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Enerige & Management > Solarthermie - Stadtwerke Kempen setzen auf Solarthermie
Bild: Fotolia, digital-designer
SOLARTHERMIE:
Stadtwerke Kempen setzen auf Solarthermie
Die Stadtwerke Kempen am Niederrhein planen, mit einer Solarthermieanlage die Energiewende im Fernwärmenetz vorantreiben. Das Planverfahren im Stadtrat ist jetzt angelaufen.
 
Bislang wird die Fernwärme, mit der die Stadtwerke Kempen (Landkreis Viersen) rund 60 % der Haushalte versorgen, über Kraft-Wärme-Kopplung produziert. Energieträger ist Erdgas, das verstromt wird. Die Solarthermie wäre dem gegenüber die umweltschonende Alternative. 

„Wir haben Untersuchungen dazu angestellt, welche Technologien generell für eine regenerative Wärmeerzeugung hier für uns in Kempen infrage kommen und sind bei der Solarthermie gelandet“, so eine Sprecherin der Stadtwerke Kempen im Gespräch mit E&M. Der nächste Schritt sei die Untersuchung hierfür geeigneter Standorte gewesen. Insgesamt 24 hat der kommunale Versorger unter die Lupe genommen. Den 13-Hektar-Standort im Südosten von Kempen hat der Versorger nun im Kempener Stadtrat vorgestellt.

Der gewählte Standort sei aus vielerlei Hinsicht praktisch, wie unter anderem aus der Projektbeschreibung der Stadtwerke hervorgeht: Das angedachte Feld ist ohne Verschattung und liege in keiner Wasserschutzzone oder einem Landschaftsschutzgebiet. Es befände sich außerdem in Nähe des BHKW an der Von-Ketteler-Straße. „Zudem würden wir dort einen Wärmespeicher errichten", so die Sprecherin gegenüber E&M. In Kombination mit der Solarthermie-Anlage ermögliche dieser, die tagsüber durch Sonnenenergie erzeugte Wärme zu speichern und sie in den Nachtstunden an das Fernwärmenetz abzugeben.

3.200 Vakuum-Kollektoren

Nach aktuellem Planungsstand gehen die Stadtwerke davon aus, dass die Solarthermie-Anlage mit ihren 3.200 Vakuum-Kollektoren rund 15 Mio. kWh thermisch im Jahr erzeugen könnte. „Rund 13 % des Wärmebedarfs können wir damit hier in Kempen decken“, so die Sprecherin. 

Bis es jedoch so weit ist, muss die Stadt noch ihre Zustimmung geben. Wie in der Lokalpresse zu lesen ist, sind etwa die Grünen noch nicht vom Standort des Solarthermie-Projekts überzeugt. Laut der Rheinischen Post haben zudem sowohl Landwirte als auch die CDU Bedenken angemeldet, da mit der Bebauung der 13 Hektar großen Fläche wertvoller Ackerboden verloren gehen würde. Die Stadtwerke dagegen argumentieren, dass mit der anvisierten Anlage keine Versiegelung der Fläche stattfinde. Stattdessen sei um die Kollektoren herum eine Grünfläche mit Blühwiesen angedacht, die mit Schafen beweidet werden können. Das nun angestoßene Planverfahren wird zeigen, ob die Stadtwerke ihr Solarthermie-Vorhaben umsetzen werden können. Die Kosten siedeln die Stadtwerke im zweistelligen Millionen-Bereich an.

 
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