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Enerige & Management > Großbritannien - Strompreise und Reservekapazitäten im Fokus
Bild: Fotolia.com, daboost
GROßBRITANNIEN:
Strompreise und Reservekapazitäten im Fokus
Ein alter Streit um die Strompreise ist in Großbritannien wieder neu entflammt: Die Regulierungsbehörde für den Gas- und Strommarkt Ofgem, wirft den großen sechs Energieversorgern vor, nicht schnell genug auf die sinkenden Großhandelspreise zu reagieren.
 
Ofgem-Vorstandschef Dermot Nolan mahnt die Versorger, ihre Preise für die Endverbraucher umgehend zu senken. Diese Attacke kommt deshalb überraschend, weil Ofgem selbst dafür sorgt, dass bei der Klärung der Frage, ob es Preisabsprachen in der Branche gibt, erhebliche Verzögerungen auftreten. Denn Nolan hat den Fall an die britische Wettbewerbsaufsicht Competition and Markets Authority (CMA) weitergeben lassen. Die CMA kann sich jedoch bis zu 18 Monate für ihren Prüfungsbericht Zeit lassen.
 
Das ist aus Sicht von Branchenkennern und Kommentatoren für die britische Energieversorgung viel zu lang. Sogar National Grid, der an der Londoner Aktienbörse notierte Betreiber der überregionalen Gas- und Stromnetze im Vereinigten Königreich, warnt davor, noch mehr Verzögerungen zu riskieren - vor allem, wenn es um den Bau der dringend benötigten neuen Gas- und Kernkraftwerke geht. Die Reservekapazität im britischen Kraftwerkspark ist laut National Grid schon von einst 20 auf 4 % abgesunken. Die Gefahr, dass in Großbritannien die Lichter ausgehen, sieht National Grid bis zum Winter 2015/2016 noch weiter wachsen - wenn nicht schnell etwas in Richtung Reservekapazität geschieht. Denn alte Kern- und Kohlekraftwerke gehen vom Netz, ohne dass genug an neuen Kapazitäten die Produktion beginnen. Zwar startet die britische Regierung in diesem Jahr mit der Auktion von Vorratskapazität, Kraftwerken, die bei Spitzenbedarf schnell Strom liefern können. Doch wie diese Auktionen laufen, ist noch völlig offen. Denn das politisch unsichere Investitionsklima - angefangen vom Referendum zur schottischen Unabhängigkeit am 18. September 2014 bis zu den 2015 anstehenden Neuwahlen für das britische Unterhaus - sorgt bei den Energieversorgern nicht gerade für Neubaupläne.
 
National Grid geht deshalb einen anderen Weg und versucht, Verträge mit großen gewerblichen und industriellen Energieverbrauchern zu schließen. Dafür, dass sie im Bedarfsfall ihre Produktion drosseln oder ganz abschalten, können sie im Schnitt 10 000 Pfund/MW oder umgerechnet 12 580 Euro/MW als Bereitstellungsprämie kassieren. Dazu kommen noch um die 15 000 Pfund/MWh oder umgerechnet 18 870 Euro/MWh für die Nutzung des Stroms durch Dritte. Das ganze soll über smart meter laufen, mit denen teilnehmende Unternehmer genau wissen, wie viel sie wann für welche Menge Strom erlösen, wenn sie abschalten. Die Financial Times glossiert dies System als Narrenposse - ausgelöst durch unfähige Politiker. Aber auch die Industrie ist nicht gerade glücklich über die Politik. Denn Energieversorger seien schon dazu übergegangen, den Mangel an Erzeugungskapazitäten über die Abschreckung von größeren Stromkunden zu managen. Automotive Insulation (AI), ein Hersteller von akustischen und thermischen Isolierungen in Rugby, hat ein neues Werk im schwedischen Göteborg gebaut. Denn am britischen Stammsitz, so Vorstandschef Jim Griffin, habe es keine ausreichende Stromversorgung gegeben. AI, die große Autobauer wie Bentley, Jaguar und Landrover beliefert, hat noch zwei weitere Werke in der aktuellen Planung. Deren Standort hängt laut Griffin davon ab, wo ausreichend Strom zu auskömmlichen Preisen zu bekommen ist. Nicht einmal die Aluminium-, Chemie- und Stahlindustrie als ganz große Stromverbraucher zeigen sich bisher besonders glücklich über die angebotenen Lösungen. Sie wünschen sich statt der Prämienwirtschaft günstigere Strompreise für die Industrie insgesamt. Mit Blick auf Frankreich und die USA wünschen sie sich, dass Großbritannien sowohl mit dem Bau neuer Kernkraftwerke wie der Förderung von Schiefergas endlich schneller vorankommt. Denn in Frankreich kostet dank Kernenergie der Industriestrom deutlich weniger als in Großbritannien, in den USA sorgt der Schiefergas-Boom für noch günstigere Strompreise

 
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Donnerstag, 12.06.2014, 16:08 Uhr