühen Planungsstadium, hier sind bisher keine maßgeblichen Investitionen erfolgt.
Nicht nur in unsere Geschäftsbereiche Projektierung und Betrieb von Windparks, biogene Kraftstoffe und Biomasse, sondern auch für die Anlagenentwicklung und -produktion der P3000 setzen wir Genussrechtskapital ein.

 
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Freitag, 30.08.2013, 13:10 Uhr