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Enerige & Management > Stadtwerke - Thüga-Gremien arbeiten an Konfliktlösung
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Thüga-Gremien arbeiten an Konfliktlösung
Der Aufsichtsrat des Stadtwerke-Netzwerkes Thüga hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die auf die anderen Gremien des Stadtwerke-Netzwerkes zugehen soll. Ende Oktober läuft der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Ewald Woste aus.
 
Beim Stadtwerke-Netzwerk Thüga laufen hinter den Kulissen die Bemühungen mit Hochdruck, den Streit zwischen den Organen beizulegen. Der Aufsichtsrat der Thüga Holding AG hat eine vierköpfige Aufsichtsrats-Arbeitsgruppe eingesetzt, die auf die Organe der Gesellschafter zugehen soll, um künftige Personal- und Strategiefragen zu klären. Die Leitung dieser Gruppe hat der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig übernommen. Dass es sich dabei um eine interessante Aufgabe handelt, deutete Hofmann-Göttig in seinem Internet-Blog vom 21. Mai 2014 an: „Den ganzen Nachmittag verbringe ich mit Energiefachleuten, um die anstehenden Thüga-Strukturverhandlungen vorzubereiten. Ich merke, wie viel ich noch zu lernen habe, um die sehr komplizierten Strukturen der Thüga zu verstehen und ihre Entstehung. Das aber macht Spaß, sich in schwierige Projekte tiefgehend rein zu finden.“

Ein Blick in den Thüga-Geschäftsbericht 2013 macht deutlich, dass der Aufsichtsrat der Thüga-Holding auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Gesellschafterausschuss, der Finanzausschuss und der Personalausschuss unterschiedlich besetzt sind. Im Aufsichtsrat wird die Kapitalseite vor allem von Oberbürgemeistern und Kommunalpolitikern vertreten. Neben der Aufsichtsratsvorsitzenden Petra Roth, der ehemaligen Oberbürgemeisterin von Frankfurt am Main, sind dort der Oberbürgermeister von Nürnberg, Ulrich Maly, und der Hannoveraner Stadtkämmerer, Marc Hansmann, vertreten. Die Frankfurter Mainova, die Nürnberger N-Ergie und die Stadtwerke Hannover halten zusammen 62,25 Prozent der Anteile an der Thüga.

Die Interessen der anderen Anteilseigner-Gruppe, der „Kom9“, ein Zusammenschluss von 45 Stadtwerken, die 37,75 Prozent der Anteile halten, werden im Aufsichtsrat unter anderem vom Koblenzer OB Hofmann-Göttig und vom Fuldaer OB Gerhard Möller vertreten. Im Gesellschafterausschuss dagegen sitzen mit Michael G. Feist, Constantin Alsheimer und Josef Hasler die Chefs der drei Versorger aus Hannover, Frankfurt und Nürnberg. Im wichtigen Personalausschuss sind neben Feist und einem Vertreter der „Kom9“ auch drei Unabhängige vertreten, die von keinem der beiden Gesellschafter-Lager entsandt werden: Michael G. Baldus, Partner des ifp - Institut für Personal- und Unternehmensberatung Will & Partner, ist Vorsitzender des Gremiums. Die beiden anderen Mitglieder sind der Diplom-Physiker Wolfgang Kalsbach und der ehemalige Vorsitzende des Vorstands der Landesbank Hessen-Thüringen, Günther Merl. Baldus war auf Nachfrage von E&M Powernews am 6. Juni für eine Kommentierung nicht erreichbar. Nach Branchengerüchten ist es nicht ausgeschlossen, dass die bestehenden Streitigkeiten ohne Einigung vor Gericht enden könnten.

Gegenüber dem Branchendienst „Energate“ verwies der Sprecher der „Kom9“, Caspar Baumgart, der Vorstand des Schweriner Versorgers Wemag ist, auf den Beschluss der „Kom9“ vom 27. März 2014, in dem sich diese Gesellschaftergruppe für eine Verlängerung der Amtszeit des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Ewald Woste ausgesprochen hatte. Wostes Vertrag läuft Ende Oktober aus.

 
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Freitag, 06.06.2014, 15:02 Uhr