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Enerige & Management > Veranstaltung - Schaufenster intelligente Energie zieht Bilanz
Bild: Fotolia.com, Les Cunliffe
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Schaufenster intelligente Energie zieht Bilanz
Auf einer Konferenz in Hamburg wurden die Ergebnisse der fünf Sinteg-Projekte bewertet. Seit 2017 wird darin erforscht, wie ein sicherer Netzbetrieb bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien funktionieren kann.
 
Im zukünftigen Energiesystem, das wesentlich auf erneuerbaren Energien basiert, müssen eine sichere, stabile Versorgung mit einem effizienten Netzengpass‐Management und wirksamer Klimaschutz in einem funktionierenden Markt vereint werden. Dabei sind Akzeptanz der Gesellschaft und Partizipation Grundvoraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Dazu erprobten fünf Modellregionen in ganz Deutschland im „Schaufenster intelligente Energie“ (SINTEG) die technischen und organisatorischen Möglichkeiten.

Als Fazit sagten die Akteure bei der Abschlusskonferenz am 28. und 29. Oktober online und in Hamburg, dass die technischen Lösungen bereitstehen, um auch bei komplett erneuerbar produziertem Strom eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Zu den erprobten und eingeführten Maßnahmen zählten Last‐ und Erzeugungsverschiebung, Sektorkopplung und andere Flexibilitäten, mit denen das Energiesystem auf volatile Erzeugung reagieren kann.

Sektorkopplung und Markt für Netzdienstleister erprobt

In den Sinteg-Anwendungen wurde auch die Sektorkopplung modellhaft erprobt, bei der überschüssiger, regenerativ erzeugter Strom für den Wärmemarkt, den Verkehrssektor oder die Industrie nutzbar gemacht wird. Innovative Technologien wie Power‐to‐Heat, Power‐to‐Gas oder Power‐to‐X seien Schlüsseltechnologien für die Flexibilisierung und Systemintegration, aber auch für die nächste Phase der Energiewende mit einem deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien. Sinteg demonstrierte in der Praxis marktliche Mechanismen („Flexibilitätsplattformen“) zur optimalen Abstimmung zwischen Markt, System und Netz und erarbeitete konkrete Handlungsempfehlungen für die entsprechende Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens.

„Mit Sinteg ist ein wichtiges Experimentier‐ und Demonstrationsfeld zur Erprobung der Machbarkeit der Energiewende und zur Innovationsförderung geschaffen worden, um Musterlösungen im nationalen wie internationalen Kontext zu erzeugen“, lobte Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Das BMWi fördere das Programm bis März 2021 mit rund 200 Mio. Euro. Die entstandenen Kontakte und Kooperationen wirkten weit in die Zukunft, sagte er.

Damit diese „Blaupause“ überall in die Praxis überführt werden kann, müsse nun der regulatorische Rahmen angepasst werden, forderte Markus Graebig vom Teilprojekt Windnode in den sechs Bundesländern östlich der Elbe. Im Sinteg-Rahmen habe die Experimentierklausel dafür gesorgt, dass die technischen Möglichkeiten ohne Störungen eingesetzt werden konnten. Nun müssten auch die Rahmen für die Gesamtwirtschaft so angepasst werden, dass die entwickelten Lösungen in die Breite überführt werden können.

Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Hamburg, sagte: „Endlich wurde integrales Denken erfolgreich, die alten Sektorgrenzen zwischen Haushalten, Industrie und Energieerzeugung wurden überwunden.“ Das finde auch Rückhalt in der Bevölkerung. Allerdings hätten sich seit dem Jahr 2000 die Strompreise für die Industrie verdoppelt, das sei nicht attraktiv zum Nachahmen auch außerhalb Deutschlands, kritisierte er zugleich.

Intelligenz im Netz entlohnen

Albrecht Reuter vom Teilprojekt C/sells in Süddeutschland berichtete, dass die teilautomatisierte Kaskade erfolgreich erprobt wurde und dank Smart Meter Gateways auch Netzüberlastungen sicher gesteuert und ausgeglichen werden konnten. „Unser gemeinsamer C-Sells-Club online an jedem Montag kooperiert auch nach dem Projekt“, sagte Reuter. Lothar Ahle vom Designnetz in Nordrhein-Westfalen erinnerte das BMWi, dass Intelligenz im Netz viel Geld koste, weshalb das alte Top-Down-Stromsystem neue Vergütungssysteme brauche, die neue Marktakteure für Systemdienstleistungen entlohnen.

„Der Durchbruch der digitalen Methoden ist in den letzten Jahren gelungen, von Prognosen über Machine Learning bis zum Handel“, resümierte Ulf Brommelmeier vom Teilprojekt Enera in Niedersachsen. „Digitalisierung heißt zu schauen, wo Daten erzeugt werden, wie sie gesichert werden können und wie aus ihnen Mehrwert für die Kunden entwickelt werden kann.“ So könnten Prosumer am Energiesystem teilnehmen.

„Durch Sintegist ein einzigartiges Netzwerk von Experten aus ganz Deutschland entstanden, das eine Übertragbarkeit der jeweiligen regionalen Lösungen sicherstellt. Wir werden weitermachen!“, kündigte Prof. Wolfgang Beba vom Teilprojekt NEW 4.0 in Norddeutschland an.

Mehr Informationen über die Sinteg-Projekte   finden sich auf der Projekt-Website.

 
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Mittwoch, 28.10.2020, 14:52 Uhr