• Geschmolzene Atomträume
  • Esslingen startet gemeinschaftliches Solarprojekt
  • Gutes Zeugnis für das ETS
  • Die wichtigsten Länder bei neuinstallierter Windkraftleistung
  • Strom rutscht ab, CO2 und Gas steigen
  • 90 % der Planungen nicht mehr von Flugsicherung blockiert
  • Interne Lösung: Stadtwerke Wasserburg mit neuem Werkleiter
  • Stadt Essen gründet eigenen Wasserstoff-Beirat
  • Klima-Expertenrat drängt auf bessere Datenlage
  • Mit erfundenen Windparks Konzerne um Millionen gebracht
Enerige & Management > Stromnetz - Studie: Weitere Gleichstromtrassen erforderlich
Transnet-Hauptschaltleitung in Wendlingen. Bild: Transnet BW
STROMNETZ:
Studie: Weitere Gleichstromtrassen erforderlich
Eine Untersuchung von Transnet BW sieht für den Süden Deutschlands ein steil  ansteigendes Stromdefizit in den nächsten Jahrzehnten. Zusätzliche Leitungsprojekte sollen das ausgleichen.
 
In der Studie, die sich mit den voraussichtlichen Gegebenheiten im Jahr 2050 beschäftigt, nimmt der Übertragungsnetzbetreiber auch explizit die Lage in Baden-Württemberg unter die Lupe.

Schon jetzt herrscht hier ein Stromdefizit von 8 Mrd. kWh, was sich relativ schnell mit der Abschaltung der Kernkraftwerke Ende 2022 verschärfen wird: Bis 2050 schätzen die Experten den Importbedarf aus dem Rest Deutschlands und dem europäischen Ausland auf 60 Mrd. kWh. Dabei gehen sie von einem allgemein höheren Strombedarf durch E-Mobilität und fürs Heizen (Wärmepumpen) aus, dem ein nur begrenzter Zubau an Erneuerbaren-Anlagen gegenübersteht.

Bei den Photovoltaik-Anlagen sieht die Studie zwar noch gute Entwicklungsmöglichkeiten: Sie erwartet eine Steigerung der installierten Leistung von jetzt 6.000 MW auf 22.200 MW. Das Potenzial für Windenergie ist dagegen vergleichsweise begrenzt. Hier wird ein Zuwachs von 1.600 MW auf 5.300 MW erwartet. Das sind nur 4 % der Onshore-Produktion in Deutschland.

In Bezug auf die Versorgungssicherheit sind Situationen mit geringer Verfügbarkeit Erneuerbarer und hoher Stromnachfrage im Ausblick deutlich kritischer zu bewerten, heißt es in der Studie. Vor allem im Winter und hier besonders abends sei man auf Importe angewiesen.

An dieser Stelle rückt ein weiteres Problem in den Mittelpunkt: die Transportleitungen. Sie sind mit Blick aufs Jahr 2050 permanent überlastet. Und das nicht nur in Bezug auf Baden-Württemberg. 15.700 Kilometer und damit 40 % des im Netzentwicklungsplan 2030 bestätigten Höchstspannungsnetzes würden 2050 unzulässige Überlastungen aufweisen. Das bestätigte eine Transnet-Sprecherin gegenüber E&M.

Vor allem Starkwind-Starklast-Situationen, wie sie im Winter häufig auftreten, führen zu Extrembedingungen für fast alle Leitungen auf der Nord-Süd-Achse. Baden-Württemberg würde in einem solchen Szenario rund 25.000 MW aus dem Norden beziehen. Und: Die – jetzt noch gar nicht fertigen – Hochspannungs-Gleichstromtrassen (HGÜ) Südlink und Ultranet wären in dem 2050er-Planspiel auch schon voll ausgelastet. Im Jahr 2018 betrug der maximale Austausch von Baden-Württemberg mit anderen Bundesländern übrigens 7.300 MW.

Wesentlich besser kommt das Bundesland dagegen mit sonnenintensiven Starklast-Tagen zurecht. Wegen der relativ hohen eigenen Solarstromproduktion fällt der Transportbedarf von Nord nach Süd wesentlich geringer aus.

Kaum verwunderlich also, dass die Netzbetreiber weitere Leitungen fordern, insbesondere auch zusätzliche Gleichstromtrassen von Nord nach Süd. Zum einen wollen sie durch die Weiterführung des Korridors B von Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) nach Altbach im baden-württembergischen Kreis Esslingen die Versorgung im Großraum Stuttgart verbessern. 2.000 MW sollen dabei über 447 Kilometer Erdkabel fließen. Auch sind Leerrohre für eine spätere Verstärkung vorgesehen. Weitere 2.000 MW will Transnet per HGÜ von Schleswig-Holstein nach Dellmensingen auf der Schwäbischen Alb schicken.

Den weiteren Ausbau des Drehstromnetzes will man ebenfalls vorantreiben. Verstärkt werden soll vor allem die oft überlastete Achse aus dem Tennet-Gebiet von Grafenrheinfeld bei Schweinfurt (Bayern) nach Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg). Hier ist auch der Konverter für die HGÜ-Trasse Südlink geplant.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 28.04.2020, 15:03 Uhr