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Enerige & Management > Bilanz - Thüga hält Geschäft stabil
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
Thüga hält Geschäft stabil
Die Stadtwerke-Holding Thüga präsentiert sich bei ihrer Bilanzpressekonferenz als wirtschaftlich kerngesundes Unternehmen. Die Entscheidung gegen den Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken in den Jahren 2010 und 2011 und die Beteiligung an und die  Zusammenlegung von Strom- und Gasversorgern sind Grundlagen dieses Erfolgs. Vorstandschef Ewald Woste betont die Rolle der Banken.
 
Die Stadtwerke-Holding Thüga hat trotz schwieriger Marktlage im vergangenen Jahr ihr Geschäft ausweiten und stabilisieren können. Die Thüga hält Beteiligungen an rund 100 deutschen Stadtwerken und Versorgern: Der Gesamt-Umsatz dieser Beteiligungsunternehmen betrug im vergangenen Jahr 23,3 Mrd. Euro und lag damit 4 % über dem Umsatz 2012. Der Gasabsatz in diesen Beteiligungsunternehmen stieg vor allem witterungsbedingt um 3,4 %, der Stromabsatz sogar um 16,3 % gegenüber dem Jahr 2012. Hierbei kam auch der Gewinn neuer Kunden zum Tragen.

Thüga-Chef Ewald Woste sagte bei der Bilanzpressekonferenz am 26. Mai in München, er präsentiere „die Zahlen eines kerngesunden Unternehmens“. Das Ergebnis der Thüga Aktiengesellschaft aus diesen Beteiligungen stieg – trotz des schwierigen energiewirtschaftlichen Umfelds - von 340,1 Mio. Euro im Jahr 2012 auf 343,9 Mio. Euro im Jahr 2013. Die Dividende der Thüga Holding GmbH &Co. KGaA für die Gesellschafter liegt mit 24,10 Euro je Stückaktie fast 5,5 % über dem Vorjahresniveau. Zudem werden die Gewinnrücklagen um 30 Mio. Euro aufgestockt.

Der Umsatz der Thüga Holding-Konzern sank von 6,846 Mrd. Euro leicht auf 6,587 Mrd. Euro, auch aufgrund der niedrigeren Strompreise. Das Konzern-Beteiligungsergebnis verschlechterte sich von 340 auf 292 Mio. Euro, was Finanzvorstand Christof Schulte als Ergebnis negativer Effekte bei der Equity Fortschreibung bezeichnete. Der Konzernüberschuss blieb mit 298,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil. „Auch für 2014 erwarten wir ein ähnlich stabiles Ergebnis wie 2013“, sagte Finanzvorstand Schulte.

Vorstandschef Woste führte die vergleichsweise gute wirtschaftliche Lage der Thüga auf vor allem zwei Punkte zurück: zum einen die guten Ergebnisse der Thüga-Beteiligungsunternehmen, zum anderen die frühzeitige Entscheidung, auf Investitionen zu verzichten, die sich heute bei anderen Energieunternehmen als Verlustbringer entpuppen. So habe die Thüga in den Jahren 2010 und 2011 die Grundsatzentscheidung getroffen, nicht in neue Gaskraftwerke und auch nicht in Kraftwerke auf Stein- und Braunkohlebasis zu investieren. Auch gegen einen bundesweiten Energievertrieb habe man sich damals entschieden, weil keine entsprechenden Margen zu erwarten gewesen seien. Neben einer Reihe von Beteiligungen an Kommunalversorgern habe die Thüga auch eine Reihe von Fusionen angestoßen. „Wir haben uns hier immer von dem Gedanken leiten lassen, Strom und Gas zusammen zu fusionieren, weil wir davon ausgehen, dass diese beiden Medien immer enger zusammen wachsen“, sagte Thüga-Chef Woste. Solche Fusionen habe die Thüga in Kaiserslautern, Chemnitz, Fulda und in Koblenz angestoßen. „Die Strategie war: Akquisition neuer Beteiligungen und Fusionen im Bestand, um die Strom- und Gasversorgung zusammen zu führen.“ Dies sei eine weitere Grundlage dafür gewesen, so positive wirtschaftliche Zahlen erreichen zu können.

Woste betonte, dass die Thüga darauf angewiesen sei, ein solides Investment-Grade-Rating bei Banken und anderen Geldgebern zu erhalten. Die Thüga sei 2009 von den heutigen Eigentümern für 2,3 Mrd. Euro aus dem Eon-Konzern herausgekauft worden. Von etwa 1 Mrd. Euro Verbindlichkeiten der Thüga stammten etwa 800 Mio. Euro aus der Finanzierung dieser Übernahme. "Wir als Thüga müssen einen Teil des Kaufpreises finanzieren. Das ist auch in Ordnung so", sagte Woste: "Wichtig ist, dass wir intensiv daran gearbeitet haben, uns dieses Vertrauen bei den Banken zu erwerben. Und es ist natürlich vollkommen klar, dass wir hier gegenüber den Banken absolute Plantreue und absolute Treue in den Zahlen zeigen müssen."

Mit dem aktuellen Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) von 2,3, der nicht auf einen Faktor über 3 steigen solle, sei die Thüga ein gesundes Unternehmen. "Das ist heute nicht selbstverständlich", sagte Woste: "Das ist uns wichtig gegenüber den Banken, denn bei allen Diskussionen, die über die Thüga geführt werden, vergisst man immer einen Partner: Das sind diejenigen, die das Geld finanziert haben und das auch gerne wieder von uns zurück hätten. Und das funktioniert logischerweise nur, wenn wir sehr konzentriert arbeiten, um diese Ergebnisse erwirtschaften zu können."

 
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Montag, 26.05.2014, 16:29 Uhr