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Enerige & Management > Regenerative - Solarstrom ist für Unternehmen weiter lukrativ
Bild: Shutterstock, THANIT PKC
REGENERATIVE:
Solarstrom ist für Unternehmen weiter lukrativ
Die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage macht sich für Unternehmen auch weiterhin bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt der Zusammenschluss Solar Cluster BW.
 
PV lohnt sich nach wie vor für Unternehmen: Zwar liege die staatliche Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom bei mittelgroßen Dachanlagen aktuell nur noch bei rund 6 Cent/kWh. Rechne man aber den Gewinn für den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms hinzu, könne man trotzdem auf eine jährliche Rendite von über 5 % kommen, heißt es in einer Mitteilung des Stuttgarter Netzwerks Solar Cluster BW.

„Für Unternehmen ist es weiterhin finanziell lukrativ, mit Solarmodulen Strom zu erzeugen“, betonte Franz Pöter, Geschäftsführer des Solar Clusters Baden-Württemberg. „Neben dem Gewinn, den die Anlage erzielt, steigt aber auch die Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung. So können Firmeneigentümer ihre Kosten besser kalkulieren.“ Dabei bieten, wie es weiter heißt, Dächer auf Büro- und Gewerbeimmobilien ein enormes Potenzial. Hinzu kämen unzählige Freiflächen in Industrie- und Gewerbegebieten, die als Konversionsflächen ausgewiesen sind.

Die Kosten für Solarstromanlagen sind nach Angaben des Solar Clusters in den vergangenen zehn Jahren um rund die Hälfte gesunken. Für eine gewerbliche Aufdachanlage fielen derzeit je nach Größe 800 bis 1.000 Euro/kWh installierte Leistung an. Der von den Solarkraftwerken auf dem Dach erzeugte Solarstrom koste damit rund 6 bis 7 Cent/kWh bei einem Betrieb über 20 Jahre – inklusive der Kosten für Wartung und Reparaturen.

Da die Vergütung für mittelgroße Gewerbeanlagen – gängige Größen sind 100 bis 750 kW installierte Leistung – bei nur noch rund 6 Cent/kWh liegt, sei ein kostendeckender Betrieb mit Volleinspeisung nur schwer möglich. Weil die Firmen in der Regel einen Teil des Solarstroms selbst verbrauchen, kämen aber geringere eigene Stromkosten hinzu.

Nutzt ein Gewerbeunternehmen den eigenen Solarstrom, muss es dafür keinen Netzstrom für im Schnitt 17 Cent/kWh kaufen, rechnet der Verband vor. So spare man die Differenz zwischen den Solarstrom- und Netzstromkosten von rund 10 Cent. Davon abgezogen werden müsse noch ein Teil der EEG-Umlage von 2,5 Cent/kWh für den Eigenverbrauch bei Anlagen über 30 kW installierter Leistung. Im Ergebnis erziele der Verbrauch des Solarstroms vom eigenen Industriedach daher einen Gewinn von rund 8 Cent/kWh. Zudem hätten Unternehmen im Gegensatz zu Privathaushalten aufgrund von laufenden Produktionsmaschinen, Klimaanlagen, Beleuchtung und Computern tagsüber oft einen konstant hohen Strombedarf. Das decke sich wiederum mit dem Solarstromangebot vom Dach, da die Module vor allem von 8 bis 18 Uhr Strom liefern. So könnten Eigenverbrauchsquoten von 70 % und mehr ohne Solarstromspeicher erreicht werden.

Das Solar Cluster Baden-Württemberg besteht aus 45 Mitgliedern. Sowohl Wirtschaftsunternehmen der Photovoltaik- und Energiebranche als auch Stadtwerke und Forschungsinstitute des Landes sind Teil des Interessenverbandes. Er will vor allem die industriepolitische und volkswirtschaftliche Bedeutung der Solarenergie stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau aktiv mitentwickeln sowie einen dauerhaften Markt für Solarenergie schaffen.
 

Günter Drewnitzky
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 22.02.2021, 14:32 Uhr

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