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Enerige & Management > Unternehmen - Schumacher: „Bei vielen Netzthemen sehen wir noch Pilotprojekte“
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
UNTERNEHMEN:
Schumacher: „Bei vielen Netzthemen sehen wir noch Pilotprojekte“
Hat die Netzausbau-Diskussion schon Auswirkungen auf die Netztechnik-Anbieter? Martin Schumacher, Vorstandsmitglied bei ABB Deutschland, erläutert die Aktivitäten im Markt.
 
E&M: Herr Dr. Schumacher, der Netzausbau ist ein wichtiges Thema bei der Energiewende, sowohl auf der Hochspannungsebene als auch bei den Verteilnetzen. Zeichnet sich bei ABB schon ein Auftragsboom ab?
 
Schumacher: Unser Heimatmarkt ist nicht nur Deutschland, sondern Europa. 2012 haben wir in Deutschland vier Prozent Umsatzsteigerung erzielen können. Bei vielen Netzthemen sehen wir noch Pilotprojekte, der ganz große Schwung ist noch nicht gekommen. Aber wir besetzen schon die richtigen Themen, beispielsweise haben wir jetzt einen Gleichstromschalter für Hochspannungsnetze verfügbar, und wir diskutieren natürlich zusammen mit unseren Kunden, was das Portfolio für morgen enthalten muss, und wie der Netzausbau bezahlbar bleiben kann.
 
E&M: Wird in den Netzen außerhalb Deutschlands mehr gebaut, oder ähnelt sich die Marktentwicklung in Europa?

Martin Schumacher: „In ein bis zwei Jahren kommt allmählich Musik in dieses Thema“
Bild: ABB

Schumacher: Bei vielen Themen ist Deutschland ganz weit vorne, der Fokus liegt aktuell aber eher auf Pilotprojekten. Aber es gibt auch Beispiele etwa aus dem portugiesischen Ort Évora, wo gleich 317 Ortsnetzstationen mit regelbaren Ortsnetztrafos bestückt worden sind, und wo 42 000 Haushalte an das Smart Grid angeschlossen sind. Das ist natürlich mehr als in dem Pilotprojekt RiesLing (Leittechnik intelligent gemacht in der Region Donauries; d. Red.), das wir zusammen mit EnBW vorantreiben und wo ein Exemplar der neuesten Generation unserer intelligenten Ortsnetzstationen eingebaut wurde. Aber ganz Portugal ist auch noch nicht auf den Zug mit den intelligenten Netzen aufgesprungen. Deswegen kann man schon sagen, die Welt schaut auf Deutschland mit seinen sehr anspruchsvollen Zielen und fragt sich, wie wir das wirtschaftlich hinbekommen.
 
E&M: Sind für ABB die Übertragungsnetze oder die Verteilnetze – auch von der technischen Entwicklung her – wichtiger?
 
„Der Netzausbau muss europäisch zusammenpassen“
 
Schumacher: Der wesentliche Teil der Energiewende findet in den Verteilnetzen statt, weil dort der größte Teil der Erneuerbaren eingespeist wird, aber grundsätzlich ist das eine genauso wichtig wie das andere. Man kann das Thema Übertragungsnetze auch nicht isoliert für Deutschland sehen. Die Frage ist immer, wie sich der Netzausbau europäisch auswirkt, das muss zusammenpassen.
 
Beim Verteilnetz kommen wir durch die fluktuierenden Einspeisungen schnell zum Thema Smart Grids.
 
E&M: …das Sie unter dem Stichwort Active Sites verstärkt in die Diskussion bringen wollen…
 
Schumacher: Bei den Smart Grids und den Active Sites geht es darum, Verbrauch und Erzeugung lokal zusammenzuführen, den Energieverbrauch lokal zu steuern und gleichzeitig dann auch die Netzanbindung an das übergeordnete Netz zu optimieren. Wir machen das auch selbst an den ABB-Standorten. Dort erzeugen wir selbst erneuerbare Energien und haben Kraft-Wärme-Kopplung installiert, wir haben große Lasten und optimieren natürlich in Zeiten steigender Energiepreise den Stromverbrauch auch im eigenen Hause.
 
E&M: Stoßen Sie mit Ihrem Netzsteuerungs-Angebot bei Stadtwerken auf Interesse, oder warten die bei der Bestellung von intelligenten Ortsnetztrafos und Steuertechnik noch ab?
 
Schumacher: Generell sehen wir, dass sich Versorger, kommunale wie auch regionale, mit dem Thema beschäftigen. Es gibt Pilotprojekte bei EWE, bei EnBW oder RWE sowie auch bei einzelnen Stadtwerken, alle beschäftigen sich mit der Smart-Grid-Technologie. Speziell im ländlichen Bereich wird es durch die Erneuerbaren gerade an sonnigen Feiertagen besonders spannend in den Netzen, aber es wird nur relativ langsam enger im Verteilnetz. Eine hohe Quote von 50 bis 80 Prozent Erneuerbaren haben wir bisher nur in sehr wenigen Netzabschnitten. Regelbare Ortsnetztrafos werden deshalb noch nicht in großem Stil nachgefragt, aber ich denke, so in ein bis zwei Jahren kommt allmählich Musik in dieses Thema.
 
 
 
Virtuelles Kraftwerk testen
T-Systems und die ABB-Tochter Ventyx, ein Software-Anbieter an der Schnittstelle von Energie- und Kommunikationstechnik, wollen zusammen ein virtuelles Kraftwerk testen und die Technik dann interessierten Versorgern anbieten. Einbinden will man in das System dezentrale Erzeuger, verteilte und schaltbare Lasten und Speicher. T-Systems stellt dazu Server und IT-Infrastruktur bereit, ABB die Software und die nötige Elektrotechnik für das Steuern und Schalten.
 
 
Umsatzplus für letztes Geschäftsjahr
ABB Deutschland konnte im Geschäftsjahr 2012 das Umsatzwachstum fortsetzen, allerdings waren Auftragseingang und operatives Ergebnis rückläufig. Gestiegen ist der Umsatz um 4 % auf 3,57 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit etwa 10 000 konstant.
 
Der Auftragseingang ging um 19 % auf 3,05 Mrd. Euro zurück; Grund dafür war vor allem ein Offshore-Großauftrag, den das Unternehmen im dritten Quartal 2011 erhalten hatte, und der die Auftragszahlen für 2011 deutlich steigerte. Rechnet man diesen Effekt heraus, ergibt sich eine Steigerung beim Auftragseingang um 2 % gegenüber dem Vorjahr.

 
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Donnerstag, 25.04.2013, 09:24 Uhr