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IT-MANAGEMENT:
Software-Branche unter Termindruck
Die Anbieter von Programmen für den Energiemarkt sehen sich durch die Vorgabe der Bundesnetzagentur, bis zum 1. August 2007 den Prozess des Lieferantenwechsels automatisiert abbilden zu müssen, unter Druck gesetzt. Derzeit sieht es danach aus, dass zum geforderten Zeitpunkt zwar die Software fertig gestellt sein wird, aber noch nicht bei allen Energieversorgern laufen wird.
 

Insbesondere der größte Software-Anbieter in diesem Markt, SAP, und seine Kunden haben ein Zeitproblem: Zwar wird SAP vor dem Stichtag 1. August mit den Programmier-Arbeiten fertig sein, doch bleibt dann für seine Kunden – und gerade die ganz Großen mit vielen Zählern haben SAP im Einsatz – nicht mehr genügend Zeit, die neue Software fristgerecht zu installieren und zu erproben. Die „sportliche“ Terminsetzung der Netzagentur (BNetzA) war vor diesem Hintergrund das Thema, das bei den Software-Anbietern auf der diesjährigen E-world am heftigsten diskutiert wurde. Generell betonen vor allen Dingen die kleineren Anbieter, dass ihre Software bereits BNetzA-konform laufe, während insbesondere SAP die Programmier-Arbeiten in Kürze abschließen will. Der Anbieter verweist darauf, dass seine Software weltweit eingesetzt werde, was die Programmierung und die Abstimmung zeitaufwändiger mache.

Ab 1. August muss in Deutschland von den Stromversorgern zunächst der Prozess des Lieferantenwechsels automatisch umgesetzt werden können. Vorgeschrieben sind dazu die Verwendung der Datenformate EDIFACT, UTILMD und MSCONS für den Austausch der Stammdaten und der gelieferten Energiemengen. Ab dem 1. Oktober müssen dann auch die Rechnungsdaten und die Zahlungsavise automatisch zwischen den Marktpartnern ausgetauscht werden können. Dafür sind die Formate INVOIC und REMADV verpflichtend.

Um diese Forderungen umsetzen zu können, sind etwa bei SAP und Schleupen der Einsatz einer neuen Software-Version nötig. Schleupen-Vorstand Manfred Diebitz kalkuliert etwa fünf Tage für den Umstieg auf die neue Software-Version, SAP-Kunden werden länger brauchen, war auf der E-world zu hören. Grund für die neue Software-Version ist laut Schleupen, dass nur mit einer integrierten Anwendung die komplexen Prozesse richtig abgewickelt werden können. Eine einfache Konvertierung der Daten in die EDIFACT-Formate reiche in keinem Fall aus, betonte der Anbieter in Essen. Die neuen Software-Module von Schleupen zur Erfüllung der Anforderungen der Netzagentur seien seit Anfang des Jahres in die aktuelle Version der Branchenlösung eingebaut.

Auch der SAP-Partner cormeta konnte in Essen schon Lösungen zeigen, mit denen sich der Datenaustausch gesetzeskonform abwickeln lässt. Ab März/April sollen die entsprechende Lösungen auf dem Markt angeboten werden. Dazu hat das Unternehmen einen workflow für SAP IS-U entwickelt und stellt einen Kommunikations-Server zur Verfügung, der EDIFACT-Formate bearbeiten kann. Er verwaltet den Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Systemen (etwa Mail und SAP) und überprüft die Datensätze auf Vollständigkeit. Bei Fehlern fordert er automatisch einen neuen Datensatz an, erläutert cormeta.

Keine Probleme mit dem Einhalten der engen Zeitvorgabe durch die Bundesnetzagentur sehen Software-Anbieter wie Wilken, SIV oder Aktif (siehe Kästchen). SIV-Chef Jörg Sinnig betont, dass seine Kunden seit Anfang des Jahres Schritt für Schritt auf das neue Software-System umgestellt werden. Und Wilken verspricht eine schnelle Umsetzung der BNetzA-Vorgaben durch den Einsatz eines Zusatzmoduls. Dieses werde an die aktuelle Version seiner Software Energy 3.1 angeschlossen, die bei den Kunden bereits im Einsatz sei, erläuterte Wolfgang Grandjean auf der E-world das Vorgehen. Das neue Werkzeug bilde alle vorgeschriebenen Prozess-Schritte ab und unterstütze die Mitarbeiter bei der korrekten Abwicklung der Aufgaben.

Eine besondere Lösung speziell für kleine Stadtwerke hält der Software-Anbieter regiocom bereit. Das Unternehmen hat ein Modul entwickelt, das Daten in den geforderten Formaten annehmen und auch wieder versenden kann. Sie werden dann allerdings nicht in der Unternehmens-Software automatisch weiterverarbeitet, sondern per Hand in die betreffenden Systeme eingegeben. Der Vorteil laut regiocom: Insbesondere kleine Energieversorger haben damit sehr schnell die Möglichkeit, nach außen hin alle Vorgaben der Netzagentur zu erfüllen, ohne intern auf eine neue Software umsteigen zu müssen.

Damit die Systeme auch wirklich reibungslos zusammenarbeiten, lassen sie die meisten Hersteller von der Edna-Initiative testen. Die Initiative hat dazu eine Testmaschine von der niederländischen Kema entwickeln lassen und betonte auf der E-world erneut die Wichtigkeit solcher Tests. Sie prüfen nicht nur, ob die Datenformate richtig eingehalten werden, sondern ob der ganze Kommunikationsprozess korrekt abläuft. Dazu werden die Rollen der einzelnen Marktteilnehmer abgebildet und simuliert, gleichzeitig erfolgt ein Datenaustausch mit einer Prüfung von Form und Inhalten der übermittelten Daten.

Wenn allerdings bis zum 1. August nicht bei allen Stromversorgern die Software wie gefordert läuft, und danach sieht es im Augenblick aus, wird zunächst der Papierverbrauch deutlich steigen: Per Fax muss dann nachgeprüft werden, ob auch alle Daten richtig übermittelt wurden, prognostizierten Marktteilnehmer auf der E-world.


 
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Dienstag, 27.02.2007, 11:31 Uhr