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Enerige & Management > Heizkraftwerke - Vattenfall eröffnet neues GuD-Kraftwerk in Berlin
Das neue Gas-KWK Kraftwerk von Vattenfall in Berlin-Marzahn Bild: E&M
HEIZKRAFTWERKE:
Vattenfall eröffnet neues GuD-Kraftwerk in Berlin
Am 3. Juni konnte der Energiekonzern nach dreijähriger Bauzeit das neue Kraftwerk im Stadtteil Marzahn in Betrieb nehmen. Der Konzern investierte über 300 Mio. Euro in die Anlage.
 
Mit dem Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerk in Berlin-Marzahn gehe eines der effizientesten Heizkraftwerke Europas mit einem Wirkungsgrad von 90 % ans Netz, betonte die Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme, Tanja Wielgoß, am 3. Juni bei der Eröffnung. „Vattenfall erfüllt ihre 2009 getroffene Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin.“ Darin hatte der Energieversorger versprochen, den CO2-Ausstoß in der Hauptstadt bis 2020 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Mit dem Start der hochmodernen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage habe die Vattenfall Wärme in Berlin nun ihren CO2-Fußabdruck von gut 13 Mio. Tonnen jährlich auf unter 6 Mio. Tonnen reduziert.

Die neue Anlage verfügt über eine Wärmeleistung von 230 MW und eine elektrische Leistung von 260 MW. Im Verbund mit dem Heizkraftwerk Klingenberg bildet sie das Rückgrat der Wärmeversorgung im Osten Berlins mit insgesamt 450.000 Haushalten. Der Neubau ist für Vattenfall der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Investitionsmaßnahmen. So wurden im Herbst 2019 bereits das neue Heizkraftwerk Lichterfelde sowie Europas größte Power-to-Heat-Anlage am Standort Reuter West in Betrieb genommen.
 
Fototermin in Corona-Zeiten bei der Eröffnung des neuen GUD-Kraftwerks von Vattenfall in Berlin-Marzahn.
v.l.: Petra Pau (Die Linke), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages; Thomas Schäfer, Geschäftsführer Stromnetz Berlin; Dagmar Pohle (Die Linke), Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf; Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin; Jochen Eickholt, Vorstand von Siemens Energy; Ulrich Nußbaum, Staatssekretär im BMWi; Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme AG.
Bild: Susanne Harmsen/E&M

Damit unterstütze Vattenfall das Land Berlin in seiner Zielsetzung, bis 2030 die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, sagte Wielgoß. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, betonte: „Berlin braucht eine zukunftsfähige Energieversorgung, die nicht nur zuverlässig, sondern auch nachhaltig und klimaschonend ist.“

Flexible Turbine von Siemens

Die Komponenten für das durch Siemens Energy in dreijähriger Bauzeit errichtete Kraftwerk stammen überwiegend aus Deutschland. Siemens lieferte die Gasturbine aus Berlin-Moabit und Schaltkomponenten aus der Berliner Siemensstadt. „Normalerweise liefern wir unsere Gasturbinen in die ganze Welt. Heute aber freuen wir uns, eine Gasturbine aus Berlin für Berlin in Betrieb nehmen zu können“, sagte Jochen Eickholt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy. „Durch das neue Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung werden jährlich fast eine Viertelmillion Tonnen CO2 vermieden, dies entspricht den typischen Emissionen von rund 125.000 Autos.“

Aufgrund ihrer flexiblen Fahrweise ist die Anlage in der Lage, schnell zwischen Voll- und Teillast zu wechseln. So kann sie einerseits Schwankungen ausgleichen, zu denen es bei der Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz immer wieder kommt, und andererseits die Bedürfnisse der Fernwärmenutzer zuverlässig absichern. „Es ist fantastisch, die Anlage termin- und budgetgerecht übergeben zu können“, sagte Projektleiter Jochen Ludwig zur Inbetriebnahme des Kraftwerks. Die Dampfturbine kommt aus Görlitz, die Niederspannungsschaltanlage aus Leipzig, die Generatoren stammen aus Erfurt und die Transformatoren aus Dresden. Die Mittelspannungsschaltanlage wurde im türkischen Gebze hergestellt.

Neuer Netzknoten der Stromnetz Berlin

Zeitgleich zum Heizkraftwerk errichtete Stromnetz Berlin am Standort einen neuen Netzknoten, in den das Kraftwerk einspeist. Die 110-kV-Schaltanlage verteilt unter anderem den im Kraftwerk erzeugten Strom bedarfsgerecht auf das Netzgebiet. Zudem spielt der Netzknoten eine wesentliche Rolle bei der Anbindung an das Übertragungsnetz von 50 Hertz. Er versorgt vier Umspannwerke im Osten Berlins dauerhaft mit Energie und beliefert Sonderkunden direkt mit Energie.

Thomas Schäfer, Geschäftsführer Stromnetz Berlin, unterstrich: „Wir haben hier in modernste Technik investiert. Der neue Netzknoten wird vollständig fernüberwacht und -betrieben und verfügt statt der bisherigen acht Schaltfelder nun über 23. Damit werden wir dem steigenden Energiebedarf im Berliner Osten gerecht.“

Thorsten Schwarz von GE hob hervor: „Für zukünftige Projekte dieser Art ist unsere Schaltanlage bereits auf neue Anforderungen ausgelegt, wie die Verwendung von CO2-optimierten alternativen Isolationsgasen.“ Er gratuliere Vattenfall, Stromnetz Berlin und allen Projektbeteiligten zur erfolgreichen Umsetzung dieses wichtigen Meilensteins hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft in der Stadt Berlin, so Schwarz.

 
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