• Erdgas setzt steile Aufwärtsbewegung fort
  • Strom, CO2 und Gas überwiegend fester
  • Widerstreitende Reaktionen aufs neue Klimaschutzgesetz
  • Kabinett beschließt Gesetzesnovelle mit Klimaneutralität bis 2045
  • Südlink jetzt komplett in der Planfeststellung
  • RWE Q1: Ergebnis geschrumpft, Prognose bekräftigt
  • MVV steigert Ergebnis
  • Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
  • Engie verliert Steuervorteil
  • Enapter entwickelt AEM-Elektrolyseur der Megawattklasse
GASMARKT:
Untergründiges Energiebündel
Ein riesiger unterirdischer Salzstock im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden ist die Basis für Europas größten Kavernen-Erdgasspeicher im westfälischen Gronau-Epe.
 

Im Nordwesten Nordrhein-Westfalens, unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden, gewinnt die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen nahe der Städte Gronau und Ahaus Industriesole. Das Salzbergwerk ist eines der wichtigsten in Deutschland - die gleiche Rolle kommt inzwischen auch dem Erdgasspeicher Epe zu, der die bei der Salzgewinnung entstehenden unterirdischen Hohlräume, Kavernen genannt, als Zwischenlager für Erdgas nutzt.

In Epe sei es aufgrund der günstigen gebirgsmechanischen Verhältnisse möglich, die einzelnen Gasspeicherkavernen mit bis zu 250 bar Speicherdruck zu betreiben, heißt es in einer Untersuchung der zuständigen nordrhein-westfälischen Bezirksregierung Arnsberg. Durch die Speicherung unter hohem Druck könnten sehr große Gasvolumina eingelagert werden. Ende 2009 konnten bereits fast 3 Mrd. m3 nutzbares Arbeitsgas in Kavernen in Epe gespeichert werden.

Fünf Gasversorger hatten bis Ende letzten Jahres eigene Speicher in Epe. Der Hauptgrund für die intensive Nutzung des Salzstocks ist der günstige Standort. Die Nähe zu Verbrauchern im Ruhrgebiet und in den Niederlanden sowie die Nähe zu großen Ferngasleitungen spielen hier eine wesentliche Rolle. Aber auch die Möglichkeit, fertig gesolte Kavernen übernehmen zu können, ohne die bei deren Bau anfallende Salzsole entsorgen zu müssen, sprechen für Epe. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kavernen als so genannter High-Performance-Speicher genutzt werden können, das heißt, dass sie schnelles Aus- und Einspeichern von Gasmengen ermöglichen. Das schafft Flexibilität auch für den kurzfristigen Gashandel.

Stadtwerke-Netzwerk erweitert Speicherkapazitäten

Auch Stadtwerke haben sich im Trianel-Speicher in Epe Kapazitäten gesichert
Bild Trianel

Zuletzt hatte das Stadtwerke-Netzwerk Trianel seine Kapazitäten in Epe auf 230 Mio. m3 erweitert. Die im Juni in Betrieb genommene vierte Kaverne sei mit ihrem Volumen von mehr als 100 Mio. m3 eine der größten im Gebiet Gronau-Epe, so das Unternehmen. Für den Betrieb der Kaverne wurde ein weiterer Verdichter installiert. Die Gesamtinvestition beziffert Trianel auf rund 130 Mio. Euro.

Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Sprecher der Gesellschafterversammlung des Trianel Gasspeichers sieht als zentralen Vorteil der erweiterten Anlage die Erhöhung der Versorgungssicherheit.

Und der Ausbau in Epe geht weiter. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, das die bundesweite Gasspeicherstatistik führt, hat ermittelt, dass in den nächsten Jahren zu den bereits genutzten 60 Kavernen weitere 17 zu Gasspeichern ausgerüstet werden sollen.

Schnell verfügbare Energiemengen in Kavernen

Derzeit größter Speicherinhaber in Epe ist die Eon Gas Storage GmbH mit Kapazitäten für insgesamt 2,1 Mrd. m3 Gas in 36 Kavernen. Etwa ein Viertel davon wird für L-Gas, der Rest für das höherwertiges H-Gas genutzt. Zweitgrößter Kavernennutzer ist die RWE Gasspeicher GmbH, die im Zuge der Übernahme des niederländischen Energieversorgers Essent auch den Speicher von dessen deutscher Tochter kassiert hat und damit in Epe über Kapazitäten für knapp 1,3 Mrd. m3 Gas verfügt. Der zum Vattenfall-Konzern gehörende niederländische Versorger Nuon kann auf Speicherplatz für 285 Mio. m3 Gas zurückgreifen. Nuon hat seinen Speicher an das niederländische Netz angedockt. Kleinster Betreiber mit Kapazitäten für 230 Mio. m3 Gas in Epe ist Trianel.

Im Bau sind derzeit unter anderem Kavernen für 100 Mio. m3, die der niederländischen Energieversorger Eneco an das niederländische Netz anbinden will. Der Speicher soll Ende 2012 in Betreib gehen. Daneben will die Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe mbH (KGE), zu der sich Gelsenwasser, die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet (EWMR), die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung und die Stadtwerke Essen zusammengeschlossen haben, einen Speicher für 180 Mio. m3 Gas bauen, der ab 2012 genutzt werden kann.

Der Speicher Epe könnte in den nächsten Jahren nach derzeitigen Planungen auf einen Gesamtkapazität von rund 3,5 Mrd. m3 anwachsen. Er kommt damit dem größten Untergrundspeicher Deutschlands im niedersächsischen Rehden - 4,2 Mrd. m3 Arbeitsgas − immer näher.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 06.09.2010, 13:42 Uhr