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Enerige & Management > Klimaschutz - Stadtwerke Kassel "befeuern" Kohleausstieg
Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Stadtwerke Kassel "befeuern" Kohleausstieg
In ihrem Fernwärmekraftwerk wollen die „Städtischen Werke Energie+Wärme“ in Kassel künftig Klärschlamm verbrennen und so den 100-%-Ausstieg aus der Kohleverbrennung auf 2025 vorziehen.
 
Ihrer im Jahr 2013 festgezurrten Fernwärmestrategie zufolge, setzte die Städtische Energie+Wärme GmbH die vollständige Umstellung auf CO2-neutrale Brennstoffe auf 2028 fest. „Schon das war sehr ambitioniert“, weiß Michael Maxelon von den Städtischen Werken. Dank der Fertigstellung der Klärschlamm-Bandtrocknung am 23. April und einer neuen Turbine ab 2022 für das Fernwärmekraftwerk in der Dennhäuser Straße kann der Versorger den Ausstieg aus der Kohleverbrennung nun um drei Jahre auf 2025 vorziehen. „13 Jahre früher als vom Bund geplant“, so Maxelon.

Schon in der kommenden Heizperiode 2020/2021 soll der Bandtrockner seine Arbeit im Kraftwerk aufnehmen. 8.000 t fossile Braunkohle würden dann durch getrockneten Klärschlamm ersetzt werden. Dadurch könne das Fernwärmekraftwerk rund 10 % seiner bisherigen CO2-Emissionen im Jahr einsparen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Zudem werde der in der Region anfallende Klärschlamm weiterverwendet und müsse nicht kostenintensiv entsorgt werden.

83 % des Brennstoffes werden ausgenutzt

Am Standort Dennhäuser Straße werden durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom (38 MW) und Wärme (80 MW) produziert. „So nutzen wir den eingesetzten Brennstoff zu über 83 % aus“, betont Maxelon. Ein konventionelles Kraftwerk liege dagegen bei nicht einmal 40 %. Fernwärme sei die sauberste Wärme, unabhängig vom Brennstoff. Durch zusätzliche Mengen Klärschlamm und ab 2023 durch den Einsatz von Altholz werde der Kohleanteil immer weiter reduziert. Insgesamt 120.000 t Kohle pro Jahr gelte es durch biogene Brennstoffe zu ersetzen. 

Der Einsatz der neuen Turbine ab 2022 erlaube es, dass das Kraftwerk künftig ganzjährig flexibel Strom und Wärme - je nach Anforderung - auskopple. Dies gebe den kommunalen Lieferanten von nassem Klärschlamm eine ganzjährige Entsorgungssicherheit und ermögliche es, zusätzlichen trockenen Klärschlamm zur Kohlesubstitution zu gewinnen, wie die Städtischen Werke erläutern.

Durch den Wechsel von Kohle auf Klärschlamm bleiben nach Unternehmensangaben 200 Arbeitsplätze im Kraftwerk erhalten. 28 Mio. Euro investiert der Regionalversorger nach eigenen Angaben bis 2025 in den Standort.

 

 
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Montag, 27.04.2020, 15:59 Uhr