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Enerige & Management > Kernkraft - Studie schreibt Atomenergie Kosten in Billionenhöhe zu
Bild: Fotolia.com, Thorsten Schier
KERNKRAFT:
Studie schreibt Atomenergie Kosten in Billionenhöhe zu
Die „versteckten Kosten“ bei der Produktion von Atomstrom listet eine Studie im Auftrag von Greenpeace Energy auf. Damit sei widerlegt, dass Strom aus Kernkraft kostengünstig ist.
 
Die Atomenergie hat in Deutschland gesamtgesellschaftliche Kosten von mehr als 1.000 Milliarden Euro in 65 Jahren verursacht. Auf diesen Schätzwert kommt die Studie „Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie – eine Zwischenbilanz". Die Ökoenergie-Genossenschaft Greenpeace Energy hatte die Untersuchung beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) in Auftrag gegeben.

„Ein Großteil dieser Kosten war im Strompreis nie enthalten, weshalb Atomenergie fälschlicherweise als kostengünstige Stromquelle galt“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand der Greenpeace-Energietochter. Kein anderer Energieträger habe so hohe Kosten verursacht, führt Tangermann in einer Mitteilung weiter aus, zudem sei „die riskante Atomkraft auch nach 65 Jahren höchst unwirtschaftlich“. In die Berechnungen gingen unter anderen direkte und indirekte Fördermittel der öffentlichen Hand ein, sie belaufen sich nach der FÖS-Studie seit 1955 auf 287 Milliarden Euro. Hinzu kommen der Verkaufspreis des Stroms sowie externe Kosten etwa bei Störfällen.

"Geisterdebatte um Laufzeitverlängerungen" von AKWs beenden

Einige der Posten haben die Analysten hochgerechnet, da ihre Datenlage nur im Zeitraum von 2007 bis 2019 besonders gut dokumentiert war. Weil allein in dieser Spanne 533 Milliarden Euro an gesamtgesellschaftlichen Kosten entstanden seien, sei „auch bei konservativen Annahmen“ davon auszugehen, dass die Billionengrenze deutlich überschritten worden sei.

Die Geschichte der zivil genutzten Kernenergie geht auf die Gründung des Bundesministeriums für Atomfragen im Oktober 1955 zurück. In der Folge entstanden mehr als 100 Atomanlagen, darunter Atomkraftwerke, Forschungsreaktoren und Zwischenlager für Atommüll. FÖS-Studienleiterin Swantje Fiedler verweist darauf, dass auch nach dem Atomausstieg 2022 weitere Kosten anfallen, sieben Milliarden Euro allein für die Sanierung des Atomlagers Morsleben, des Forschungsendlagers Asse, des Uranerzbergbaus Wismut oder für die Stilllegung anderer Kernkraftwerksstandorte. Unsicher sei zudem, ob der 2017 geschaffene Atomfonds ausreiche, die Kosten für das geplante Endlager zu decken.

Vor diesem Hintergrund warnt Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann vor Stimmen, die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern oder neue Atomprojekte schaffen wollen. Dies würde die gesamtgesellschaftlichen Kosten weiter in die Höhe treiben und mehr Atommüll verursachen. "Wir erwarten, dass die Bundesregierung diese Geisterdebatte endlich mit einer klaren Ansage beendet, denn sie dient nur dazu, erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie zu diskreditieren und echten Klimaschutz zu verlangsamen", so Sönke Tangermann.

Die Studie „Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie – eine Zwischenbilanz“   ist im Webauftritt von Greenpeace Energy einsehbar.

 
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