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Enerige & Management > E-World - Smart Meter mit Hindernissen
Bild: ghazii / Fotolia
E-WORLD:
Smart Meter mit Hindernissen
Viele Unternehmen stehen in den Startlöchern, Pilotprojekte laufen, doch der massenhafte Rollout der Smart Meter lässt auf sich warten. Das hat Gründe.
 
„Das Digitalisierungsgesetz war der Versuch, alle Verbraucher mit Smart Metern an das Datennetz anzuschließen. Dann ging gleich der Machtkampf los zu der Frage: Wer kriegt die Daten?“ blickt Michael Geßner, Abteilungsleiter im nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Energieministerium, bei einer Veranstaltung der Energieagentur NRW bei der E-world in Essen auf die Diskussionen zurück.

Aber egal, ob nun Übertragungsnetz- oder Verteilnetzbetreiber darüber verfügten, „am Ende zahlt der Verbraucher dafür“, stellt er klar. Daher habe der Gesetzgeber eine Obergrenze definiert. „Das war ein Hauen und Stechen über Monate“, erinnert sich Geßner. Nun gibt es das Gesetz, nach dem unter anderem Kunden mit einem Stromverbrauch von über 6 000 kWh/a verpflichtet sind, intelligente Messsysteme einbauen zu lassen, bei geringeren Verbräuchen ist dies noch freiwillig. "Die Freiwilligkeit macht es schwierig, das wird sich noch über Jahre hinziehen", meint der Ministeriale.

Noch keine Zertifizierung erfolgt

Inzwischen bieten eine ganze Reihe von Versorgern, von Eon bis hin zu Stadtwerken Smart Meter und Dienstleistungen darum herum an. Doch es hakt: „Wir haben es seit eineinhalb Jahren nicht geschafft, die Smart Meter an den Markt zu bringen“, konstatiert Geßner und nennt den Hauptgrund dafür: „Die Smart Meter sind noch nicht zertifiziert.“ Um Wettbewerb zu gewährleisten, geht es ja nicht nur um eine Gerätemarke, sondern es müssen mehrere zertifiziert werden.

Zuständig ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationsgesellschaft (BSI) und das macht sich die Sache offenbar nicht einfach. Internet-Experte Sascha Lobo findet das richtig: „Es ist gut, wenn man sich Zeit nimmt. Das ist besser, als wenn die Geräte eingebaut sind und man nach einem Jahr feststellt, dass es Probleme gibt.“ Das wäre dann ein großer Schaden für das Image und die Akzeptanz, so Lobo.

Es rechnet sich nur für Prosumer, für Kleinverbraucher nicht

Dabei ist die Akzeptanz der Verbraucher elementar, denn diese sind „der Schlüssel zur digitalen Revolution im Bereich Energie“, wie NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) unterstreicht. Zumal die Smart Meter ja etwas kosten. „Wir haben das mal ausgerechnet: In der Regel rechnet sich das für die kleinen Verbraucher nicht“, sagt der Digitalisierungsexperte Wolf Ketter, Direktor am Energiewirtschaftlichen Institut der Universität zu Köln (EWI).

Für Prosumer hingegen, also Verbraucher, die selber etwa über ihre Solar-Dachanlage Strom produzieren und diesen verkaufen wollten, seien Smart Meter wahrscheinlich ein großer Vorteil. Erwartet wird, dass deren Zahl auch in NRW in der kommenden Dekade stark ansteigen wird: von aktuell rund 130 000 auf 2,6 Mio., so Ministerin Schulze-Föcking.

Akzeptanz braucht Information und Datenschutz


Ökonom Ketter verweist auf Umfrageergebnisse, die zeigen, dass der Datentransfer viele Verbraucher abschreckt: „Sie haben Angst“, weil sie nicht wüssten, was mit ihren Daten geschieht. Zudem mangelt es an grundlegenden Informationen: „68 Prozent der Befragten haben noch nie etwas von Smart Metern gehört“, berichtet Schulze-Föcking. Sie stellt daher die Bedeutung von Information und Beratung heraus. Datenschutz und Sicherheitsstandards müssten eingehalten werden, um die Privatsphäre zu schützen. Aber auch rechtliche und technische Fragen, wie etwa Haftungsregelungen und Kompatibilität digitaler Geräte müssten angesprochen werden.

 
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Mittwoch, 07.02.2018, 13:09 Uhr