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Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Smart Meter schneller einführen
Eine schnellere Verbreitung intelligenter Stromzähler empfiehlt der Bundesverband der Energiemarktdienstleister – so wie bisher geplant sei der Smart-Meter-Rollout nicht effizient.
 
Deutschland ist bei der Einführung von Smart Metern im europäischen Vergleich schlecht aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Bundesverbandes der Energiemarktdienstleister (BEMD). Installation und Betrieb von intelligenten Messsystemen sind demnach nirgendwo in Europa so teuer wie in Deutschland.

„Wir brauchen viel zu lange und dann machen wir es auch noch zu kompliziert“, bringt BEMD-Geschäftsführer Dirk Briese die Kritik des Verbandes auf den Punkt. Angesichts des aus Datenschutzgründen sehr komplexen und teuren Systemkonzepts für die neuen Zähler sei es notwendig, schneller als bisher geplant eine größere Zahl von Smart Metern in den Markt zu bringen, um so Skaleneffekte zu erschließen. Deutschland müsse aufpassen, dass die Kosten für Smart Metering in den nächsten Jahren nicht aus dem Ruder liefen.

Die Vorgaben der Bundesregierung, bis 2020 lediglich 23 Prozent aller deutschen Stromzähler durch intelligente Messsysteme zu ersetzen, reichten nicht aus. „Das muss schneller gehen“, fordert der BEMD und plädiert für ein Anheben der deutschen Ziele für Smart-Meter bis 2020 und danach. Das erste Viertel oder Fünftel der eingebauten Zähler sollte nach Ansicht des Verbandes über eine Umlage auf die Netzentgelte über wenige Jahre refinanziert und so auf möglichst viele Schultern verteilt werden.

Außerdem hält es der BEMD für sinnvoll, beim Smart-Meter-Rollout nicht nur Strom, sondern wie in Großbritannien und in den Niederlanden auch Gas oder sogar Wasser ins Auge zu fassen, um Synergien beim Einbau und im Betrieb zu nutzen. Ein Blick in Nachbarländer zeige, dass eine konsequente Einführung intelligenter Messtechnik auch wirtschaftlich ein Gewinn sei. In Italien, in den Niederlanden, Österreich, Schweden und England, wo Smart Meter bereits flächendeckend bei allen Verbrauchern eingeführt sind oder bis spätestens 2020 eingeführt sein sollen, gehe man schon zu diesem Termin davon aus, dass die damit erreichbaren Vorteile die Kosten überwiegen.

Zu niedrige Umsetzungszahlen beim Rollout

In Deutschland dagegen sei bis 2020 mit einem Defizit von etwa 600 Mio. Euro zu rechnen. Das hänge auch damit zusammen, dass bis dahin die Verbrauchssteuerung über Smart Meter, auf die das Systemkonzept ausgerichtet sei, noch keine große Rolle spielen werde, meint Briese. „Die negative Gesamtbilanz in Deutschland in den kommenden fünf Jahren und darüber hinaus liegt vor allem an den niedrigen Umsetzungszahlen“, benennt die BEMD-Analyse aber auch die Hauptursache für das prognostizierte Defizit.

Eine raschere Verbreitung der intelligenten Zähler würde jedoch nicht nur das Kostendefizit dämpfen, sondern nach Einschätzung des Verbandes auch die Einführung neuer, darauf bezogener Energieprodukte wie zum Beispiel lastvariabler Tarife erleichtern. Smart Meter sollen nicht nur die Verbrauchserfassung vereinfachen, sondern auch ermöglichen, bei einem Stromüberangebot deutlich günstigere Preise anzubieten als bei Stromknappheit. Verbraucher sollen so motiviert werden, den Betrieb ihrer Geräte und Maschinen auf das Angebot auszurichten und dadurch zur Steigerung der Gesamteffizienz beizutragen.

Langfristig gesehen versprechen Smart Meter nach Einschätzung des BEMD auf jeden Fall wirtschaftliche Vorteile. „Für die Energiewende sind intelligente Zähler absolut sinnvoll“, stellt Briese klar. Schon 2032, wenn nach derzeitigen Planungen 31 Prozent aller Stromzähler durch intelligente Systeme ersetzt sein sollen, lägen die finanziellen Vorteile über den Kosten. Auch über den gesamten Lebenszyklus eines Zählers gerechnet, verspreche die neue Technik ein deutliches Plus auf der Habenseite, das durch Energieeinsparung, Lastverschiebung und vermiedene Investitionen in das Netz erreicht werde.

Das wichtigste Argument für die intelligente Messtechnik sei aber die Verbesserung der Transparenz. Sie sorge für Akzeptanz bei den Verbrauchern.

 
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Freitag, 08.01.2016, 15:33 Uhr