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Enerige & Management > Bilanz - Uniper kommt gut durch die Pandemie
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
BILANZ:
Uniper kommt gut durch die Pandemie
Uniper hat ihre Bilanz für 2020 vorgelegt. Der Energiekonzern erzielte wegen eines guten Gasgeschäfts ein höheres Ebit als im Vorjahr. Das Stromgeschäft hingegen schwächelte.
 
„In einem schwierigen Marktumfeld haben wir es geschafft, unsere Ziele für 2020 zu erreichen“, sagte Uniper-Vorstandsvorsitzender Andreas Schierenbeck bei der Vorstellung der Bilanz. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag 2020 mit 998 Mio. Euro über dem Vorjahr mit 863 Mio. Euro. Grund war laut Uniper ein erfolgreiches Gasgeschäft, beim Strom hingegen blieben die Ergebnisse unter dem Vorjahr.

An Umsatz erwirtschaftet das Energieunternehmen mit Sitz in Düsseldorf im abgelaufenen Jahr 50,97 Mrd. Euro, das Jahr zuvor waren es laut Bilanz 65,80 Mrd. Euro. Der Rückgang sei in erster Linie den angewandten Bilanzierungs- und Ausweismethoden geschuldet. Gleichwohl lag, wie das bereinigte Ebit, auch der bereinigte Konzernüberschuss 2020 mit 774 Mio. Euro über dem Ergebnis des Vorjahres mit 614 Mio. Euro.

Die im Gasgeschäft umgesetzte Handelsmenge stieg von 2.179 Mrd. kWh auf 2.206 Mrd. kWh. Die über die eigene Vertriebseinheit Uniper Energy Sales weiterverkauften Mengen an Stadtwerke, Industriekunden und Kraftwerksbetreiber betrug 218 Mrd. kWh und „damit spürbar über der Menge des Vorjahres (199 Mrd. kWh)“, heißt es in der Bilanz.

Stromabsatz wegen Corona unter dem Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2020 lag der Stromabsatz des Uniper-Konzerns mit 552,9 Mrd. kWh um 9,8 % spürbar unter des Vorjahresabsatzes von 612,7 Mrd. kWh. Die von der Vertriebseinheit Uniper Energy Sales abgesetzte Menge belief sich auf 26,6 Mrd. kWh und erreichte nicht das Niveau des Vorjahres mit 34 Mrd. kWh. „Bedingt durch die Corona-Pandemie, die Kurzarbeit bei den Kunden und Lockdowns zur Folge hatte, sind insbesondere durch Industriekunden geringere Menge bezogen worden.“
  Bei den Uniper-Kraftwerken lief es ganz ordentlich: Im Segment „Europäische Erzeugung“ hätten höhere Preise bei den Kernkraftwerken und höhere Strommengen bei den Wasserkraftwerken zu höheren Ergebnissen geführt. Bedingt durch Stilllegung und Ausfälle von Kernkraftwerken wurden von diesen allerdings weniger Strom produziert.

Unbefriedigend lief laut Bilanz das Segment „Russische Stromerzeugung“ mit den Kraftwerken in Russland: Niedrigere Strompreise, eine allgemein geringere Nachfrage sowie ein witterungsbedingtes, höheres Angebot an Strom in Sibirien haben das Ergebnis negativ beeinflusst. Währungseffekte wirkten sich zusätzlich negativ auf das Ergebnis aus. So blieb das Ergebnis in diesem Segment insgesamt deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

Für die Zukunft setzt Uniper vor allem auf das Thema Wasserstoff. Wie CEO Schierenbeck bei der Präsentation sagte, sei sein Unternehmen ein globaler Akteur im Bereich Gas-Midstream und „arbeitet daran, dieselbe Position auch im Wasserstoffhandel einzunehmen“. Dabei kooperiere man bereits mit mehreren wichtigen Akteuren wie Gazprom und Woodside. Uniper sei heute schon auf allen Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette präsent.

Schierenbeck kündigt „Green Wilhelmshaven“ an

Als Beispiel nannte Schierenbeck Hamburg: Am Standort Hamburg-Moorburg will Uniper unter anderem mit Siemens Energy, Airbus und der Hansestadt grünen Wasserstoff sowie grüne Prozess- und Fernwärme erzeugen und bereitstellen. Teil des Projektes ist zudem der Aufbau einer Wasserstoff-Handelsplattform. „Hier werden wir insbesondere von unserem Know-how in der Gaswirtschaft profitieren können.“ Uniper möchte damit einen Beitrag zum Aufbau einer regional, national und global vernetzten Wasserstoffwirtschaft leisten.

Auch kündigte Schierenbeck ein Ammoniak-Projekt an. Unter dem Namen „Green Wilhelmshaven“ soll im Hafen von Wilhelmshaven ein Annahmeterminal für grünes Ammoniak mit Ammoniak-Cracker und Anschluss an das zukünftige Wasserstoff-Netz entstehen. „Darüber hinaus ist ein Elektrolyseur zur Versorgung der lokalen Industrie und Einspeisung in das nationale Wasserstoff-Netz geplant.“ Zudem könne der Wasserstoff in den vorhandenen Salzkavernen gespeichert werden.

Uniper hat sich zum Ziel gesetzt, ihre europäische Stromerzeugung (ohne Russland) bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu gestalten. Über 50 % dieses Ziels sollen bis 2030 erreicht werden.

 
Quelle: Uniper
 

Stefan Sagmeister
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