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Enerige & Management > Smart Meter - Überleben im Messstellenbetrieb
Bild: Voltaris/Niels Schubert
SMART METER:
Überleben im Messstellenbetrieb
Ein Thema, das während der Metering Days in Fulda intensiv diskutiert wird, sind die Zukunftsaussichten des grundzuständigen Messstellenbetreibers.
 
Ist er das Kaninchen, das vor der Schlange, dem wettbewerblichen Messstellenbetreiber, sitzt und nur darauf warten kann, verschlungen zu werden?

Der Gesetzgeber hat dem örtlichen Verteilnetzbetreiber die Rolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers zugewiesen. Die Bundesnetzagentur hat in ihren Auslegungsgrundsätzen vom vergangenen Juli festgehalten, dass der grundzuständige Messstellenbetrieb zum Netzbetrieb gehört und damit vollständig den Entflechtungsvorschriften des EnWG unterliegt.

Das bedeutet, der grundzuständige Messstellenbetreiber darf nicht wie der wettbewerbliche den Messstellenbetrieb beispielsweise mit einer Stromlieferung und sonstige Dienstleistungen kombinieren. In Fulda wurden Stimmen laut, die die befürchten, damit könnte der grundzuständige Messstellenbetreiber schon tot sein, noch bevor er richtig zum Leben erwacht ist.

Angesichts offensichtlich geringer Wechselquoten im schon seit 2008 liberalisierten Messstellenbetrieb und weitreichender Unkenntnis der Messkunden, dass überhaupt die Möglichkeit zum Wechsel des Messstellenbetreibers besteht, sehen so manche Grundzuständigen ihre Situation nicht ganz so dramatisch.

Unternehmen wie Stromnetz Hamburg oder die EnBW-Tochtergesellschaft Netze BW haben sich in Fulda zuversichtlich gezeigt, im Wettbewerb bestehen zu können. Arkadius Jarek, Leiter Messstellenbetriebsmanagement bei Netze BW, ist ganz und gar nicht der Meinung, dass grundzuständige gegenüber den wettbewerblichen Messstellenbetreibern wehrlos sind. Dazu müsse er aber auf die Kundenbedürfnisse eingehen und Zusatzdienstleistungen anbieten können. Sowohl Stromnetz Hamburg als auch Netze BW wollen dies tun. Bündelprodukte oder Angebote an freiwillige Kunden, die also noch nicht vom Pflichteinbau erfasst sind, sollen ihre Marktposition stärken. Denn es könne nicht sein, dass der Grundzutändige den Smart Meter Rollout auf sich nehme und anschließend nur darauf warte, dass ein Wettbewerber komme und ihm die Kunden wegnehme.

Allerdings wies in diesem Zusammenhang Michael Weiser, Partner der Anwaltskanzlei Becker Büttner Held, darauf hin, dass der grundzuständige Messstellenbetreiber aufgrund der Unbundling-Vorschriften, denen er unterliegt, nur regulierungskonforme und damit auch diskriminierungsfreie Angebote machen dürfe. Das heißt, standardisierte Dienstleistungen für alle potenzielle Kunden zum gleichen Preis ohne individuellen Zuschnitt.

Jarek bezeichnete Netze BW als „Rollout ready“. Der tatsächliche Rollout, der eigentlich für 2017 geplant war, lasse jedoch noch etwas auf sich warten, da die Zertifizierung der Smart Meter Gateways durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch nicht abgeschlossen sei und die Geräte auch noch keine Baumusterprüfbescheinigung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt hätten. Außerdem sei die sogenannte Transparenzsoftware noch nicht in finaler Form verfügbar und die Steuerboxen, die beispielsweise Erzeugungs- und Lastmanagement über das intelligente Messsystem ermöglichen, seien noch nicht am Markt. Insgesamt 250 000 der 650 000 auszurollenden intelligenten Messsysteme im Netzgebiet müssten mit diesen Steuerboxen ausgestattet werden, so Jarek.

Bislang haben Netze BW nach Angaben von Jarek in mehreren Feldtests 1 400 intelligente Messsysteme im Einsatz und rund 5 000 moderne Messeinrichtungen bei Haushaltskunden verbaut.

 
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Mittwoch, 20.09.2017, 09:40 Uhr